Solothurn
Mit Spezialanzug und Atemschutzgerät

Der Einsatz der Stützpunktfeuerwehr bewies einmal mehr deren Vielseitigkeit. Das Publikum konnte eine motivierte und disziplinierte Feuerwehr der Stadt Solothurn im Einsatz beobachten.

Mark A. Herzig
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Kommandant Martin Allemann begrüsst zur Hauptübung.
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Fiktiver Autounfall: Die Hauptübung ist möglichst realistisch angelegt.
Hauptübung der Stützpunktfeuerwehr Solothurn
Der Fahrerin wird eine Hauskrause angezogen.
Viele Zuschauer verfolgen die Übung.
Ein so genanntes Opfer wird an der Hauptübung abtransportiert.
Endzeitstimmung an der Hauptübung

Kommandant Martin Allemann begrüsst zur Hauptübung.

Hanspeter Bärtschi

Auf der Kreuzung Oberhof-/Glutz- Blotzheim-Strasse waren ein Personen- und ein Tanklastwagen zusammengestossen. Im Ersteren waren Personen eingeklemmt, der Tanker hatte eine Havarie des Kessels erlitten. Die Feuerwehr der Stadt Solothurn und der Rettungsdienst des Bürgerspitals treffen auf dem Schadenplatz ein. Soweit die Ausgangslage der Hauptübung, zu der viele Zuschauer erschienen waren, unter ihnen eine ganze Reihe von Mitgliedern des Gemeinderats.

Vielfältiges Aufgabenspektrum

Von den insgesamt 15 Fahrzeugen der städtischen Feuerwehr trafen nach und nach acht auf dem Schadenplatz ein. Da es sozusagen ein «erdgebundenes» Ereignis war, fehlte die spektakuläre Drehleiter mit bis zu 32 Meter Einsatzhöhe. Aus dem vielfältigen Aufgabengebiet der Feuerwehr wurden der Unfalldienst mit Personenrettung und ein Chemiewehreinsatz gezeigt.

Nach der Sicherung des Personenwagens wurden die Insassen mit hydraulischen Geräten (Spreizer und Blechschere) soweit befreit, dass der mit vier Rettungssanitäterinnen und -sanitätern angerückte Rettungsdienst des Bürgerspitals Zugang zu den Verletzten bekam. Kommandant Stellvertreter Gottfried Arnold, der die Übung kommentierte, wies darauf hin, dass man selbst mit dem modernen Gerät schon wieder an Grenzen stösst, denn die Autobauer verwenden neuste (Verbund-)Werkstoffe, die nur schwer zu trennen sind.

Eine weitere Gruppe der Feuerwehrleute sicherte in Spezialanzügen und unter Atemschutz den havarierten Tanklastwagen: Was hatte er geladen? Benzin! Es galt also, wiederum unter grösster Vorsicht – aber doch speditiv – die ausgelaufene Flüssigkeit mit Schaum abzudecken, damit ein Brand oder gar eine Explosion verhindert werden konnte. Zudem wurden Chemie-Sperren ausgelegt und das Tankfahrzeug abgedichtet.

Zupacken und zu allem bereit sein

Diese Hauptübung war als wirkliche Übung angelegt, sie wurde also nicht schon zum Voraus durchgespielt. Dabei bestand aber die Absicht, dem Publikum vorzuführen, womit die Feuerwehr ausgerüstet ist und wie sie mit dem ihr zur Verfügung gestellten Material umgeht. «Die beste Werbung bleibt jedoch der tadellose Ernstfalleinsatz», betonte Feuerwehrkommandant Martin Allemann.

Das Publikum konnte eine motivierte und disziplinierte Feuerwehr der Stadt Solothurn im Einsatz beobachten. Der grösste Teil der rund 80 Korpsangehörigen, etwa zehn Prozent davon sind Frauen, standen im Einsatz. Wenn hier nur Annäherungszahlen genannt werden, so beruht das auf der starken Fluktuation im Personalbestand. «Die jungen Leute sind flexibel in der Wahl ihrer Arbeitsplätze, was ja von der Wirtschaft auch erwartet wird. Für uns und ähnliche Organisationen wird dadurch vorab die Kaderplanung jedoch recht schwierig,» sagte Allemann. Gefragt sind bei der Feuerwehr teamfähige Männer und Frauen mit praktischem Geschick, die zupacken können und wollen nach dem Motto: «Jederzeit zu allem bereit.»

Die Solothurner Hauptübung mitzubeobachten waren ebenfalls die Feuerwehren aus den umliegenden Dörfern sowie der Städte Grenchen und Olten eingeladen. Für ein Grossereignis gilt auch bei der Feuerwehr: KKK – in Krisen Köpfe kennen. Zum Schluss dankte Stadtpräsident Kurt Fluri der Feuerwehr für ihren Einsatz bei Übungen wie im Ernstfall. «Wir haben grosses Vertrauen und wissen den sorgfältigen Umgang mit den Mitteln zu schätzen. So können Rücklagen gebildet werden, welche grössere Neubeschaffungen ermöglichen.»