Solothurn

Mit dem Domchor in der Kathedrale singen

Jeweils mittwochs probt die engagierte Chorschar.

Jeweils mittwochs probt die engagierte Chorschar.

Der Domchor St. Urs lanciert ein Mitsing-Projekt für Mozarts Krönungsmesse.

Kirchenchöre sind keineswegs verstaubt, sondern halten mit der Moderne Schritt. Auch der Domchor St. Urs, dessen Mitglieder die Freude am Singen verbindet und sie mittwochs zum Proben zusammenführt. Im 2020 geht die Chorgemeinschaft neue Wege und lanciert das Mitsing-Projekt, um gemeinsam mit Gastsängerinnen und Gastsängern für Ostern Mozarts «Krönungsmesse» zu erarbeiten und in der St. Ursen-Kathedrale aufzuführen.

«Ein berühmtes Werk zum Mitmachen», schwärmt Domkapellmeister Konstantin Keiser und betont, der Domchor widme sich nicht ausschliesslich der Kirchenmusik, sondern singe auch Populäres von der Renaissance bis zu Zeitgenössischem. «Neu hinzukommende Projektsänger können mit der Mozart-Messe ein bisschen Chorluft schnuppern und mit uns ein tolles Werk einstudieren», ergänzt Daniel Lisibach, Präsident des Domchors und Sänger aus Leidenschaft. «Singen hält jung, trainiert das Gedächtnis und die Lungen, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhang.» Gerne blicken die beiden auf die Weihnachtsmesse zurück, in der sie mit Ferdinand Schuberts «Hirtenmesse» glänzten. «Musik von Franz Schuberts Bruder, die weitgehend unbekannt geblieben ist», fügt Konstantin Keiser an. Neben der Romantik (Gounods Messe brève) werden im 2020 mit der «Missa festiva» von Christopher Tambling, Carl Rüttis «Bruder Klaus Messe» und Arvo Pärts «Te Deum» auch moderne Kompositionen gesungen.

Keiser leitet den Domchor St. Urs seit nunmehr 22 Jahren, brennt noch immer für die Kirchenmusik. «Aber nicht nur», lächelt er. Er dirigiert verschiedene Chöre, seit 1999 auch den Kammerchor Solothurn.

Stolz auf die beiden Männer-Register

Der Domchor ist wie die meisten Chöre als Verein konzipiert. «Im Gegensatz zu anderen Chorgemeinschaften zahlen wir keine Mitgliederbeiträge, sondern finanzieren uns über Beiträge der Kirchgemeinde und Spenden», freut sich Daniel Lisibach und hofft, neben dem Musik-Programm auch damit einen Anreiz zum Mitsingen zu schaffen. Überhaupt ist der Domchor gut aufgestellt. Beklagen viele gemischte Chöre das Fehlen von Männerstimmen, darf dieser Kirchenchor stolz auf das Tenor- und Bassregister blicken. Auch die Reihen der Soprane und Altistinnen sind gut disponiert.

«Das in den letzten Jahren wiedergefundene harmonische Miteinander plus qualitativ gute Stimmen erlaubt vieles zu realisieren, manchmal auch fast Unmögliches», ist Lisibach überzeugt. Zuerst werde nämlich probiert und erst danach diskutiert, schiebt er nach. Konstantin Keisers Credo, alle Generationen abzuholen und auch neue Werke ins Repertoire aufzunehmen, kommt der Kultur des Laienchors entgegen. Mit dem Vorurteil, Chormitglieder müssten jeden Sonntag den Gottesdienst besuchen, wird ebenfalls aufgeräumt. Daniel Lisibach: «Natürlich sind Hochfeste wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten und der St. Ursentag Pflichttermine. Wir führen in der Regel drei Orchestermessen pro Jahr auf.

Doch erwartet niemand, dass Chorsänger ständig in der Kirche präsent sind. Jede und jeder kann sich so viel einbringen, wie es ihm entspricht.» Selbst die Konfession muss nicht zwingend katholisch sein. «Bei uns sind Musikliebhaber willkommen, die Noten lesen können, Stimme besitzen und gerne singen», unterstreicht er. Und für das Mitsing-Projekt alle, die Mozarts Krönungsmesse lieben und gerne erarbeiten möchten, ohne sich fest verpflichten zu müssen.


Anmeldungen für das Mitsing-Projekt: 079 427 85 63, praesident@domchor-solothurn.ch

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