Tatort Hafebar Die Taucher haben ganze Arbeit geleistet. Stangen, Becher, Flaschen mit Schlammkruste – der Schriftzug Öufi kaum mehr lesbar. Alles heraufgeholt. Aare-Entrümpelung nennt sich das. Das eine oder andere Glas mag unbeabsichtigt zwischen Egli und Hecht gelandet sein. Andere wurden vorsätzlich reingeworfen. Von Idioten.

So werden bei der Hafebar auf einer Schiefertafel Leute genannt, die nur schon Zigarettenstummeli in die Aare schmeissen. Dann müssen Glaswerfer wohl Vollidioten sein. Starker Tobak! Genauso wie jener Taxifahrer, der kürzlich in der Hauptgasse noch gemütlich an seinem Glimmstängel zog. Im Taxi! Zum Glück niemand sonst drin und auch nicht mein Taxi. Aber ist das heutzutage nicht der Hammer?

Tatsächlich: Da haben wir einen Bock geschossen. Sozusagen schon seit Jahren. Meldete sich doch ein freundlicher Herr vom zuständigen kantonalen Amt und machte uns darauf aufmerksam, dass das Streetfood-Festival unter der Weststadtbrücke stattgefunden habe. Aha, soso. Wie peinlich! Seit Jahren nennen wir sie nur Westumfahrungsbrücke. Den Einwand, den Begriff Weststadtbrücke kenne halt niemand, und nur so wisse unsere Leserschaft, dass es dank «umfahrungs» um die Auto- und nicht die Fussgängerbrücke gehe, liess der nette Herr nicht gelten. Nein, Weststadtbrücke müsse sie heissen, wurde so damals von Walti Straumann und Co. festgelegt.

Die Namensgebung sei nach einem System, nach Örtlichkeiten erfolgt. Also: Weststadt-Brücke, Dreibeinskreuzbrücke (Brüggli neben der Westumfahrungsbrücke), Krummturmschanzbrücke – sorry, falsch. Eisenbahnbrücke natürlich! – dann die Wengibrücke. Stopp! Die Ortschaft Wengi liegt bei Rapperswil im Bernbiet hinter Messen und Schnottu. Oder verwechseln wir da was? Nein, Örtlichkeiten und nicht irgendwelche Schultheissen geben unsere Brücken ihre Namen. Ergo Kreuzackerbrücke und Rötibrücke. Alles paletti! Und die letzte, unten gegen Zuchwil? Schützenmatt-Brücke oder Aarmatt-Brücke? Der Herr am Telefon räuspert sich. «Nein, hmm… – das ist die Rote Brücke.» Aha. Jetzt haben wir es amtlich. Das nächste Streetfood-Festival findet also in der Weststadt statt. Unter der Brücke.

Tatkräftig wurde schon immer im Chüngeligrabe gefeiert. 1955 fand dort das erste SuWeBa-Fest statt. Steht für St. Urbangasse, Weberngasse, Barfüssergasse. Daraus ging im Superjahr 1955 neben anderem auch der St. Urban-Leist hervor. Wenige Jahre gabs dort ein zweites SuWeBa-Fest. Weil der Chüngeligrabe ausgemergelt und neu geteert worden war.

Das reichte damals schon für eine Party. Später feierten dort die Spanier, nicht mit Conejos, sondern mit Gambas und Calamares. Nun gibts diesen Samstag wieder ein Fest. Mit offenen Lädeli, Beizli, Musig und Trallalla. Burrisgraben-Fest nennt sich das Ding: Burris… was? Chüngeligrabe heisst das. Nicht ganz amtlich. Wie Göiferlätsch oder Güggustutz. Tatsache aber wäre: Wir wissen, was gemeint ist. Man sieht sich. Beim Nordmannbrunnen. Hinten oder vorne?