Am Donnerstagmorgen kam es wieder zu einem Unfall zwischen dem Bipperlisi und einem Auto. Auch wenn die Unfälle zwischen der Bahn und einem Auto nicht so häufig sind wie auch schon, der Autoverkehr und das Bipperlisi scheinen sich an der Baselstrasse oft in die Quere zu kommen. Dieses Sicherheitsrisiko ist bekannt. Es ist zwar schon lange geplant, dass die Baselstrasse umgeplant und saniert werden soll, doch bis jetzt tut sich nicht viel. 

Im Zuge der Agglomerationsprogramme der zweiten Generation, die 2015 in Kraft getreten sind, soll auch die Baselstrasse umgestaltet werden. Die Gleise des Bipperlisi sollen nun mit dem Autoverkehr und nicht separat geführt werden. Ausserdem soll das Bipperlisi in der Zukunft auf zwei Gleisen verkehren können und nicht nur einspurig wie jetzt. Das scheint das Risikopotenzial aber eher zu vergrössern als zu verkleinern.

Die Sicherheit wird laut Projektleiter Patrick Kissling durch das Einreihen der Bahn in den Verkehr aber trotzdem verbessert. So wird die Bahn auch nicht mehr auf der Seite gegen den Autoverkehr fahren, sondern immer in Fahrrichtung der Autos. Der Verkehr soll dabei so geregelt werden, dass die Bahn nicht dem Privatverkehr in die Quere kommt, oder umgekehrt. Dabei soll der Verkehr bei den Haltestellen zurückgehalten werden, bis das Bipperlisi weit genug ist, um den Privatverkehr nicht zu stören.

Auch ist bei den Bahn- und Bushaltestellen ein behindertengerechter Ausbau geplant, bei dem die Perronkanten erhöht werden, um den Einstieg in die Busse und die Bahn zu erleichtern.

Dies soll laut Massnahmenbericht die «Koexistenz der verschiedenen Verkehrsteilnehmenden fördern.»

Zudem sollte das Projekt die Bipperlisi-Linie beschleunigen. So soll der Fahrplan und die Anschlüsse auf das Fernverkehrsnetz gewährleistet werden. Dies kommt auch Fredy Miller, Direktor der Aare Seeland mobil AG, der Betreiberin des Bipperlisi entgegen: «Unser Ziel ist es stabiler zu fahren, und somit pünktlicher und sicherer zu werden. Wenn es im Rahmen der Sanierung Optimierungen gibt, prüfen wir dies natürlich.»

Die Agglomerationsprogramme der zweiten Generation wurden Mitte 2012 beim Bund eingereicht und anschliessend bewertet. Dabei versprach der Bund dem Kanton eine Mitfinanzierung in der Höhe von 7.21 Millionen Franken. Der Gesamtkostenpunkt des Projekts steht laut Massnahmenbericht der Agglomerationsprogramme bei 20.59 Millionen Schweizer Franken.

Das Projekt wird mit einer kleinen zeitlichen Verzögerung, aber immer noch im Rahmen des Agglomerationsprograms der zweiten Generation durchgeführt werden. Bis jetzt liegen jedoch noch keine konkreten Projektpläne vor. Das Vorprojekt soll in im Mai dieses Jahres veröffentlicht werden. Die Bauzeit des Projekts wird sich laut Patrick Kissling auf etwa zwei Jahre belaufen. Der Baubeginn sei auf 2020 geplant. (naj)