Neues Buch

Mit dem «Baseltor» und der «Couronne» ist Solothurn würdig vertreten

Pia Camponovo und Martin Elschner stellen ihre Kochkünste im neuen Buch vor.

Pia Camponovo und Martin Elschner stellen ihre Kochkünste im neuen Buch vor.

Auf «Kulinarische Zeitreisen» in historischen Schweizer Hotels begeben sich Genussmenschen im neuen gleichnamigen Bildband. Mit dabei das «Baseltor» und die «Couronne».

Die beiden Solothurner Häuser finden sich in bester Gesellschaft wieder: Das Badrutt’s Palace Hotel in St. Moritz, das Grandhotel Giessbach oder «Les Trois Rois» in Basel sind nur einige Top-Adressen von insgesamt 54 Hotels auf der gastronomischen und bauhistorischen Landkarte der Schweiz, die im neuen Buch vorgestellt werden. Je ein appetitliche Doppelseite ist einem Rezept, eine weitere dem eigentlich Hotel gewidmet. So wird das Hotel Baseltor unter der Affiche «Klein und persönlich mit mediterran-orientalischen Flair» bedacht, die auf Anhieb mit 13 Gault-Millau-Punkten geführte, neu eröffnete «Couronne» beschrieben mit «ein kleines Bisschen Frankreich in Solothurn.»

«Bi kei Chi-Chi-Tante»

Längst eine Institution ist im «Baseltor» Pia Camponovo. Schon im alten «Leue» schwang sie den Kochlöffel, nunmehr sinds auch 25 Jährchen weiter oben geworden. «Damals, vor 37 Jahren wollte ich nur ein Jahr machen», doch dann sei in der Küche hängen geblieben. Gelernt hat sie das Metier «learning by doing», wurde zum Profi ohne eigentliche Kochausbildung. «I bi kei Ch-Chi-Tante» grinst sie, «und auf Wunsch spezieller Gäste mache ich auch Kutteln.» Klassiker wie das legendäre Bami oder Tagliata (Rindsfilet in Streifen) gabs schon im «Leuue», ansonsten pflegt sie eine mediterrane Küche mit Pasta, Kaninchen, Fegato (Leber) – «nur Frankreich lassen wir jetzt aus», verweist sie auf die «Couronne», die man im kleinen Solothurn nicht genossenschaftsintern konkurrenzieren wolle. Auf jeden Fall ein Gaumenschmaus an der Buch-Vernissage: Ihr im Buch präsentierter Frühlingssalat, herbstlich modifiziert.

«Stress mag mich nicht»

Mit Kutteln kann er nicht - doch für Innereien schwärmt Martin Elschner, Chefkoch in der «Couronne». «So läuft aktuell die Kalbszunge ganz gut.» Im Buch brilliert er mit einer Solothurner Flusskrebssuppe, die auch an der Buchpräsentation hält, was sie im Rezept verspricht. Dafür kann er gar auf Aare-Krebse zählen, «denn regionale Produkte sind seit fünf Jahren enorm im Trend», weiss Elschner, der sich bei Jacky Donatz und Jörg Slaschek im «Attisholz» viel Fachwissen angeeignet hat. Dieses will er nun in der klassisch französischen Küche der «Couronne» einsetzten – «mein Ziel ist es, beständig sehr gut zu kochen.» Weitere Gault-Millau-Punkte stehen nicht im Vordergrund, «ich nehme, was kommt». Ohnehin wirkt Elschner für einen «Couronne»-Küchenchef recht relaxed. Sein Motto: «Stress mag mich nicht. Er geht um mich herum.»

«Kulinarische Zeitreisen» Genuss in Historischen Hotels der Schweiz, herausgegeben von Swiss Historic Hotels im Mattenbach Verlag Winterthur, Anita Brechbühl (Text),
Nicolas Glauser (Fotos), 280 Seiten, ISBN 978-3-905172-76-8

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1