Solothurner Filmtage
Mehr Nachhaltigkeit, keine Alpaufzüge: Schon Tausende Filmminuten gesichtet

Die Auswahlkommission visioniert derzeit tage- und nächtelang, um ein gutes Programm für die Filmtage zusammenzustellen.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Nach dem Visionieren von Filmtage-Filmen kommen Seraina Rohrer ein paar Sonnenstrahlen gerade recht bar

Nach dem Visionieren von Filmtage-Filmen kommen Seraina Rohrer ein paar Sonnenstrahlen gerade recht bar

Hanspeter Bärtschi

Das grelle Sonnenlicht von gestern Nachmittag war fast ein wenig zu viel für Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer. In einem kurzen Gespräch gab sie Auskunft über die derzeit laufende Visionierungs- und Selektionsarbeit für die kommenden Solothurner Filmtage vom Januar 2019.

Seraina Rohrer, sind Sie mit den eingereichten Filmen rein zahlenmässig zufrieden?

Rohrer: Ja Es verhält sich im Grossem und Ganzen im gleichen Umfang wie im vergangenen Jahr (s. Kasten).

Film-Eingaben im Vergleich

54. Solothurner Filmtage 2019

Lange Filme: 125

Kurzfilme: 294

Musikclips: 227

Total eingereichte Filmminuten: 18’500

53. Solothurner Filmtage 2018

Lange Filme: 140

Kurzfilme: 299

Musikclips 247

Total eingereichte Filmminuten: 18’945

Gefühlsmässig sind Sie dieses Jahr früher dran mit den Visionierungen?

Wir sind im Vergleich zum letzten Jahr eine Woche früher dran. Das stimmt. Deshalb sind auch ein paar Filme erst auf den letzten Drücker bei uns angekommen. Einige Filme bewerten wir als Rohschnitte, dass heisst, dass sie noch nicht komplett fertiggestellt sind. Sie müssen aber den sogenannten Picture Lock aufweisen, der Bildschnitt muss stehen.

Es ist also möglich, auch einen solchen Film zu beurteilen?

Das hat sicher mit Erfahrung der Jury zu tun. Viele Filmeschaffende geben uns an, was sie noch ändern, oder wie sie weiterarbeiten werden. Bei vielen ist die Tonmischung, die Musik oder die Farbgebung noch nicht gemacht. Bis zum Januar sind es ja noch ein paar Wochen, in denen ein solcher Film ganz fertiggestellt wird.

Was fällt Ihnen in Bezug auf die Filmthemen in diesem Jahrgang auf?

Ich habe dieses Jahr keinen einzigen Alpaufzug gesehen. Das ist, seit den acht Jahren als Direktorin der Filmtagen, noch nie vorgekommen. Das Thema scheint ausgereizt zu sein (lacht). Hingegen beschäftigen sich mehrere Filme mit Fragestellungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Auch die Geschlechter-Identität, Trans-Gender, Identitätssuche wird mehrfach thematisiert. Zudem fällt auf, dass öfter experimentelle Herangehensweisen in den Filmen zu sehen sind.

Womit befassen sich die Dok-Filme?

Die Dokumentarfilme sind auch dieses Jahr stark. Wir haben in den letzten Wochen viele starke und engagierte Geschichten über Aussenseiterinnen und Aussenseiter überall auf der Welt, aber auch bei uns, gesehen.

Und die Spielfilme? Gibt es Komödien oder weitere Kinderbuchklassiker?

Das Spektrum der Genres und Themen der Spielfilme ist dieses Jahr äusserst breit. Die Verfilmungen von europäischen Kinderbüchern fehlen, dafür haben wir aber den Familienfilm «Christopher Robin» von Marc Forster gesichtet. Für uns ist das auch ein Schweizer Film.

Damit sind wir bei den Filmschaffenden. Haben die Jungen übernommen?

Es sind viele junge Talente dabei, aber auch einige arrivierte Namen. Die Solothurner Filmtage stehen für einen guten Mix an etablierten und jungen Filmschaffenden.

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