Vizepräsidium Solothurn
Mehr ein Ämtli als ein Amt

Pascal Walter wurde zu Solothurns Vize-Stadtpräsident gewählt.

Andreas Kaufmann
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Pascal Walter

Pascal Walter

zvg

Natürlich haben vor allem die nationalen Vorlagen die Solothurner Stimmbürger an die Urne respektive an den Briefkasten gelockt. Dennoch darf man die Stimmbeteiligung bei der Wahl des Vize-Stadtpräsidenten als stattlich bezeichnen: 45 Prozent bemühten sich darum, den Namen Walter oder Flück auf ihren Stimmzettel zu setzen. Wenn schon, dann schon. Und dies für ein Amt, das eher ein Ämtli ist. Zumindest lassen auch die Aussagen von Stadtpräsident Kurt Fluri diese Einschätzung zu. Wenn ihm selbst nämlich auch weiterhin gute Gesundheit beschieden ist, wird es bei einem überschaubaren Arbeitsaufwand an Repräsentationsaufgaben für den Vize bleiben. Dann nämlich, wenn Kurt Fluri selbst wegen anderer Termine keine Zeit hat.

Umso erstaunlicher ist es, wie stark die CVP im zweiten Wahlgang in einem Sondereffort die Werbetrommel rührte. Dass nun Pascal Walter den zweiten Rang nach Fluri für seine Partei sichert, hat nämlich per se wenig Auswirkungen auf den courant normal der städtischen Politik. Was sich aus dem Stimmverhalten aber hypothetisch herauslesen lässt: Die Nähe zur Jugend punktet gegenüber der Erfahrung. Das ausbalancierte Kräfteverhältnis zwischen einem bürgerlichen Stadtpräsidenten und einem potenziellen links-grünen Vize war offenbar als Argument zu wenig schlagkräftig. Dafür die Balance zwischen einem gesetzten Kurt Fluri und der nun – vielleicht– stärker vertretenen Jugend.

andreas.kaufmann@azmedien.ch