Kulturfabrik Kofmehl
Mit der Fan-Gemeinde gefeiert

Die Sängerin Tanja Baumberger und die Band «fe-mail» beehrten die Kulturfabrik Kopfmehl. Gefeiert wurde in vorweihnachtlicher «Verpackung» das 10-jährige Bestehen.

Gundi Klemm
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Solothurner Zeitung

Man hört ihr gerne zu. Tanja Baumbergers Stimme verfügt über alle Eigenschaften, die man sich bei dieser Bühnenschau in der Kulturfabrik Kofmehl nur wünschen möchte. Sie ist klar, stets tonrein und voller Dynamik. Ob in Pop-Hits oder in lyrischen Passagen: Ihr Vortragsstil besitzt Ausdruck und Ausstrahlung. Davon liessen sich ihre vielen, zur Premiere ihres neuen Programms «Jauchzet, frohlocket!» angereisten Fans begeistern. Etliche ihrer Songs wie etwa das erstmals in der Übersetzung von Regisseur Thomas Dietrich deutsch gesungene «Mama» (Bohemian Rhapsodie von Freddy Mercury) erhielten kräftigen Beifall und verbal die Anerkennung «Super» von einem hingerissenen Zuhörer.

An diesem Erfolg waren natürlich die vier Instrumentalisten der Gruppe «fe-mail»: Martin Zangerl (Keyboard), Peter Wälti (Gitarre), David Jegge (E-Bass) und Daniel Lüthi (Schlagzeug) beteiligt. Bei dieser Komposition, die Verehrer der unvergessenen Musikgruppe Queen noch im Ohr haben, gelangen Motivreichtum, Rhythmuswechsel wie auch die Begleitung der Singstimme beeindruckend. Da bei der ersten Darbietung dieses Stücks kurzzeitig das Mikrofon ausfiel, servierten die fünf Musiker es nochmals als Zugabe. Auch bei den beiden Eigenkompositionen und den weiteren Titelsongs, die sich mehrheitlich thematisch an «Weihnachten/Christmas» orientierten, gefiel die abwechslungsreich und effektvoll gewählte Arrangierung mitsamt Licht- und Tontechnik.

Zehn Jahre «fe-mail» gefeiert

Dieses Programm, für das Tanja Baumberger die Idee lieferte, will in vorweihnachtlicher «Verpackung» das 10-jährige «fe-mail»-Bestehen im elften Jahr der Gemeinsamkeit feiern. Mit Engelsflügeln, die ihre weiss gewandeten Mitglieder tragen, wird das Publikum an adventliche Stimmung erinnert. Zudem liest Tanja Baumberger mit angenehmer Sprechstimme heitere, etwas surreale Weihnachtsgedichte und -geschichten vor. Darin ist kurz Heinz Erhardt zu Gast mit «Wenn es in der Welt dezembert ...» und Loriot mit dem makabren Bericht «Im Forsthaus», in dem die Försterin ihren Ehemann kurzerhand zur Strecke bringt und sein kundig zerlegtes Fleisch als milde Gabe verschenkt. Spannend gelingt der Vortrag einer Weihnachtsgeschichte von Robert Gernhardt, die mit verteilten Rollen (Baumberger, Zangerl, Jegge, Wälti), teilweise in hiesige Mundart übertragen, fesselt. Humorvoll lässt sich erleben, was passiert, wenn man sich für seinen Nachwuchs einen Weihnachtsmann mietet, der mit ungebetener Verstärkung anrückt und sich einnistet.

Fast etwas zu viel Musik

Indes liess die eher zufällige Programmfolge die logische Geschlossenheit von Text- und Musikteilen leider etwas vermissen. Den «roten Faden» ihres Bühnenauftritts hätte Tanja Baumberger durch moderierende Worte herstellen können. Zu gern hätte das Publikum nämlich gewusst, welche Bedeutung dieses Chanson oder jene Ballade jetzt und an dieser Stelle hatte. Für einen dann sicher «überspringenden Funken» könnte man auf die musikalische Überfrachtung des Abends mit über 20 Liedern verzichten.

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