Spitzensport

Mike Kurt: «Schweiz sollte mehr in den Spitzensport investieren»

Kanufahrer Mike Kurt: Mehr Geld für Spitzensportler

Kanufahrer Mike Kurt: Mehr Geld für Spitzensportler

Die Olympischen Sommerspiele in London sind Geschichte. Schweizer Athleten konnten dabei «nur» vier holen. Zwei mal Gold und zwei mal Silber. Kanufahrer Mike Kurt meint nun: Gibt es mehr Geld vom Staat für Sport, dann gibt es auch mehr Medaillen.

Der Solothurner Kanufahrer Mike Kurt war das dritte Mal bei den Olympischen Sommerspielen angetreten. Doch wie in Athen und Peking kam für ihn das Out schon vor dem Final.

Kurt war im Halbfinal anfangs gut unterwegs, bis zur Anfahrt auf das Tor 18, da erwischte Kurt einen Schlag, eines seiner beiden Paddelblätter ging dabei in die Brüche. Als Folge verlor der Schweizer die Stabilität verpasste das nächste Tor, und kassierte 50 Strafsekunden. Die Medaillenträume waren somit weggeschwemmt.

Mike Kurt weiss aber, die Schweiz könnte mehr Medaillen holen: «Das Ausland investiert enorm viel in den Spitzensport, das hat man in England gesehen, es ist Zeit, dass auch die Schweiz mehr Geld investiert», sagt Kurt jetzt gegenüber Tele M1.

Mike Kurt: «Schweiz sollte mehr in Spitzensport investieren»

Mike Kurt: «Schweiz sollte mehr Geld in Spitzensport investieren».

Kurt verweist auf das Beispiel des Gastgebers. Die Briten waren dieses Jahr in einem wahren Goldrausch: Sie erreichten den 3. Platz, mit insgesamt 65 Medaillen. Das ist die beste Platzierung seit 1908. «Die Bedingungen in den letzten acht Jahren waren für die Briten unglaublich gut», sagt der Solothurner.

«Swiss Olympic» gleich aufgebaut wie «UK Sport»

Der Schweizer Sport, zusammengefasst in der Behörde «Swiss Olympic» lebt durch staatliche Zuwendungen der Sporthilfe und den Lotteriegewinnen (Sport-Toto). Grossbritanniens Sport lebt ebenso von einer staatlichen Lotterie wie durch die staatliche Organisation «UK Sport».

«UK Sport» stehen pro Jahr rund 150 Millionen Franken zur Verfügung. Mit dem finanzieren sie die Infrastruktur, Trainer, Mediziner und Sportwissenschaftler.

Ins Umfeld der besten Sportler werden pro Saison im Schnitt 80'000 Franken investiert, um perfekte Trainingsbedingungen zu schaffen. Rund 1200 Athleten bekommen zudem ein Salär von durchschnittlich 45'000 Franken, damit sie wie Profis leben können.

Förderung der Athleten schwierig

In der Schweiz ist die direkte Förderung der Athleten schwieriger, denn das ist ausschliesslich Aufgabe der Sportverbände, der Bund hilft nur wenig mit. Dieser steuerte im vergangenen Jahr «nur» rund 52 Millionen Franken bei. Ausserdem muss am System der Verteilung noch gearbeitet werden.

Ob der Wunsch von Mike Kurt, aber auch anderen Schweizer Spitzensportlern in Erfüllung geht, wird sich in Zukunft zeigen. Die nächste Chance auf Olympiagold, gibt es 2016 in Rio de Janeiro.

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