Wahlkampf

Mit Glace, Schöggeli und Bier: Vier Parteien werben an der HESO um Stimmen

Die SVP lockt an ihrem Stand an der HESO nicht mit Kulinarischem, sondern mit Parolen.

Die vier grossen Parteien – SVP, SP, FDP und CVP – sind an der HESO jeweils mit einem Stand vertreten. Dort werben sie, alle auf ihre Weise, um Stimmen für die anstehenden Wahlen. Gleichzeitig sammeln sie Unterschriften für Initiativen – alle bis auf die FDP.

«Wollen Sie auch weniger Steuern zahlen?» Die Worte von Nationalratskandidatin Silvia Stöckli erzielen ihre Wirkung. Die drei jungen Menschen, die dabei waren, am Stand der SVP an der HESO vorbeizuschlendern, bleiben stehen und kommen mit Stöckli ins Gespräch. Sie sind nicht die Einzigen. Eine ganze Traube von Menschen hat sich vor dem Stand der Schweizerischen Volkspartei versammelt und diskutiert mit Stöckli. Die beiden Frauen sammeln Unterschriften für zwei kantonale Volksinitiativen. Im Hintergrund flimmern Bilder weiterer Kandidaten über einen Bildschirm. Parolen, aufgedruckt auf gelbe Schildchen, hängen an den Wänden.

Die SVP ist eine von vier Parteien, die an der HESO mit einem Stand Werbung in eigener Sache macht. Auch SP, CVP und FDP sind vertreten. Dass Wahlen anstehen, ist überall zu sehen. Porträts der Kandidaten hängen an den Wänden, Werbeartikel werden verteilt, viele Kandidaten sind selber vor Ort und verteilen Flyer.

Gleiche Regeln für Parteien wie für andere Aussteller

Neben der SVP hat die FDP ihren Stand. Hier geht es etwas gemächlicher zu und her. Der Stand kommt als Beiz daher: «Zum Freisinn». Ein Stammtisch ist aufgestellt, mit Snacks darauf, an der Wand hängt ein Jassteppich, Bier wird ausgeschenkt, Kaffeebecher und Schöggeli werden verteilt. Man gibt sich betont ungezwungen. «Bei uns stehen keine Unterschriftensammlungen oder Botschaften im Vordergrund, sondern die Menschen und ihre Anliegen», sagt Parteisekretärin Franziska Hochstrasser. Doch auch hier sind die Wahlen sichtbar: An der Wand hängen Porträts der Kandidaten, Flyer liegen herum.

Mit einem Stammtisch locken die Freisinnigen.

   

Die vier präsenten Parteien haben ihre Stände direkt nebeneinander. HESO-OK-Chef Urs Unterlerchner erklärt: «Wie bei allen anderen Ausstellern auch, versuchen wir, die politischen Parteien gleich zu behandeln.» Deshalb habe man sie nebeneinander platziert. Auch sonst gelten für Parteien dieselben Auflagen wie für andere Aussteller: Normale Standgebühren, sämtliche Nebenkosten müssen selber übernommen werden. Für das Unterschriften-Sammeln gibt es allerdings eine Einschränkung: Dies darf nicht im Gang, sondern nur im Stand selber geschehen. Und noch einen weiteren Umstand betont Unterlerchner: «Andere Parteien haben sich nicht um einen Stand beworben. Entweder erhalten alle Interessenten aus diesem Bereich einen Platz oder keiner.» Es gelte das höchste Handlungsprinzip der HESO: Gleichbehandlung aller Aussteller.

Dutzende Freiwillige sind im Einsatz

Neben der blau-weissen FDP Beiz sticht der orangene Stand der CVP ins Auge. Auch hier versucht man, die Leute kulinarisch anzulocken, nämlich mit einem Glace-Stand. Dieser, wie auch die Glacen, kommen praktischerweise ebenfalls in den Parteifarben daher: es gibt Aprikosensorbet. Die CVP ist zum ersten Mal mit einem Stand an der HESO präsent.

Die CVP versucht ihr Glück mit einem Glacestand.

   

Parteisekretär Glenn Steiger erklärt: «Es gehört mittlerweile fast dazu, dass man als Partei an die HESO geht.» Man könne nicht aussen vor bleiben. Da die Partei zum ersten Mal mit dabei ist, stehe man bei der Organisation vor einer ganz besonderen Herausforderung. Dazu kommt, dass die CVP, im Gegensatz zur FDP oder SP, kein Vollzeitsekretariat hat, betont Steiger: «Deshalb sind wir noch mehr auf die Freiwilligen-Arbeit unserer Mitglieder angewiesen.» So ist dann bei unserem Besuch gerade Parteipräsidentin Sandra Kolly vor Ort, spricht die Leute an. Denn wie auch die SVP sammelt die CVP Unterschriften für eine Volksinitiative, allerdings für ein nationales Anliegen.

«Grosser, aber überschaubarer Aufwand»

Grundsätzlich funktionieren alle Stände nur dank viel ehrenamtlichen Engagement. Bei allen Parteien helfen Dutzende Freiwillige. Das sind Kandidaten für die anstehenden Wahlen, die die Gelegenheit nutzen können, um sich zu präsentieren. Weiter sind es gewählte Volksvertreter, auf Kantons- wie auch Gemeindeebene. Aber auch Leute aus den Geschäftsleitungen der Parteien und andere Parteimitglieder helfen mit. Der Aufwand würde sich allemal lohnen, betonen unisono sämtliche Parteien. Überall schätze man den persönlichen Kontakt und die Gespräche mit den Menschen.

Neben der CVP hat schliesslich noch die SP ihren Stand. Knallig rote Ballons vor knallig roten Wänden. «Die Ballons gehen bei Kindern weg wie warme Weggli», freut sich Parteisekretär Niklaus Wepfer. Er ist die ganze HESO über am Stand anwesend. «Der Aufwand ist schon gross», sagt Wepfer, «aber überschaubar.» Doch gerade am Wochenende sei der Andrang der Leute gewaltig gewesen. Die SP ist bereits zum vierten Mal mit dabei, das mache das Ganze etwas einfacher. Auch bei den Genossen werden Unterschriften für eine Initiative gesammelt, auch bei ihnen hängen Porträts ihrer Kandidaten.

Die SP setzt auf knallige Farben und verteilt Getränke.

   

Die prominenteste der abwesenden Parteien sind die Grünen. Geschäftsführerin Xenia Hediger erklärt: «Da unser Budget kleiner ist als dasjenige anderer Parteien, mussten wir Prioritäten setzen.» Man habe sich dafür entschieden, auf Plakate zu setzen, und habe dafür auf einen Auftritt an der HESO verzichtet.

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