«Tom, Dick und Harry»
Mausefalle Solothurn: Wenn sich die Pointen jagen

Wer sich den neuesten Komödienhit des Teatro Mobile in der Mausfalle Solothurn, «Tom, Dick und Harry», ansehen will, muss über gute Lachmuskeln verfügen, denn die Interpreten taumeln von einer für das Publikum lustigen Situation in die andere.

Helmuth Zipperlen
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Harry (Christoph Stapfer), Dick (Johnny Sollberger) und Tom (Michael Wirz) werden von Constable Downs (Silvan Andraschko) kritisch beäugt.

Harry (Christoph Stapfer), Dick (Johnny Sollberger) und Tom (Michael Wirz) werden von Constable Downs (Silvan Andraschko) kritisch beäugt.

zvg

Dabei beginnt doch alles so ganz harmlos. Wir befinden uns im Einfamilienhaus von Tom und Linda Kerwood. Das kompakte Bühnenbild zeigt einen behaglichen, gutbürgerlichen Raum. Eine Treppe führt ins obere Stockwerk, in dem Toms Bruder Dick zur Untermiete wohnt. Das Fenster gibt den Blick auf eine Backsteinwand frei. Tom ist noch nicht fertig angezogen und Linda macht Druck, denn in weniger als einer Stunde soll Mrs. Potter eintreffen. Sie kommt von der Agentur, die Adoptionen vermittelt, denn Tom und Linda sind bisher kinderlos geblieben und wünschen sich sehnlichst ein Baby. Sie lernen schon mal auswendig, was allenfalls von Mrs. Potter im Interview gefragt werden könnte. Die Kerwoods erwarten den glücklichsten Tag ihres Lebens.

Heile Welt – aber nicht lange

Da das Theaterstück jedoch von Michael und Ray Cooney stammt, sind Turbulenzen zu erwarten. Diese lassen denn auch nicht lange auf sich warten und machen den so schön begonnenen Tag zum schrecklichsten ihres Lebens. Da wäre mal Dick, der Untermieter, der gerne schmutzige Witze erzählt. Er soll Mrs. Potter auf keinen Fall begegnen. Die schmutzigen Witze gingen ja noch, aber Dick kommt mit Schmuggelgut aus Calais zurück. Auch das wäre notfalls noch beiseitezuschaffen, aber im Kofferraum haben sich zwei illegale serbische Einwanderinnen versteckt, die nun überraschend zum Vorschein kommen. Da ist noch ein weiterer Bruder von Tom, Harry. Dieser arbeitet in der Pathologie. Weil Tom und Linda das Haus gerne kaufen möchten, es aber für sie zu teuer ist, kommt Harry auf die glorreiche Idee, im Garten Leichenteile zu verscharren, die nach ihrem Fund das Haus im Wert sinken lassen.

Nächste Aufführungen:

Donnerstag, 30. April/Freitag, 1. Mai, je 20 Uhr, Sonntag, 3. Mai, 17 Uhr, Donnerstag, 7., bis Samstag, 9. Mai, je 20 Uhr. Weitere Infos: www.mausefalle.ch

Unbeschreiblich was sich auf der Bühne tut, wenn ein etwas einfältiger, aber neugieriger Polizist und schliesslich noch das Oberhaupt der russischen Mafia neben der sehr korrekten Mrs. Potter auftauchen.

Überzeugende Ensembleleistung

Michael Wirz (Tom), Jonathan Sollberger (Dick) und Christoph Stapfer (Harry) gehen voll in ihren Rollen auf und bieten eine komödiantische Glanzleistung. Der Ehefrau, der vieles verschwiegen werden soll, verleiht Sofia Meszaros überzeugendes Profil, von der liebenden Ehefrau bis schliesslich zur Furie, wenn sie den Ungereimtheiten ihres Gatten auf die Spur kommt. Die am Chaos unbewusst mitschuldige Mrs. Potter tritt so auf, wie man dies von einer Amtsperson erwartet: korrekt gekleidet, mit Aktenmappe und unter Zeitdruck, was Mireille Gasche gekonnt verkörpert.

Silvan Andraschko verleiht dem schlaksigen und etwas naiven Constable Downs das dafür nötige Profil. Milica Stanojevic (Jovana), Maja Stanojevic (Ana) und Pelka Ridjosic (Bojana) dagegen dürfen nicht nur in ihrer serbischen Muttersprache parlieren, sondern setzen auch komische Glanzlichter. Zum Erfolg einer solchen Komödie trägt nicht nur das auf der Bühne temporeich agierende Ensemble bei, sondern auch weitere Leute im Hintergrund. Für Bühnenbild, Licht und Inszenierung zeichnen Daniel Hertig, Karsten Kroesch, Michael Weibel und Jörg Studer verantwortlich. Die Technik liegt in den versierten Händen von Daniel Mauerhofer.

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