Winterdienst
Mitarbeiter des Werkhofs haben wieder alle Pflüge voll zu tun

Während Pendler fluchen und Schulkinder jubeln, dürfen andere sich nichts anderes als Sachlichkeit leisten, wenns um die weisse Pracht geht.

Andreas Kaufmann
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Nicht nur für die mobilisierten Verkehrsteilnehmer, sondern auch für die Fussgänger soll gesorgt sein.

Nicht nur für die mobilisierten Verkehrsteilnehmer, sondern auch für die Fussgänger soll gesorgt sein.

Konkret betroffen sind die Mitarbeiter des Werkhofs, die sich bereits am vergangenen Wochenende, die ganze Woche und insbesondere am gestrigen Tag mit der Frage auseinandersetzten, wo der Schnee bleiben darf und wo nicht.

Während man am Sonntag die Lage von fünf Zentimeter Schnee noch unter Minimalaufwand in den Griff bekam, waren am Montag bereits 35 Leute im Winterdienst unterwegs. Gestern war dann das Maximalaufgebot von 45 Mitarbeitern des Werkhofs unterwegs, die alle Hände, Schaufeln und Pflüge voll zu tun hatten. Gewappnet ist man beim Werkhof jeweils schon ab Mitte November, wenn die Pflüge und Salzstreu-Vorrichtungen aus dem «Sommerschlaf» geholt werden. «Erstmals ausgerückt sind wir letzten Sonntag», berichtet Patrick Schärer, Chef des Werkhofs der Einwohnergemeinde.

Unterschiedliche Salzprioritäten

Im üblichen Prozedere ist eine so genannte «Schwarzräumung» für die neuralgischen Verkehrsachsen vorgesehen. Das heisst, dass die Wege des Busverkehrs oder solche ab einem bestimmten Gefälle gesalzen und damit ganz von Schnee befreit werden. Nicht so bei Quartier- und anderen Nebenstrassen: Die werden «weissgeräumt», das heisst, lediglich bis zu einem gewissen Grad gepflügt, ohne dass der Schnee ganz abgetragen sein muss. «Es macht wohl auch wenig Sinn, in einer 30-Tempo-Zone die Strasse schwarzzuräumen.» Einen Sonderfall stelle Glatteis dar, wo auf den meisten Strassen Wintersalz angewandt wurde (und im Extremfall auch Splitt).

Schärer erinnert sich: «Im vorletzten Winter kamen innert eines ganzen Tages rund 14 Tonnen Salz zum Einsatz.» Bei einem Durchschnittsbedarf von rund 100 Tonnen pro Jahr, die der Werkhof im Sommer zu günstigen Preisen einkauft und dann einlagert, würde der Vorrat auf diese Weise lediglich eine Woche reichen. Und auch der vorige Winter mit Rekordtieftemperaturen, ergänzt Schärer, habe mit rund 160 Tonnen Salzbedarf zu Buche geschlagen. Versorgungsengpässe in Sachen Salz seien seit diesem Jahr nicht mehr so dramatisch wie in Vorjahren: «Der Salzmarkt ist entspannter geworden, nicht zuletzt auch dadurch, dass in der Rheinsaline ein zweiter Salzdom eingerichtet worden ist.» In Vorjahren musste man oft auf Reserven aus dem Ausland zurückgreifen.

Keine Ferien zur Winterdienstzeit

Als «Schneeflotte» stehen dem Werkhof insgesamt 24 Pflüge (20 eigene und 4 externe) – darunter zwölf Kleinpflüge fürs Trottoir – und zwei grosse Salzstreufahrzeuge zur Verfügung. Eine Funktionsprüfung des ganzen Maschinenparks findet jeweils vor dem «Einsommern» und dann wieder kurz vor der Inbetriebnahme statt. Vier der Pflüge werden von Landwirten, von einer Garage sowie der Bürgergemeinde betrieben, dies im Leistungsauftrag für die Einwohnergemeinde. Zum Pool von insgesamt rund 45 Mitarbeitern, die für die Beseitigung des lästigen Schnees im Einsatz stehen, zählen auch solche, die von Hand die Fussgängerübergänge freihalten.

Das Einsatzgebiet reicht dabei nicht weiter als bis zu den (noch nicht fusionierten) Stadtgrenzen, obwohl man natürlich in den Grenzbereichen schon auch mit den Nachbargemeinden zusammenarbeitet.

«Ausserdem wird der Einsatz mit dem kantonalen Winterdienst koordiniert», sagt Schärer. Insgesamt gibt es aber auf städtischem Boden fürs hiesige Werkhofpersonal genügend zu tun. «Deshalb können wir während dieser Zeit nur vereinzelt Ferienabwesenheiten gewähren», verweist Schärer auf die Bereitschaft und Verpflichtung, bei Schneefall rund um die Uhr einzurücken.

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Für ihren Einsatz erhalten die Mitarbeiter auch positive Resonanzen: «Besonders in der Altstadt wird es geschätzt, dass wir den Schnee schon früh rausschaffen.» Vereinzelt werde man aber auch mit Reklamationen konfrontiert: «Weil wir eine frisch geräumte Einfahrt oder ein Auto zupflügen, was wir aber sicher nicht absichtlich machen», so Schärer. Er empfiehlt, erst nach der Durchfahrt des Pflugfahrzeugs zur Schneeschaufel zu greifen.

Ebenfalls rät er, nicht auf dem Trottoir zu parkieren, wenn der Winterdienst unterwegs ist: «Das ist zwar gut gemeint, aber unsere kleinen Pflugfahrzeuge kommen dann auf den Trottoirs nicht mehr durch.» Denn nicht nur motorisiert, sondern auch per pedes ist man froh, ungehindert – und vor allem unbeschadet – von A nach B zu gelangen.

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