Solothurn
«Meh Dräck»: Solothurner Bikefans sollen ein Paradies erhalten

Auf eine Wiese am Westrand von Solothurn hat es der Verein «WhiteStone Bikecrew» abgesehen: Dort wäre Platz genug für eine Anlage, die die Herzen der Bikefans höher schlagen liesse, nämlich mit Schanzen, Erdhügeln und anderen Hindernissen.

Andreas Kaufmann
Merken
Drucken
Teilen
Hier wollen die jungen Bikesportler in der «WhiteStone Arena» ihrem Hobby nachgehen.

Hier wollen die jungen Bikesportler in der «WhiteStone Arena» ihrem Hobby nachgehen.

Andreas Kaufmann

Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis das ambitiöse Besiedlungsprojekt «Weitblick» nach den Wünschen der Planer die Solothurner Weststadt zieren wird.

Dass sich das Gebiet bis dahin anderweitig nutzen liesse, zeigt der Verein «WhiteStone Bikecrew», der südlich des Henzihofs gleich neben der Hostett die «WhiteStone Arena» schaffen will: einen Bikerpark auf rund 1800 Quadratmetern grüner Wiese, der Anfänger ebenso wie Profis ansprechen soll.

Konkret geplant ist ein sogenannter Dirtjump-Park, der im Sinne einer Zwischennutzung mindestens fünf bis sieben Jahre Bestand haben soll – nach Möglichkeit auch länger.

Beim Dirtjump handelt es sich um eine aufstrebende Form des Radsports, die sich durch Sprünge über Erdhügel, über Schanzen oder andere Hindernisse kennzeichnet. In der Luft werden Figuren und Tricks ausgeführt. Auf drei Linien in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, darunter auch auf einem Rundkurs für Fortgeschrittene, sollen in Solothurn alle Altersstufen ihren Fähigkeiten entsprechend zum Zug kommen.

Idee, die auf Anklang stiess

Wie Marc Henzi als Vizepräsident der «WhiteStone Bikecrew» auf Anfrage mitteilt, begann die Idee vor einigen Jahren bei einem Bikeparcours im Wald zu reifen: «Diese Bahn wurde allerdings rasch wieder weggeräumt. Seither hatten wir stets die Augen offen für einen offiziellen Park.» «Wir» – das sind als Initianten neben Henzi auch Lukas Ischi und Daniel Lanz. Insgesamt bilden aber zehn junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren die Kerngruppe für die Organisation des Bikeparks.

Bald schon klopften die jungen Leute aus dem Umfeld der Solothurner Bikerszene bei Marcus Casutt von der kantonalen Jugendförderung an. «Er hat uns bei der Weiterentwicklung der Idee geholfen», erinnert sich Henzi. Daraufhin wurde der Trägerverein «WhiteStone Bikecrew» gegründet. Seit gut einem Jahr brütet nun eine Arbeitsgruppe aus zumeist jugendlichen Vertretern der Vereine «Sk8 Solothurn» und «WhiteStone Bikecrew» über dieser Idee.

Entstanden ist ein umfangreiches Konzept und damit ein Vorhaben, das bereits den Segen mehrerer Institutionen erhalten hat. Dazu zählen unter anderem die städtische Jugendkommission, die Jugendarbeit des Alten Spitals, die kantonale Jugendförderung und nicht zuletzt auch die Besitzerin des Grundstücks, nämlich der Stadt Solothurn.

Was jetzt noch aussteht, ist die Baugenehmigung, die angesichts der Umnutzung und der Erdbewegungen für die Parcours vonnöten ist. «Das Gesuch werden wir in den nächsten Wochen einreichen», kündigt Henzi an – als Baustart werde der August angestrebt. «Ob wir bereits in diesem Jahr mit dem Betrieb starten können, hängt vom Baufortschritt an.» Überstürzen wollen die Organisatoren keineswegs, sodass auch ein Start im Frühling 2015 passabel wäre. Wie Marc Henzi weiter versichert, werde man sich auch um die Anliegen der Anwohner bemühen. Der Park soll laut Konzept am Freitag und Samstag von 9 bis 22 Uhr und an den restlichen Tagen bis 21 Uhr geöffnet sein.

Fahrspass, Training und Wettstreit

Knapp 100 000 Franken sind für das Projekt veranschlagt, auch der Regierungsrat hat 10 000 Franken aus dem Lotteriefonds-Topf zugesprochen. Mehr als ein Drittel der Kosten werden aber durch besagte Eigenleistungen von Vereinsmitgliedern bestritten. Auch einige Sponsoren leisten durch Material ihren Beitrag zur Realisierung. Die Erde wird durch den Aushub von verschiedenen Baustellen beschafft werden. Ebenfalls auf der «Einkaufsliste» der Initianten steht Holz.

Doch braucht Solothurn einen solchen Park? Laut Projektbeschrieb haben Stadt und Region eine ausgeprägte Bikerszene. «Allerdings fehlt bis anhin im Raum Solothurn ein geeigneter Park.» Viele Dirtbiker aus der Region wichen deshalb bis jetzt auf andere Orte wie St. Erhard bei Sursee, Lenzburg oder Zürich aus.

Mit der «WhiteStone Arena» wollen die Initianten den Fahrspass, aber auch ausgiebige Trainingsmöglichkeiten nach Solothurn holen – als «Angebot einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung», an deren Aufbau und Betrieb Jugendliche ehrenamtlich mitgestalten können. Vorgesehen ist, dass der Feinschliff der Anlage in Arbeitsgruppen vorgenommen wird. Und die Zusammenarbeit begeisterter Sportfans scheint den Initianten am Herzen zu liegen, wie sie auch im Konzept betonen: «Der Park soll sich als sozialer Treffpunkt für alle Altersgruppen etablieren.»