Theater Biel Solothurn
Mit einem schönen Mix und einer Hommage an Peter Bichsel in die nächste Saison

Einen schönen Mix aus Hits, Neuheiten und Raritäten präsentiert das Theater Biel Solothurn in seiner nächsten Saison. Es ist die letzte im alten Solothurner Haus und für Direktor Beat Wyrsch und die erste der neuen Stiftung Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS).

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Das Theater Biel Solothurn geht mit einem schönen Mix aus Erfolgs- und Fundstücken in die letzte Saison im alten Haus.

Das Theater Biel Solothurn geht mit einem schönen Mix aus Erfolgs- und Fundstücken in die letzte Saison im alten Haus.

Wolfgang Wagmann

Sowohl im Schauspiel wie im Musiktheater kündigte Wyrsch am Donnerstag vor den Medien eine Uraufführung an: Im Schauspiel ist sie dem Solothurner Schillerpreisträger Peter Bichsel gewidmet. Regisseurin Deborah Epstein hat aus Texten von ihm das Stück «Mit wem soll ich jetzt schweigen?» kreiert.

Im Musiktheater sind es die Kleinen, die in den Genuss einer Neuheit kommen. Für sie ist Engelbert Humperdincks «Hänsel und Gretel» wieder zu der kindgerechten Form zurückbuchstabiert worden, die der Komponist ursprünglich beabsichtigt hatte.

«Barbaren» als Schweizer Erstaufführung

Auch punkto Raritäten haben beide Sparten etwas zu bieten: Im Schauspiel erlebt Maxim Gorkis 1906 uraufgeführte Farce «Barbaren» ihre Schweizer Erstaufführung; es geht um den Einbruch der Moderne in den festgefahrenen Provinz-Alltag.

Im Musiktheater haben die Verantwortlichen die Opera buffa «La Cecchina ossia la buona Figliuola» von Niccolò Piccinni aus dem Jahr 1760 ausgegraben - in ihrer Zeit in ganz Europa ein grosser Erfolg.

Präsumptive Kassenschlager

Garantierte Erfolge auf dem Musiktheater-Programm sind Mozarts «Idomeneo», Tschaikowskys «Eugen Onegin» - eine Grossproduktion, die laut Verantwortlichen «den Rahmen unserer Bühne beinahe sprengt» - und Verdis «Rigoletto». Lehárs «Das Land des Lächelns» lässt das Jahr traditionell etwas leichter ausklingen.

Mit «Der Gott des Gemetzels» (2006) von Yasmina Reza und «Der nackte Wahnsinn» (1986) von Michael Frayn präsentiert das Theater zwei Bühnenhits, die beide auch verfilmt wurden.

Ebenfalls ein Kassenschlager - unter anderem am Broadway - ist Stephen Temperleys «Souvenir» (2005), das in Solothurn zur Schweizer Erstaufführung gebracht wird. Es ist im Untertitel «Eine Phantasie über das Leben von Florence Foster Jenkins», einer Sängerin, die erfolgreich war, obwohl sie nicht singen konnte. Der Legende nach starb sie aus Gram über vernichtende Kritiken.

Weitere Schauspielpremieren sind Schillers «Don Carlos» und «Fräulein Julie» anlässlich von August Strindbergs 100. Todestag

Blick zurück mit Behagen

Auch rückwärts blickt das Theater mit Behagen: Die Abonnentenzahlen sind weiter gestiegen, von 1881 auf 2006. Die Gesamtbesucherzahl ist zwar zurückgegangen, aber da weniger Vorstellungen gegeben wurden, blieb sich die Auslastung im Musiktheater praktisch gleich bei etwa 75 Prozent.

Im Schauspiel stieg sie sogar, in Biel auf 76, in Solothurn auf 66 Prozent. Insgesamt kletterte die Auslastung des Theaters Biel/ Solothurn in den letzten vier Jahren um fast 20 Prozent in die Höhe. Die Billetpreise werden dennoch leicht erhöht, wie an der Spielplan- Konferenz gesagt wurde; das Haus ist aber immer noch das Stadttheater mit den günstigsten Eintrittspreisen.

Die Spielzeit 2012/2013 endet mit einem rauschenden Fest, wie Schauspieldirektorin Katharina Rupp am Donnerstag versprach. Gefeiert wird, dass einerseits dank dem Zusammenschluss zum TOBS die Finanzierung gesichert ist und andererseits dank dem Wohlwollen des Stimmvolkes das marode Solothurner Gebäude saniert werden kann. Die Spielzeit 2013/14 wird auf provisorischen Bühnen stattfinden.

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