Kapuzinerkloster

Mehr als 27 Formationen spielten am ersten «Chloschtival» auf

Unter strahlendem Sonnenschein ging erstmals das «Chloschtival, ein muskalisches Festival im Kapuzinerkloster über die Bühne. Mehr als 27 Gruppen präsentierten auf fünf verschiedenen Bühnen ihr Können.

An den offenen Klostertoren werden die Besucher mit musikalischen Klängen begrüsst. Während sie sich innerhalb der Mauern begeben, hört man sie während dem Schlendern sagen: «Es hat für jeden Geschmack etwas.» Beim Vorbeigehen zum Klostergarten nehmen sie das bunte Programmblatt mit. Auf dem Areal sind in grossen mit Pinselstrichen gezogenen Lettern die sechs Standorte Mauerbühnchen, Triibhus, Nähzimmer Garten, Friedhof und Höfli gekennzeichnet.

Vielfältiges Angebot

Von 11 bis 21 Uhr treten auf fünf verschiedenen Bühnen an diesem Samstag über 27 Gruppen im Halbstundentakt auf. Kurz vor Beginn des Festivals sind die Mitorganisatoren Simon Fankhauser und Urs Bucher voller Elan. Das erste Musikfestival innerhalb der Klostermauern, kurz «Chloschtival», möchte ein «Festival für Jung und Alt» sein. Diese familiäre Atmosphäre ist gleich auf der Mauerblümchen- Bühne, dem ersten Auftrittsort, den die Besucher begrüssen, spürbar. Als der Jodlerklub Seerose nach der halbstündigen Darbietung der Gruppe ultimo primitivo, die ihren letzten Auftritt wegen der Hitze in die Garage verschoben hatten zu singen beginnt, hört ein Vater auf dem Rasen sitzend mit seinem Kind auf dem Schoss zu. Die heimatlichen Töne vermischen sich mit den rockigen Gitarrenklänge von Anton Delen, der am «Triibhus» spielt.

Kinder willkommen

Für Kinder gibt es eine Betreuung durch die Natur- und Wildnisschule Dakawo. Im schattigen Wäldchen können die Kleinen basteln und schnitzen. Weiter hinten ist ein «Pumpischloss» aufgestellt, eine Hüpfburg, die sich einem grossen Andrang erfreut. Daneben unter den Lauben des Klostergebäudes gibt es diverse kulinarische Angebote, die von Raclette bis Falafel mit Humus reichen.

Auf der Jambühne, dem sechsten Auftrittsort für «spontane Musiker», spielt ein Handorgelduo, das wie sich später herausstellt, zur Musikgruppe Urtönig gehört, deren letzter Auftritt nach Programm vor Stunden war. Ruedi Stuber, der nach der Mittagspause um halb zwei seinen ersten Auftritt hatte, nutzt die ungewohnte lange Präsenzzeit, um mit Musikern in Kontakt zu kommen: «Es ist schön, die Musse zu haben, ins Gespräch zu kommen. Normalerweise muss ich nach einem Auftritt gleich wieder weg.»

Wiederholung 2020 geplant

Diese Musse spüren die Gäste, wenn sie auf dem riesigen Klosterareal schlendern. Fast an jeder Ecke wird etwas geboten. Die Vielfältigkeit und die rege Besucherzahl geben den Zuhörern fast das Gefühl, sie wären an einem Privatkonzerts. Ganz ohne Mikrofon. «Dass fast alle Bands ohne Verstärker aufgetreten sind, ist unser Tribut an den historischen Hintergrund des Klosters», erklärt Simon Fankhauser. Deshalb seien die letzten Konzerte auf 20.30 Uhr angesetzt worden. Auch wenn sie sich mehr Besucher erhofft hätten, sind die Organisatoren zufrieden mit dem Anlass: «Es war ein Festival der leisen Töne und mit vielen zufriedenen Gesichtern.» Der Termin für die nächste Ausgabe steht auch bereits fest. Das zweite «Chloschtival» findet am 6. Juni 2020 statt.

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