Solothurn
Mit Ansprachen, Chor, gratis Wein und Risotto: Das legendäre Jubiläum ist lanciert

Mit 500 Besuchern hat die Stadt am 1.Januar 2020 in der Rythalle das Jubiläum 2000 Jahre Solothurn eingeläutet.

Hans Peter Schläfli
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Stadtpräsident Kurt Fluri spricht am Eröffnungsfest des Jubiläums 2000 Jahre Solothurn.
7 Bilder
Eröffnungsfest des Jubiläums 2000 Jahre Solothurn
Moderatorin Sandra Boner im Gespräch mit Stadtpräsident Kurt Fluri.
Hansjörg Boll, Stadtschreiber und Organsisator des Jubiläums, präsentiert die vielen Anlässe.
Der Solothurner Mädchenchor singt am Eröffnungsfest des Jubiläums 2000 Jahre Solothurn.
Die mit Bildern von Solothurner Schülern neu gestaltete, historische Laterne.
Zum Abschluss servieren die legendären Solothurner Risottorührer das Nachtessen.

Stadtpräsident Kurt Fluri spricht am Eröffnungsfest des Jubiläums 2000 Jahre Solothurn.

Hanspeter Schläfli

Der Kick-off ist gelungen: Unter dem Motto «2000 Jahre legendär» begannen am 1. Januar die Jubiläumsfeiern der Stadt. Emotionale Ansprachen, Chorgesang, gratis Wein und Risotto sorgten unter den 500 glücklichen Solothurnerinnen und Solothurnern, die gratis eine Eintrittskarte ergattern konnten, für beste Stimmung. Das Fest stand ganz in der Solothurner Tradition – oder wie es Stadtschreiber und Organisator Hansjörg Boll ausdrückte: «Alli Johr es Galafrässe und e guete Wy, Christe, Heide, Katholike, alles isch derby». Nur das geplante Feuerwerk musste wegen des Nebels abgesagt werden.

«Mit Funden verschiedener Scherben konnten unsere Kantonsarchäologen belegen, dass das Gründungsjahr zwischen den Jahren 15 und 25 liegen muss», erklärte Historiker und Kurator Erich Weber, warum die Wahl auf das Jahr 2020 gefallen war. «Wir können sicher sein, dass dann die Stadt bereits existiert hat.» Stadtschreiber Boll hatte für die Wahl des Festjahres einen profaneren Ansatz als die Historiker: «Es war mein Wunsch, das Jubiläum noch in dieser Legislatur zu organisieren, solange Kurt Fluri Stadtpräsident ist.»

Und so darf sich ab sofort Stadtpräsident Kurt Fluri offiziell als Nachfolger des Römischen Kaisers Tiberius fühlen: Wo die Aare schmal und das Ufer fest war, liess Tiberius, damals noch Oberbefehlshaber der römischen Legionen im Mittelland, eine Brücke bauen. Und weil sich hier, wo heute die Wengibrücke steht, ein natürlicher Strömungsschatten ideal als Hafen eignete, gründete Kaiser Tiberius hier Salodurum, den ersten Vicus, aus dem sich die Stadt Solothurn entwickelte.

So ein legendäres Jubiläum muss natürlich gebührend gefeiert werden. Die lange Serie festlicher Anlässe geht am 1. Februar weiter, wenn im Historischen Museum Blumenstein eine aussergewöhnliche Sammlung aus in Solothurn geprägten Münzen zu bewundern sein wird. Opern, historische Vorträge, Jubiläumsbücher, Galakonzerte und eine Kunstausstellung im öffentlichen Raum unter der Bezeichnung «Zart 2020 Solothurn» bereichern das Jubiläumsjahr. Auf dem Programm stehen aber auch zwei grosse Volksfeste: Das historische Stadtfest am 8. und 9. August und das Openair zu St. Ursen vom 4. bis 6. September.

Erich Weber verriet, worauf er persönlich sich am meisten freut: «Legendär ist, dass an einem Fest vor 250 Jahren die französischen Ambassadoren Weinbrunnen aufgestellt hatten, an denen sich die Bevölkerung bedienen durfte.» Kaspar Rechsteiner von den Organisatoren des historischen Festes präzisierte, dass damals anlässlich der Geburt eines Daufins schriftlich festgehalten wurde: «8000 Brot, in welchen je eine gross und gut gemachte Bratwurst eingebacken wurde, wurden verteilt. Besonders fiel auf: um elf fingen die Brünnen an, Wein zu laufen.» Rechsteiner möchte am historischen Fest deshalb wieder einen Weinbrunnen installieren.

Der Solothurner Mädchenchor lockerte die Abfolge der vielen Ansprachen mit ihrem Gesang auf und Solothurner Sekschüler präsentierten die historische Laterne, die sie mit ihren Gemälden verziert hatten. Bevor es es zum feinen Nachtessen überging, das die legendären Risottorührer servierten, wurde noch der bisher namenlose Platz hinter der Rythalle getauft. Unter den vielen Vorschlägen gewann der Name «Schanzenplatz» die Wahl und Katharina Hochstrasser wurde als Gotte des Platzes ausgelost.