Bensch, Dein letztes Album kam 2008 raus. Wieso hat es so lange gedauert bis zum neuen?

Bensch: Ich habe 2007 und ’08 innert kürzester Zeit zwei Alben veröffentlicht und innerhalb eines Jahres fast 50 Konzerte gegeben. Daneben habe ich 80 Prozent als Lehrer gearbeitet. Ich brauchte danach etwas Luft und Zeit für neue Ideen. Ausserdem wollte ich mit Live-Musikern zusammenarbeiten, statt, wie bei den Vorgängern, mit Produzenten, die Samples für meine Songs machen. Also haben wir uns alle zusammengesetzt und am Soundkleid des neuen Albums getüftelt.

Du hast mit Ritschi und Dülü Dubach, aber auch einer ganzen Reihe anderer Musiker zusammengearbeitet. Wie ist das gelaufen?

Gut. Es ist halt einfach zeitaufwendiger, aber es waren alles sehr angenehme Leute (lacht).

Dass dabei jeder seine Ideen eingebracht hat, hört man den Liedern an. Die Songs mit Gitarrist Christian Fluri sind beispielsweise auffallend rockig.

Ja, das ist so. Ich habe früher viel mehr Rap gehört. Mittlerweile interessiere ich mich für alle möglichen Musikstile. Früher hätte ich nicht den Mut gehabt, etwa mit Ritschi einen Song zu machen, weil das nicht genug nach Rap geklungen hätte. Jetzt finde ich, ist es sehr gut rausgekommen.

Hast Du den Musikern Vorgaben gemacht, wie ein Song klingen soll?

Nein. Also im Prinzip habe ich das Album zusammen mit dem Schlagzeuger Tobee Knuchel gemacht. Wir sind zusammen monatelang im Studio gesessen. Die Musiker haben aber alle ihre Einflüsse eingebracht. Wir haben absichtlich Leute aus anderen Musikrichtungen geholt. Wir wollten kein herkömmliches Rap-Album, sondern etwas anderes schaffen.

Auf «Hey Du» rappst Du, dass man älter wird und bei manchen Dingen vielleicht genauer hinschaut. Wie sehr hast Du Dich verändert?

Beim letzten Album war ich 30 Jahre alt. Es sind fünf Jahre vergangen, in denen ich gereift bin. Die Jahre sind sicher nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Früher hatte ich viel mehr typische Rap-Einflüsse in meinen Texten. Ich habe also übers Rappen und über Partys gerappt. Auf «Eigentlech okay» wollte ich von diesen Klischees weg – einfach Lieder machen. Das war sicher eine wichtige Veränderung. Ich rappe nicht mehr darüber, wie gut ich rappen kann. Das entscheiden letztlich sowieso die Fans.

Bei «Heb Di fescht» sagst Du, dass man in der schnelllebigen Zeit nicht zur Ruhe kommt, der Glaube an die Beständigkeit liege nicht drin. Das klingt etwas pessimistisch.

Es gibt nur noch wenige Dinge, die beständig sind. Im Internetzeitalter gibt es immer mehr Produkte, aber vieles ist auch wieder schnell vorbei. Das hat Vor- und Nachteile. Man hat auch die Medien ständig um sich herum. Ich hatte lange keine E-Mail-Adresse, heute checke ich meine Mails zwanzigmal am Tag. Wenn ich meiner 5. Primarschulklasse erzähle, dass ich mit 21 Jahren noch kein Handy hatte, schauen die mich komplett ungläubig an.

Bei «Heiwäg zu Dir» hast Du Dich von AC/DC inspirieren lassen. Der Song ist eher untypisch für ein Rap-Album. Wie kam es dazu?

Tobee und ich hatten die Idee, einen Song zu covern. Im Rap ist es ja oft so, dass Songs gesampelt und zusammengeschnitten werden. Aber da wir mit Live-Musikern gearbeitet haben, wollten wir ein richtiges Cover machen. Wir kamen auf «Highway To Hell» und dachten: Wenn man schon so ein bekanntes Lied nimmt, muss es wirklich etwas total anderes sein. Daher spielt nun Dülü auf dem Akkordeon das berühmte Gitarrenriff. Das ist der Song, bei dem alle Leute reagieren, wenn sie in die CD rein hören. Das finde ich sehr spannend.

Plattentaufe: 2. November im Kofmehl.