Umzug Solothurn
Mit Vehikeln und schrillen Tönen gegen den Winter

«Chli chüderle» bei Petrus durch die UNO-Verantwortlichen hat sich sehr gelohnt. Honolulu durfte einmal mehr einen Grossen Umzug bei optimalen Bedingungen geniessen.

Pius Rüegger
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Der grosse Fasnachtsumzug 2013 in Solothurn Bildet die Nummer 1 des Umzugs: Tambourenverein Solothurn
94 Bilder
Der Wagen der Vorstadtzunft zwängt sich durchs Bieltor
Vorstadtzunft in der Gurzelngasse
Vorstadtzunft bringt Wärme
Fasnachtszunft Vorstadt
Glänggeler
Glänggeler
Glänggeler
Blick die Hauptgasse herunter bis zur St. Ursenkathedrale
Hudibras-Chutze im Anmarsch
Hudibras-Chutze
Konfettibadwanne der Hudibras-Chutze
Muttiturmbiisser
Muttiturmbiisser
Muttiturmbiisser
Bloosophoniker als Les Bleuses unterwegs
Bloosophoniker vor der St. Ursentreppe
Bloosophoniker
Kladeredätsch
Zuschauer
Gugge Konfettistampfer
Konfettistampfer
Konfettistampfer
Konfettistampfer
Zahlreiche Zuschauer waren am Sonntag bei schönstem, aber kaltem Wetter gekommen, um sich den Umzug anzuschauen.
Narrenzunft Honolulu
Narrenzunft Honolulu
Guggetschi
Guggetschi
Solothurner Altstadt Rueche
Gassefäger brachten Gondeln mit
Gassefäger
Gassefäger
Mamfi Guggemusig Solothurn
Mamfi Guggemusig Solothurn
Mamfi Guggemusig Solothurn
Stedtli-Gumsle
Stedtli Gumsle
Stedtli-Gumsle
11-i Schränzer
11-i Schränzer
Tannezunft-Wäg
Trommelschule Tambouren
Trommelschule Tambouren
Trommelschule Tambouren
Nachwuchsgruppe Spriesseli
Spriesseli
Nachwuchsgruppe Bsetzischtei-Biisser
Nachwuchsgruppe Bsetzischtei-Biisser
Nachwuchsgruppe Bsetzischtei-Biisser
Provinznarren Zuchu
Provinznarren Zuchu
Party auf der Treppe
Sümgaggophoniker
Schanzenarre
Schanzenarre
Fasnächtler auf der St. Ursentreppe feiern mit
Guggeschränzer
Fasnachtsumzug Solothurn
Guggeschränzer
Risnagu
Wybeeri Gugge
Grashüpfer
Sans Gêne Zuchwil
Die Wüude
Die Wüude
Die Wüude
Weihere Schränzer
Weihere Schränzer
Weschtstadt Zunft: Olmabratwurst mit Senf
Weschtstadt Zunft
Aare-Jätter
Aare-Jätter
Der Wagen der Herregäägger Derendingen im Anzug
Herregäägger Derendingen
Herregäägger
Ambassadonner
Narrezunft Nictum
Chrum Durm Sumpf Chroniker
Chrum Durm Sumpf Chroniker
Chrum Durm Sumpf Chroniker
Chrum Durm Sumpf Chroniker
Hauptgassleist zieht ein Schiff heran.
Hauptgassleist
HGL
Ende des Umzugs

Der grosse Fasnachtsumzug 2013 in Solothurn Bildet die Nummer 1 des Umzugs: Tambourenverein Solothurn

Oliver Menge

Obwohl die Vorbereitungszeit durch die frühe Ostern und damit frühe Fasnacht knapp bemessen war, präsentierten die über tausend Teilnehmenden in 37 Bildern einen herrlich vielfältigen, farbenprächtigen und zwischenfallsfreien Einblick in ihr närrisches Schaffen. Chüderle, die Krone, die Strassenlocherei, das Après-Ski wie der Weissenstein waren gewichtige Ideenspender.

Eine amerikanische Ouvertüre

Topfit eröffnete der neunzigjährige Tambourenverein Solothurn als gut gepolsterte «American Football»-Spieler und angespornt durch ihre charmanten Chearleaders den Narrenreigen. Mit einem Riesen-Bautrupp nahm sich die Fasnachtszunft Vorstadt ihrem verlöcherten Stadtteil an. Ein Megabohrer eröffnete den Maulwürfen den Weg an die Oberfläche. Der weissen Jahreszeit chüderlete die Glänggeler-Guggemusig in weissen Kostümen.

Den Film «Kampf der Titanen» setzten die Muttiturmbiisser auf die hiesigen Verhältnisse um. Platt gestampft haben sie niemanden. «Les Bleues» in Schwarz - so feierten die Bloosophoniker ihr 40-jähriges Bestehen würdig. «Les bonnes de la Couronne», das waren die Zimmermädchen der Kladeredätsch. Unter Goldenen Kronen trauerten sie dem geräumten Hotel nach. Das Hauptsujet integrierten die Konfetti-stampfer gekonnt. Mit ihren Tönen chüderleten sie clownesque dem Publikum.

«Krone»-Inventar statt Instrumente

Fernwärme spendete die Narrenzunft Honolulu. Diese durfte die 40-jährige Schnitzelbankgruppe Elisi vorne auf dem Zugfahrzeug erfahren. Auf ihre Instrumente verzichtete die Frauengugge Guggetschi notgedrungen: Mit dem Heraustragen des Inventars aus der Krone waren sie mehr als beschäftigt. Dass Fasnacht nicht nur Kultur, sondern auch Kunst ist, bestätigten die Altstadt-Rueche. Mit ihrem Wagen waren sie bereit, den von René Zäch verschmähten kantonalen Kunstpreis entgegen zu nehmen. Seit 25 Jahren polieren die Gassefäger die Gassen. Honolulu ist für sie dank der geplanten Wasserstadt das neue Venedig. Die Gondeln haben sie parat.

Mit ihrem Zunftausflug unterstützte die Mamfi-Guggenmusig die krisengeschädigten Iren, am Umzug als Torreros die Spanier. Im Jahr 13 die Nummer 13 - die Stedtli-Gumslen trotzten diesem Aberglauben mit einer fletschenden Hundefratze. In den Wilden Westen führten die 11i-Schränzer als Dalton-Banditen auch optisch. Eine weitere Variante, den Weissenstein zu erklimmen, präsentierte die Tannenweg-Zunft: Mit Raketen schicken sie die Leute auf den Hausberg!

Auftritt der sportlichen Tambouren

Den Nachwuchsblock führte die Tambourenschule des Tambourenvereins an. Wie der Stammverein kamen sie sportlich als Fussballer. Die Skipiste führten die Zuchler Provinznarren selbst mit. Da liess es sich umso besser dem Après-Ski frönen. Unter zwei grossen Gringen versteckt, dafür auf ihre Instrumente verzichtend, forderten die Sümgaggophoniker keck: «mir wei Fläschehauter». Die Skination Schweiz retteten die Schanzenarren. Ein Ratrac ebnete den Weg zum mittelländischen Skihütten-Gaudi!

Sich selber chüderleten die Guggeschränzer mit ihrem typischen Wackelschritt. Liefen deshalb ihre Gringe grün an? Nach einem Jahr Pause entfachten die Risnagu ihr Narrenfieber neu. Mit Drachenköpfen chüderleten auch sie. Wegen der be-vorstehenden Abschaltung der AKWs chüderlete die Sans-Gêne-Zunft Zuchwil der Sonne. Die Wybeeri-Gugge imponierte mit grossen Flügeln und sanften Farben. Das nennt sich «11en». Die Grashüpfer feierten als grüne Grashüpfer ihr 15-jähriges Bestehen und zeigten ihre Kostüme aus dieser Zeit. Auch «Die Wüude» gondelten durch die Aarestadt. «Eifach angersch» eben - schwarz. Seit 45 Jahren chüderlen die Weihere Schränzer der honolulesischen Fasnacht. Unter ihren hellvioletten Perücken gaben sie den Ton an.

Da gehts um die Wurst

Ihren Riesengrill wird die Weschtstadt-Zunft als Teil der Solothurner Gastkantons-Delegation auch am St. Galler Olma-Umzug zeigen. Die legendären Olmawürste verfeinerten die Zünftler als veritable Senftuben. Gefürchig als Waldgeister kam die Aare-Jätter-Gugge aus dem tschudrigen Wald zum Chüderlen. Einen Spagat an die Copacabana abverlangten die Derendinger Herregäägger. Sie transferierten kurzum den Carneval vom Zuckerhut an die Gestade der Aare. Wieder war der Weissenstein Thema. Die Ambassadonner-Guggemusig trug die auf die Gondeli wartende Bahnschneise auf ihren Köpfen. Die Krone klonten die Hudibras-Chutzen. Die neuen Gebäudehüllenbesitzer Stadt und Kanton nehmen deren Gestaltungsvorschläge sicher gerne entgegen.

Als Hommage an ihr verstorbenes Mitglied Karin Uldry verarbeiteten die Glungge-Hüpfer ihren letztjährigen Blues: «High noon, blue moon». Weil das «umechare» in den Solothurner Gassen ein Genuss ist, feierte die Narrenzunft Nictum ihre zehnte Teilnahme mit einem Jubi-Bus. Das Wahljahr tonal setzten die Chrumm-Durm-Sumpf-Chroniker um. Ihr Chüderlen brachte sie aber eher zum Gähnen als zum Wählen. An zwei langen Seilen zog der Hauptgassleist das jüngste Aareschiff Rousseau durch die Gassen. Damit brachten sie das österreichische Konstrukt nach einem Motorenschaden kurz nach der Jungfernfahrt wieder auf Kurs.

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