Solothurner Stadtpersonal
Mehr Ferien fürs Solothurner Stadtpersonal wären möglich

Die neue Ferienregelung für das Stadtpersonal nimmt im Solothurner Gemeinderat einen zweiten Anlauf. Nach der Rückweisung im letzten November ging die Gemeinderatskommission nochmals über die Bücher, kam aber zum gleichen Ergebnis wie damals.

Wolfgang Wagmann
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Wenn es um die «Siesta» des Stadtpersonals geht, scheiden sich die Geister. Hanspeter Bärtschi

Wenn es um die «Siesta» des Stadtpersonals geht, scheiden sich die Geister. Hanspeter Bärtschi

An sich hatte das Personal der Stadt Solothurn ab Jahresbeginn mit mehr Ferientagen gerechnet. Doch dann wies der Gemeinderat im November die Teilrevision der Dienst- und Gehaltsordnung DGO an die Gemeinderatskommission GRK zurück, die nochmals über die neue Ferienregelung rateburgern sollte.

Das tat sie, und der Berg hat eine Maus geboren: Mit sechs gegen nur eine Stimme wird dem Rat nächsten Dienstag wiederum beantragt, die vorgeschlagene Variante der vorberatenden DGO-Kommission anzunehmen. Sollte der Gemeinderat diesmal zustimmen, wäre die einzige Konsequenz, dass die neue Regelung erst ab 1. Juli in Kraft tritt und somit nur noch die Hälfte der jährlich zusätzlich anfallenden 406 Ferientage 2013 bezogen werden können.

Grosse Differenzen

In der Gemeinderatsdebatte waren neue Varianten aufgetaucht, die teilweise massiv vom offiziellen Vorschlag abwichen. So hatte die SVP nur 219 Mehrtage gewähren wollen, die Verwaltungsleitenden-Konferenz dagegen 495. Stark gemacht hatte sich die CVP für mehr Ferientage auf der mittleren Altersstufe, was total zu 437 Mehrtagen geführt hätte. Die beiden Extremvarianten fanden nun in der GRK keine Unterstützung, dagegen wurde aus der Kommissionsmitte wiederum eine Variante mit 328 Mehrtagen kreiert. Diese unterlag aber dem Vorschlag der DGO-Kommission genauso wie diejenige der CVP, sodass nun 406 Mehrtage offiziell dem Gemeinderat beantragt werden. Den DGO-Vorschlag hatte nach einer neuerlichen Rückfrage übrigens auch der Gemeindepersonalverband befürwortet.

Wer mehr Ferien hat

«Bisher hatten Angestellte bis 20 Jahre 25 Ferientage zugute, zwischen 21 und 50 Jahren gabs 23 und ab 50 Jahren 25 Ferientage. 30 dagegen für die über 60-Jährigen», erklärt Gaston Barth, Leiter des Rechts- und Personaldiensts. Neu würden die Alterskategorien mehr differenziert und vor allem das Ziel erreicht, den älteren Angestellten mehr Ferien zuzugestehen. Konkret: Es werden neu die Kategorien 21 bis 44 und 45 bis 49 Jahren geschaffen, die (vorderhand) allerdings bei 23 Ferientagen bleiben sollen. Ab 50 bis 54 Jahren gibts neu 28 Ferientage, die 55- bis 59-Jährigen sollen neu 30, die noch Älteren gar 33 Ferientage haben. Wobei gerade gegen «oben» Widerstand zu erwarten sei, so Barth – die FDP möchte zwischen 50 und 59 Jahren eine «Einheitskategorie» mit 28 Ferientagen haben.

Direkte Mehrkosten soll die neue Ferienregelung (noch) nicht mit sich bringen. Gaston Barth: «Wir schaffen damit keine neuen Stellen. Das muss in der Arbeitsorganisation Platz haben.» Mehr Ferien könnte allenfalls nur mit ein Grund sein, wenn es im Budget 2014 um die Aufstockung klar unterdotierter Bereiche gehen sollte, verweist Barth auch auf einzelne Angestellte, die meist regelmässig nicht alle Ferien beziehen – und den Rest nach drei Monaten Fristerstreckung im neuen Jahr verfallen lassen. Ferien seien jedoch durchaus begehrt, so bezöge das Gros der Angestellten die zusätzliche Treueprämie der Stadt, die nach 15 Dienstjahren und dann wieder alle fünf Jahre fällig ist, «in Ferienzeit und nicht in Geld.»