Was haben ein schnittiger Lotus Prototyp 2012 und ein Peugeot Baujahr 1998, der schon ein wenig in die Knie gegangen ist, gemeinsam? Sie nehmen an der Wave 2012, der World Advanced Vehicle Expedition, teil, die am Samstag mit ihren Elektrofahrzeugen auf ihren 2674 Kilometern durch fünf Länder Halt in Solothurn auf dem Dornacherplatz gemacht hat.

Und es war alles zu sehen, das sich mit einem Elektromotor sinnvoll durch die Strassen bewegen lässt. Von den brandneuen Serienmodellen von Nissan und Renault über dreirädrige Vehikel bis zu Motorrädern, die beim Parken automatisch seitliche Stützen ausfahren. Neben schnittigen Sportstern standen 15-jährige Kleinwagen, die aussahen, als würden sie bald auf dem Abbruch landen.

«Ich fahre jetzt zum ersten Mal ein Elektroauto», beschrieb Peter Kengelbacher seine Erlebnisse mit dem serienmässigen Renault an der «Wave». «Ich liebe die gleichmässige Beschleunigung und die ruhige Fahrt, und es ist viel angenehmer, als mit einem normalen Auto zu fahren. Der einzige Nachteil ist heute wirklich nur noch die Reichweite.» Der Renault schafft mit einer vollen Ladung Strom, die etwa 4 Franken kostet, zwischen 140 bis 160 Kilometern.

«Wäre John Lennon noch am Leben, würde er ein elektrisches Auto fahren», heisst es auf der Motorhaube des Peugeots 105 mit Design aus dem letzten Jahrtausend. «Das täuscht nicht, mein Auto ist wirklich 15 Jahre alt», erzählt Jaromír Vagr. «Davon wurden damals 10000 Stück so gebaut, weil es in Kalifornien für kurze Zeit ein Gesetz gab, das alle Autobauer verpflichtete, auch Elektrofahrzeuge zu verkaufen.» Der pensionierte Tscheche lamentiert, dass damals die Entwicklung wieder abgebrochen wurde. Er habe nur die Hinterbank ausgebaut und zusätzliche Batterien eingebaut. «Jetzt fahre ich damit 500 Kilometer an einem Stück, ohne aufzuladen. Alles andere ist original», verspricht er, «das ist das beste Elektroauto, das je gebaut wurde.»

Ein wenig eitel

Beim anderen Ende der Design-Skala ist der schnittige Lotus einzuordnen. Die Ingenieure der ETH – 22 haben ihre Diplomarbeit über das Auto geschrieben – nutzten nur das Chassis, um einen Prototypen zu bauen, mit dem man auch vor einer Disco zum Angeben hin und her fahren könnte. Denn eines haben die Liebhaber von Elektroautos gemein mit den nach Benzin riechenden Autofreaks: Alle sind sie ein wenig eitel und schneiden gerne auf.

Aber sie schrauben sich keine nutzlosen Spoiler an die Carrosserie, um mehr zu scheinen, als sie sind. Einer klappt dafür auf dem Dornacherplatz ein Solarpanel auf, und beginnt mit dem Laden – seines Handys, wie er beim Nachfragen zugibt. Ein anderer hat sich ein Solarpanel aufs Dach malen lassen, das täuschend echt aussieht.