Stadt Solothurn
Midnight Sports: Sportgeist über Stadtgrenzen hinaus

Nach drei Jahren überschreitet die Jugendarbeit des Alten Spitals mit ihrem Projekt die Solothurner Stadtgrenzen. So können Jugendliche nun auch bei der Biberister Jugendarbeit dem Abendsport frönen.

Andreas Kaufmann
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«Midnight» bietet viel Action. bar

«Midnight» bietet viel Action. bar

Solothurner Zeitung

Vom üblichen Samstagabend-Ausgang unterscheidet sich «Midnight Sports» zunächst kaum: nach Einbruch der Dunkelheit gesellig und (meist) bewegt das Wochenende geniessen. Allerdings findet das seit drei Jahren bestehende Sport- und Präventionsprojekt des Alten Spitals in einer Turnhalle und nicht auf der Discotanzfläche statt. Dieses Jahr geht der Sportgeist erstmals auch in der Region um: So beschränkt sich der Anlass unter dem Motto «Feel the Move» neu nicht mehr auf die Stadt, sondern expandiert mit seinem Angebot von Fussball über Tae Bo bis hin zu Breakdance nach Biberist. Zu den elf Anlässen in der Hermesbühlturnhalle Solothurn kommen sechs weitere in der Bleichenmattturnhalle Biberist hinzu, die während der kalten Jahreshälfte abgehalten werden.

Potenzial reicht über Stadt hinaus

Wie Barbara Kläsi, Projektverantwortliche Jugend beim Alten Spital, mitteilt, stammen die bisherigen Besucher ab der siebten Klasse aus 25Gemeinden: «Wir haben via Erhebung das Potenzial über Stadtgrenzen hinaus erkannt.» Dabei sei einerseits die Ausweitung auf andere Gemeinden, andererseits die Option einer «Tournee» Thema. Für Jugendliche insofern ein Mehrwert, als dass sie mit anderen in Kontakt treten können: «Zum bereits vertrauten Anlass kommt der Reiz des Neuen, der neuen Bekanntschaften hinzu», erklärt Kläsi. Und da viele Jugendliche bei den Vorbereitungen oder als Helfer am Anlass eingebunden sind, hofft man auf gewisse «Schneeballeffekte». «Die im Projekt engagierten Jugendlichen bringen ihre Freundinnen und Freunde mit», spricht Kläsi aus Erfahrung: «Hat man keinen direkten Kontakt zu den Jugendlichen, so muss man ihn mit einem enormen Werbeaufwand herstellen. Kennen die Jugendlichen aber sich oder den Sportcoach schon, so sind sie leichter für ein solches niederschwelliges Angebot erreichbar.»

Personelle Synergien erhofft

Der Schulterschluss schafft für die Jugendarbeit von Biberist unter Jugendarbeiter Reto Hirter und für diejenige des Alten Spitals eine Win-Win-Situation. «So reicht beispielsweise ein Flyer für beide Gemeinden aus. Hier wird Mehraufwand vermieden.» In erster Linie sind mit der Zusammenarbeit aber vor allem personelle Synergien verbunden: «Es ist wenig sinnvoll, wenn jede Gemeinde ein eigenes ähnliches Projekt hat. Durchs Zusammenspannen werden vor Ort mehr Ressourcen für andere Ideen frei», ist Kläsi überzeugt. So könnten in den nächsten Jahren weitere Gemeinden, die schon jetzt Interesse zeigen, ins Boot geholt werden.

Wertschöpfung über Sport hinaus

380 Jugendliche fanden in der letzten Saison den Weg in die Turnhalle. Rund 45 Prozent der Nutzniesser waren Schweizer, rund 20 Prozent waren weiblich. Die Steigerung der Besucherzahlen und die Durchmischung freut auch Kläsi. Wie die Erfahrung nämlich zeigt, lassen sich auch jugendliche Sportmuffel für «Midnight Sports» bewegen – wortwörtlich: «Wir wollen ebenfalls die weniger Sportbegeisterten reinholen, was gerade durch Zwischenangebote erreicht wird.» Das Rahmenprogramm rund um die sportlichen Aktivitäten sorgt nämlich zusätzlich dafür, den Anlass auch für Sportmuffel niederschwellig zu halten. Als DJ, Flyergestalter oder am anlasseigenen Kiosk werden Jugendliche aktiv und sammeln entsprechende Erfahrungen. Partizipation lautet die Devise.

Infos/Daten www.feelthemove.ch

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