Altes Spital
Mit scharfem Auge das Subtile einfangen

Die neue Gastkünstlerin im Künstleratelier heisst Anne Gathmann und stammt aus Berlin. Raum und Licht sind wichtige Elemente in ihrem künstlerischen Schaffen.

Katharina Arni-Howald
Drucken
Teilen
Anne Gathmann nimmt Raum und Licht in den Fokus.

Anne Gathmann nimmt Raum und Licht in den Fokus.

Hanspeter Bärtschi

Die Sonne, die auf ein schmutziges Fenster trifft, eine stille Ecke, der niemand Beachtung schenkt oder ein Schatten, der ein Dreieck an die Wand wirft – das sind Dinge, die Anne Gathmann mit all ihren Sinnen wahrnimmt. Ihre eigenwilligen Installationen leben von räumlichen Strukturen und deren Licht- und Schattenverhältnissen. Sie reagiert in ihren künstlerischen Arbeiten auf die Wechselwirkungen der Umgebung und nutzt dazu örtliche Details, die nicht dazu gedacht waren, dass man sie als Objekte wahrnimmt.

Solothurn gilt es zu entdecken

Um ihren Beobachtungen ein Gesicht zu geben, greift sie zu Materialien wie Holz, Glas, Gips, Papier und Folien und ab und zu auch zum Bleistift und zu Acrylfarben. Durch Letzteres wird sie auch zur Malerin, die den Pinsel zum gleichen Zweck einsetzt. «Mein Ziel ist es, Innen- und Aussenräume zueinander in Beziehung zu setzen», sagt die 29-jährige Berlinerin, die das Künstleratelier im Alten Spital voraussichtlich bis Ende Februar bewohnen wird.

Gathmann ist im Besitz eines Diploms der Universität der Künste Berlin in visueller Kommunikation und kann auf verschiedene Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zurückblicken. In ihrer Arbeit bestätigt wurde sie durch etliche Preise und Stipendien. Erwähnung fand ihr Schaffen auch in zahlreichen Publikationen. Die Schweiz ist für sie kein unbekanntes Land, Solothurn dagegen gilt es aber noch zu entdecken.

Bei ersten Rundgängen ist sie auf den Solothurner Stein aufmerksam geworden. «Ich möchte mir gerne einen Steinbruch ansehen und werde auch das Steinmuseum in Solothurn besuchen», sagt sie. Nebst der Arbeit an einem bereits begonnenen Projekt hat es genügend Platz, sich auf hiesige Beobachtungen und Wahrnehmungen einzulassen und sich von der im Gegensatz zu Berlin «etwas anderen Gegend» inspirieren zu lassen.

Anne Gathmann sagts und schaut hinunter auf die direkt unter ihrem Atelier gemächlich dahinfliessenden Aare und den Schnee, der sich gegenüber ihres neuen Wohnorts in riesigen Walmen auftürmt. Eine herrliche Kulisse, geschaffen für eine Installation, die den Aussen- und Innenraum miteinander verbindet und Stimmungen aufnimmt, die die erfahrene Künstlerin auf ihre ganz eigene Art verarbeiten kann. Jedenfalls darf man gespannt sein, was Anne Gathmann am Ende ihres Stipendiums in Solothurn bei der Finissage präsentieren wird.

Aktuelle Nachrichten