Solothurn
Mode Küng eröffnet drittes Standbein in der Stadt

Das 40-jährige Traditionshaus Mode Küng hat das Herrengeschäft ins ehemalige «Cristina’s» verlegt. Neu ist in Solothurn auch Damenmode im Angebot.

Wolfgang Wagmann
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Im neu eröffneten Geschäft an der Hauptgasse 4 gibts Herrenmode.
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Am Stalden bietet Mode Küng jetzt Damenmode an.
Mode Küng in Solothurn hat ausgebaut

Im neu eröffneten Geschäft an der Hauptgasse 4 gibts Herrenmode.

Wolfgang Wagmann

«Aus zwei mach drei». Nach diesem Motto expandiert Mode Küng in Solothurn. Neben dem Stammhaus in der Vorstadt, gegenüber dem Dornacherplatz, und dem vor drei Jahren bezogenen Geschäft am Stalden «erbt» Thomas Schärer jetzt ein zweites Altstadt-Ladenlokal des ehemaligen «Cristina’s»-Imperium: An der Hauptgasse 4 wurde nun das künftige Herrengeschäft eröffnet. «Offiziell erfolgt die Eröffnung erst am 10. September. Aber die ersten zwei Wochen, in denen wir schon geöffnet hatten, ist das Geschäft gut angelaufen.»

Neu setzt Mode Küng – seit 40 Jahren in Solothurn ein Begriff – aber auch auf Damenmode. Und zwar am Stalden 13, wo bisher seit 2013 Herrenmode angeboten worden war. «Wir hatten hier etwas wenig Platz für unser Herrensortiment. Den haben wir nun vorne an der Hauptgasse 4 erhalten. Können wir dort doch zwei Stockwerke bebenützen», so der Geschäftsinhaber, dessen Frau Monika primär das Backoffice der drei Geschäfte betreut und die Buchhaltung führt.

Das Ehepaar Schärer setzt auf bekannte Labels wie Marc Cain, Guess, Liu Jo oder Cambio, ergänzt durch selbst entdeckte Marken. Eine weitere Stärke sind Jeans von Garcia oder Mos Mosh. Für Mode Küng sind ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis oder «tragbare Mode zu mittleren Preisen» Programm. Thomas Schärer ergänzt: «Als Nischenplayer vertrauen wir auf weitere Stärken wie Hochzeitsmode, Masskonfektion für Herren und grosse Grössen auch für die Damen. Uns kommt entgegen, dass alle auf günstig machen», glaubt er auch an sein deutliches Profil gegenüber der allgegenwärtigen Billig-Konkurrenz.

«Die Chance nützen»

Die Modebranche macht derzeit keine rosigen Zeiten durch. Der blühende Internet-Handel und das Ausland-Shopping haben schon ganze Mode-Imperien in die Knie gezwungen. Dagegen schwenken Mode Küng und Thomas Schärer auf einen Expansionskurs ein. «Aktuell hören mit Mode Kneubühler und Brühweiler gleich zwei alt eingesessene Modegeschäfte auf. Diese Chance wollen wir nützen», analysiert Schärer die Situation in Solothurns Modeszene. So hat der seit 20 Jahren bei Kneubühler arbeitende Chefverkäufer neu bei ihm angeheuert und fängt bei Mode Küng im September an. Ohnehin setzt Schärer auf Identität an der Front: «Wichtig ist, dass man den Chef kennt und im Geschäft auch sieht.»

Weiter beurteilt er die Voraussetzungen in Solothurn als ausgesprochen günstig für ihn. «Ich bin hier in der Altstadt zu zwei schönen Geschäftslokalitäten mit sehr fairen Mietzinsen gekommen», ist eines seiner Argumente, warum er zuletzt gleich zwei Filialen in der Altstadt eröffnet hat. Natürlich weiss Schärer um die Risiken und Nebenwirkungen seiner Geschäftstätigkeit: «Um bestehen zu können, sollte man ein guter Branchenkenner sein. Das Sortiment muss stimmen, aber auch der Service und die Beratung.»

Dies möchte der Solothurner Geschäftsmann dem Moloch Internet entgegensetzen, denn noch immer wüssten viele Kundinnen und Kunden einen fachkundigen Umgang mit ihnen zu schätzen. Weiteres Plus: «Ich möchte nirgends anders als in Solothurn geschäften. Hier ist die Konkurrenz noch erträglich. Wichtig bleibt aber, dass der Branchenmix in der Stadt stimmt.» Und zum Einstieg ins heikle Damen-Business fügt er an: «Wir wollten schon immer etwas im Damen-Segment machen. Schliesslich bin ich Unternehmer und will auch etwas riskieren.»