Mit der Schliessung der offenen Anstalt Schöngrün auf Ende Jahr wird auch der Bereich Gartenbau aufgelöst. «Die Strafanstalt hat uns vor einiger Zeit angefragt, ob wir Interesse hätten, diesen Bereich zu übernehmen», freute sich Präsidentin Christine Bigolin an der Generalversammlung der Perspektive Region Solothurn-Grenchen.

Mit der Übernahme auf den 1. Januar 2015 könne die Perspektive inskünftig nicht nur auf wichtige Arbeitgeber wie das Bürgerspital Solothurn, das Schloss Waldegg und das Hochbauamt zählen, sondern auch zwei erfahrene Gartenfachleute in ihren Betrieb integrieren.

«Wir planen ein Niedriglohnprojekt, das in der Startphase sechs Klientinnen und Klienten einen festen Arbeitsplatz bietet», zeigte sich auch Geschäftsleiterin Karin Stoop erfreut. Obwohl die Klienten immer schwächer und weniger leistungsfähig würden, gebe es durchaus solche, die aufgrund ihrer Lebenssituation solche Aufträge durchführen könnten. Das «Zentrum» dieses neuen Bereichs wird allerdings nicht an der Weissensteinstrasse, sondern im Bürgerspital angesiedelt.

Und weitere Perspektiven

Dieser erfreuliche Zuwachs ist jedoch nicht das Einzige, was den Vorstand und die Geschäftsleitung der Perspektive zurzeit beschäftigt. Geplant ist auch eine Erweiterung im Bereich Prävention und Früherfassung.

«Wir werden neu ein Beratungsangebot für Kinder von suchterkrankten Eltern schaffen», fasste Bigolin zusammen. «Oft werden die Kinder aus solchen Familien vergessen, obwohl sie die verletzlichsten Mitglieder des Systems sind.» Viele Kinder übernähmen eine grosse Verantwortung und würden sich als Erwachsene nicht mehr von den traumatisierenden Erlebnissen erholen.

Problemfeld Glücksspiel

Je länger, je mehr muss sich die Perspektive auch mit der Glücksspielsucht ihrer Klientel beschäftigen. Zusammen mit verschiedenen Fachstellen wurde beschlossen, damit in die Öffentlichkeit zu gehen. «Wir werden unseren diesjähriger HESO-Auftritt diesem Thema widmen», gab Karin Stoop bekannt.

Nebst der Schulsozialarbeit werden vermehrt auch die älteren, suchtkranken Menschen in den Vordergrund rücken. Die in der Gesellschaft feststellbare Tendenz zum Älterwerden mache auch vor der Perspektive nicht Halt, gab Christine Bigolin zu bedenken.

Im Bereich Wohnen würden deshalb vermehrt gesundheitlich beeinträchtigte und pflegebedürftige Menschen betreut. Das Ziel sei, in Zukunft mit der Spitex zusammenzuarbeiten und die Wohnmöglichkeiten auszubauen.

Die stabile Auftragssituation und die gute Beschäftigungslage, von der auch die Klienten profitieren, schlägt sich nebst der erfolgreichen Schulsozialarbeit auch in der positiven Jahresrechnung nieder.

«Im Einnahmebereich wurden die Vorhersagen mit ungefähr 150 000 Franken überschritten und die Ausgaben liegen mit 100 000 Franken unter dem Budget», liess Finanzchef Sylvain Gyger die zahlreich erschienenen Gemeindevertreter wissen.

Auch sei es möglich gewesen, für kommende Projekte Rückstellungen im Betrag von 150 000 Franken zu machen. Angesichts eines erfreulichen Gewinns von 215 000 Franken könne man sagen: «Es geht uns nicht schlecht, aber wir sind auch noch nicht auf Rosen gebettet.» Dies untermauerte auch Bigolin mit der Aussage: «Es gibt keinen Grund zum Jammern.»

Neu in den Vorstand gewählt wurde Rudolf von Rohr (Bellach). Auf Sylvain Gyger folgt Carlos Vidal.