Solothurn
Mobilisierte Bürger –Bratwurst-«Petitio» hat bereits über 500 Unterschriften

So schnell wie fast keine andere hatte die Bratwurst-«Petitio» die nötigen Unterschriften beisammen. Und laufend kommen welche dazu. Grund dafür: das drohende Aus der Grill-Bratwurst auf dem Märetplatz.

Wolfgang Wagmann
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Die Bratwurst-«Petitio» knackt schon fast die 500 Unterschriften-Marke.

Die Bratwurst-«Petitio» knackt schon fast die 500 Unterschriften-Marke.

Die drohende Abschaffung der Grill-Bratwurst auf dem Märetplatz mobilisiert weiterhin auf unserer Online-Plattform Petitio Leserinnen und Leser, die sich für den Erhalt des Aussengrills vor dem «Bistraito» einsetzen. Am Dienstag hatte die vom neuen Pächter Chris van den Broeke am vergangenen Donnerstag ausgelöste Petition bereits an der Schallgrenze von 500 Unterstützern gekratzt.

Zu unserem Erstaunen wurden am Dienstag allerdings munter weiterhin Bratwürste und Schüblige auf dem Rost am Märetplatz grilliert. Dies, obwohl das Marktreglement der Stadt in einem entsprechenden Passus das tägliche Grillieren unter freiem Himmel ausdrücklich untersagt. Der bisherige Inhaber und Betreiber des «Bistraito», Lionel Privé, hatte als Besitzstandswahrung von einer Ausnahmeregelung profitiert, die das Grillieren jenen Geschäftsleuten ermöglichte, die schon 2004 bei Inkrafttreten des Reglementes in diesem Geschäft aktiv gewesen waren.

Dazu gehört im Moment nur noch Stadtmetzger Ruedi Wälchli. Doch stützt sich Chris van den Broeke auf das laufende, aber noch nicht behandelte Baugesuch, das jeder Wirt einreichen muss, wenn er einen neuen Betrieb übernimmt. Der «Wirthen»-Geschäftsführer erklärt: «Solange mein Baugesuch nicht behandelt ist, läuft die Bewilligung von Privé weiter.» Und so lässt van den Broeke vorläufig draussen weiter Würste verkaufen.

Die Politik hatte auf das drohende Wurst-Verbot unterschiedlich reagiert: Während die SP-Gemeinderätin und mögliche Stadtpräsidiumskandidatin Franziska Roth sich für eine Lockerung der «Lex Grill» einsetzte, zeigte sich Stadtpräsident Kurt Fluri gegenüber Tele M1 erstaunt über «das Gstürm». Und meinte lakonisch: Bei einer Reglementsänderung «regen sich dann die Leute auf, weil es in der ganzen Stadt nach Bratwurst und Kebab riecht.»