Fragt man Schülerinnen und Schüler nach ihrem bevorzugten Schulfach, dürfte Mathematik wohl eher selten genannt werden. Um einen etwas anderen Blick auf die bisweilen als trocken empfundene Disziplin zu ermöglichen, lud der pädagogische Zweig der Fachhochschule Nordwestschweiz am Freitagabend zur vierten Ausgabe ihrer Math-Science-Night in Solothurn.

In diversen Workshops und Kurzreferaten wurden Interessierten von Kindes- bis Erwachsenenalter mathematische und physikalische Phänomene auf spielerische Weise nähergebracht.

Im Statik-Workshop von Dozentin Fränzi Neuhaus wurde Erst- und Zweitklässlern die Aufgabe gestellt, gemeinsam ein Modellhaus zu bauen. Sie mussten ihr Vorgehen koordinieren, um aus den Bauklötzen ein Gebäude zu errichten.

Ziel war es, eine Statik hinzubekommen, die dem Erbauten eine gewisse Stabilität verleiht. Unterstützt wurden sie von Pädagogikstudenten der FHNW. Diese wollen mit der präsentierten Methode dereinst ihren eigenen Schulklassen die Architektur schmackhaft machen.

Den etwas älteren Primarschülern wurde visualisierte Musik geboten: Physikdozent Tibor Gyalog zeigte in seinem Kurzreferat anhand von Klavier- und Flötenklängen auf, welche Schwingungen von Musikinstrumenten ausgehen. Er erläuterte dabei, warum manche Töne schräger klingen als andere: «Hässlich ist ein Ton, wenn er wenig Obertöne aufweist.»

Der Beamer, welcher alles Erklungene in Grafikform auf die Leinwand projizierte, veranschaulichte, in welchen Frequenzspektren sich die von Musiklehrerin Sylvia Bach gespielten Töne bewegten. Im Anschluss ans kurze Referat konnten die Teilnehmer in eine überdimensionale Flöte hineinsingen. Aus den «Grifflöchern» schossen zur Veranschaulichung der Schwingungen Gasflammen – je nach Tonfrequenz unterschiedlich hoch.

Nebst der Mathematik bot die diesjährige Math-Science-Night aber auch Naturwissenschaftliches: Didaktik-Professor Peter Keller machte in seinem Archäologie-Workshop Geschichte fassbar: Aus Objekten liesse sich Geschichte herauslesen, erklärte er den Anwesenden.

Den Besuchern wurde die Aufgabe gestellt, vorgelegte Steinzeitgegenstände bezüglich Material und Verwendung zu beurteilen. Sichtlich erfreut machten sich die anwesenden Kinder an die Lösung.

Das Ziel der Veranstalter dürfte somit angesichts der zahlreich zu erblickenden fasziniert-fröhlichen Kindergesichter erreicht worden sein: Freude an Mathematik zu wecken.