«Ich fühle mich als Solothurner, haben doch meine in Solothurn verbrachten Teenagerjahre mich nachhaltig geprägt. Jetzt komme ich alljährlich an die Filmtage oder aus familiären Gründen nach Solothurn», sagt Filmproduzent Max Karli.

Er erscheint mit strahlendem Gesicht zu unserem Gespräch, denn unmittelbar vorher hat er erfahren, dass sein Film «Ma Vie de Courgette» in Frankreich für drei Césars, die französischen Filmpreise, nominiert worden ist. Kurz nach den Filmtagen wird Max Karli wieder für eine Woche nach Los Angeles fliegen, denn «Ma Vie de Courgette» ist bekanntlich auch für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert.

Ma vie de Courgette - Trailer (Mein Leben als Zucchini, CH, F, 2016)

Ma vie de Courgette - Trailer (Mein Leben als Zucchini, CH, F, 2016)

Nach dem Besuch der Filmschule in New York lebte Max Karli ein Jahr in Barcelona, bevor er wieder in die Schweiz zurückkehrte. Vor dreizehn Jahren gründete er in Genf eine Produktionsfirma, welche er mit seiner Frau, Pauline Gygax, führt. Mit der Produktion von «Ma Vie de Courgette» ist ihm nun ein grosser Erfolg gelungen. Bisher hatte Karli keinen Animationsfilm produziert. Er ist mit Robert Boner befreundet, welcher altershalber seine Filmproduktion einstellte, aber bereits mit Regisseur Claude Barras im Gespräch für diesen Film war.

Boner führte schliesslich Karli und Barras zusammen und nach einigem Bedenken entschloss sich Karli, den Film zu produzieren. Zuerst musste sich Karli einen französischen Koproduzenten suchen, um die sechs Jahre dauernde Entstehung dieses Animationsfilmes sicherzustellen. Karli arbeitet immer wieder mit französischen oder belgischen Koproduzenten zusammen. Wichtig ist ihm dabei nicht nur der finanzielle Aspekt, sondern die Partner müssen auch die zu produzierenden Filme lieben.

Das «Locarno des Winters»

Ausser um seinen Film zu präsentieren, nutzt Karli die Filmtage fürs Networking, so bezeichnet er denn Solothurn als das «Locarno des Winters». Es gebe zweimal im Jahr Gelegenheit, sich innerhalb der Branche auszutauschen. Zwei neue Projekte sind in der Pipeline, nämlich die neuen Spielfilme von Lionel Baier und Bettina Oberli. Karli hat bereits die früheren Filme von Baier produziert, während Bettina Oberli nun neu dazugestossen ist. Da Karli viele Termine wahrzunehmen hatte, dauerte unser Gespräch relativ kurz. Immerhin hat er während dieser Zeit sein Handy abgeschaltet.

Bevor er weiter musste, noch eine letzte Frage: «Deine Produktionsfirma heisst RITAfilm. Hat das was mit dem Frauennamen Rita zu tun?» «Meine Frau heisst bekanntlich Pauline. Aber die heilige Rita ist die Schutzpatronin für Unmögliches. Daher der Name.»

Nun können wir also nur hoffen, dass ihm die Schutzpatronin auch bei den kommenden Verleihungen des Oscars, des Césars und des Quartz beisteht.

«Ma Vie de Courgette» läuft noch heute Mittwoch um 14.30 und 18.15 Uhr im Kino im Uferbau