Solothurner Kammerorchester
Mit spielerischer Eleganz wurde das Konzertjahr eröffnet

Das Solothurner Kammerorchester führte zu Beginn des Konzertjahres zusammen mit dem Violinvirtuosen Matthias Steiner ein reichhaltiges und vierteiliges Programm auf.

Gundi Klemm
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Das Solothurner Kammerorchester mit Gastviolonist Matthias Steiner überzeugte unter der Leitung von Urs Joseph Flury.hanspeter bärtschi

Das Solothurner Kammerorchester mit Gastviolonist Matthias Steiner überzeugte unter der Leitung von Urs Joseph Flury.hanspeter bärtschi

Hanspeter Baertschi

Hier in der Region gibt es wohl keinen Musikliebhaber, der dem einheimischen Violinvirtuosen, Musikpädagogen und Dirigenten Matthias Steiner nicht schon begegnet ist. Deshalb genoss ein zahlreich erschienenes Publikum sein Gastspiel mit dem Solothurner Kammerorchester (SKO) unter der Leitung von Urs Joseph Flury.

Denn jeder Zuhörende wollte sich an der vierteiligen Programmfolge, aber insbesondere nochmals an den spieltechnischen Raffinessen der Solovioline von Matthias Steiner erfreuen.

Wie er die Spielmöglichkeiten seines Instruments erkundet, war besonders in der Aufführung der drei «Bravour-Variationen im klassischen Stil» – betitelt «Brüder reicht die Hand zum Bunde» – zu hören.

Diese Komposition von Boris Mersson (1921–2013), einem Schweizer russischer Abstammung, widmet sich einem bekannten Mozartthema und wurde von Matthias Steiner 1994 in Zürich uraufgeführt.

Mit Blick auf die gegenwärtig in Osteuropa so schwierige politische Lage wandte sich Steiner an sein Publikum mit der Bitte, sich gedanklich über Grenzen hinweg die Hände zu reichen.

Die anforderungsreiche Komposition, in der die bekannte Melodie immer wieder kurz aufleuchtet, ist getragen von spielerischer Eleganz, gespickt mit technischen Schwierigkeiten, die das Herz des Kenners entzücken.

Wunderbare Episoden

Das abschliessend aufgeführte dreisätzige Konzert für Violine und Orchester D-Dur KV 211 von Wolfgang Amadé Mozart liess die brillante Satztechnik des jungen Meisters erleben.

Die feinfühlige Zusammenarbeit von Solointerpret Steiner mit dem aufmerksam begleitenden SKO gefiel besonders im letzten Satz, dem Rondeau (Allegro), das mit musikalisch reizvollen Episoden mitriss.

Zur Aufführung gelangte mit dem dreisätzigen Konzert für Violine und Orchester B-Dur von Giovanni Battista Pergolesi (1710–1736) eine weitere klangliche Kostbarkeit, die durch ihre italienisch singende Heiterkeit beeindruckte.

Streicher, Fagott und Oboen

Eröffnet wurde das Konzert mit der elfteiligen Orchestersuite C-Dur Nr. 1 BWV 1066 von Johann Sebastian Bach, in dem neben dem Cembalo als Continuoinstrument, die grosse Familie der Streicher, Fagott und vor allem zwei Oboen mit ihrem wie näselnd wirkenden Flötenton auch solistisch zu hören sind.

Am Kompositionsstil der als Unterhaltungsmusik gedachten Suite spürte man, dass sich Bach mit grosser Ouvertüre und folgenden Tanzsätzen in unterschiedlichen Rhythmen vom höfischen Frankreich beeinflussen liess. Das SKO, das in der ersten Violine durch Solist Alexandre Dubach verstärkt wurde, zauberte mit Anmut einer vergangenen Zeit auf die Bühne.

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