Stadttheater Solothurn
Mitarbeiter erzählen über ihren neuen Arbeitsplatz im schönsten aller Theater

Wir besuchten sechs Personen, die am renovierten Stadttheater Solothurn ihren neuen Arbeitsplatz beziehen konnten.

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Stadttheater Solothurn.

Stadttheater Solothurn.

Hanspeter Bärtschi

Heute können Interessierte beim «Tag der offenen Tür» im Stadttheater Solothurn zwischen 10 und 16 Uhr einen Blick hinter die Kulissen und in die vielen neuen Räumlichkeiten des Hauses riskieren. Vielleicht treffen sie dort den einen oder anderen Theatermitarbeitenden an, der sich über seinen neuen Arbeitsplatz freut. Wir wagten bereits im Verlauf der vergangenen Woche einen Blick ins Theater und statteten dort sechs Personen einen kurzen
Besuch ab.

Sie sprachen kurz über ihre Tätigkeit und sagten uns, was ihnen an ihrem neuen Arbeitsplatz besonders gefällt. Am 30. Januar findet mit der Premiere von «King Arthur» die erste Aufführung im renovierten Haus statt. Einen Tag später, am 31. Januar, findet um 10.30 Uhr im Studio Arici eine Matinee mit der Vernissage des Bildbandes «Umbau Stadttheater Solothurn», unter Anwesenheit des Architektenbüros phalt Architekten AG, statt.

Karin Kaul (64), Maskenbildnerin

Karin Kaul (64), Maskenbildnerin

Hanspeter Baertschi

Seit 16 Jahren arbeitet Maskenbildnerin Karin Kaul am Theater Biel Solothurn. Sie ist begeistert von ihrem neuen Arbeitsplatz, der immer noch am gleichen Ort ist wie früher. «Allerdings habe ich jetzt viel mehr Raum.» Neben den Schminktischen kann Kaul jetzt auch einen kleinen Büroraum mit «Giftschrank» sowie einen Lagerraum für die vielen Masken-Utensilien nutzen. «Ich bin super happy», sagt die gebürtige Deutsche, die in Walliswil lebt. Zwar wird sie Ende Oktober pensioniert, doch sie ist froh, das neue Haus noch nutzen zu können. «Seit ich hier bin, habe ich vier Direktoren miterlebt, da könnte ich so einiges erzählen», lacht die ausgebildete Maskenbildnerin.

Reiner Huttasch (66), Leiter Foyer

Reiner Huttasch (66), Leiter Foyer

Hanspeter Baertschi

Der ausgebildete Landmaschinenmechaniker folgte vor 4 Jahren einem Inserat des Theaters, bei dem ein «Leiter Foyer» gesucht wurde. Vorher hatte Huttasch mit Theater und Gastronomie nicht sehr viel am Hut, jetzt gehört er mittels learning by doing zum «harten Kern» des Theaters. «Ich freue mich sehr über die neue Bar, in der wir jetzt unsere Gäste stilgerecht bewirten können», freut er sich. Ideal für seine Arbeit ist auch der neu eingebaute Lift im Haus. «Früher mussten wir Getränkeharasse um -harasse drei Etagen hochtragen. Das geht jetzt viel einfacher.» Im Foyerbereich arbeiten insgesamt 8 Personen, die neben der Bewirtung auch für die Kasse und die Garderobe zuständig sind.

Adrian Flückiger (37), Dramaturg

Adrian Flückiger (37), Dramaturg

Hanspeter Baertschi

«Ich glaube, für mich hat sich arbeitstechnisch fast am wenigsten verändert. Ich habe eigentlich das gleiche Büro wie vorher, nur ein Stockwerk höher.» Der Berner Flückiger ist als Dramaturg unter anderem zuständig für die Materialiensammlungen zu Händen der Schauspieler, aber auch des Publikums und damit auch derjenige, der zu den beliebten Werkeinführungen vor den Aufführungen lädt. «Diese können wir nun im neuen Arici-Saal abhalten, einem Raum für 60 bis 70 Personen. Darüber freue ich mich sehr. Jetzt bekommen die Werkeinführungen den richtigen Rahmen.»

Andre Fuchs (25), Bühnen- und Beleuchtungsmeister

Andre Fuchs (25), Bühnen- und Beleuchtungsmeister

Hanspeter Baertschi

«Ich bin erst im letzten Jahr vom Staatstheater Wiesbaden nach Solothurn gekommen und kann deshalb nicht sagen, wie es in meinem Arbeitsbereich früher in Solothurn war», sagt der junge deutsche ausgebildete Veranstaltungstechniker. Er sei eigentlich eher zufällig beim Theater gelandet und jetzt durch die Vermittlung des technischen Direktors Thomas Märker nach Solothurn gekommen. «Jetzt ist es auf jeden Fall mit den modernsten technischen Möglichkeiten eingerichtet, und ich freue mich sehr, hier zu arbeiten.» Fuchs lebt in Gerlafingen und fühlt sich in der Region schon wie zu Hause.

Natalina Muggli (27), Schauspielerin

Natalina Muggli (27), Schauspielerin

Hanspeter Baertschi

Die gebürtige Baselbieterin steht seit einigen Jahren in Solothurn auf der Bühne, seit einem Jahr ist sie festes Ensemblemitglied. Zusammen mit Kollegin Barbara Grimm teilt sie sich eine helle Garderobe mit Blick auf den Garten des Palais Besenval. Muggli ist begeistert. «Alles im Theater ist so liebevoll eingerichtet. Gar luxuriös im Gegensatz zu früher», meint sie, und vergisst nicht zu erwähnen: «Vorher hatte das Theater schon auch einen gewissen Charme, trotz der vielen Umstände.» Doch die Freude über das neue Haus überwiegt. «Es ist ausserordentlich schön, diese neue Zeit miterleben zu können.»

Christof Oser (35), Theaterpädagoge

Christof Oser (35), Theaterpädagoge

Hanspeter Baertschi

«Endlich haben mein Kollege Andreas Schmidhauser und ich ein richtiges Büro zum Arbeiten.» Oser ist ausgebildeter Sekundarlehrer, liess sich zum Theaterpädagogen ausbilden und ist zusammen mit seinem Kollegen einerseits für die Jugendclubs des Theaters verantwortlich, andererseits aber auch für die Kontakte zu Schülern und Lehrern bei allen Stücken auf dem Spielplan. «Unser alter Arbeitsplatz war ungeheizt und gleich unter dem Dach. Da haben wir es doch jetzt viel schöner», schwärmt Oser, dessen Tätigkeit zwischen trockener Computer- und lebhafter Bühnenarbeit pendelt.