Mit dem nicht nur solothurnischen Phänomen der Massenwanderungen werden wir es ab kommenden Donnerstag wieder zu tun bekommen. Da gilt es für die Aficionados, Fans, Amateure, und natürlich erst recht für die werten Kolleginnen und Kollegen von der Filmkritik, sich zu sputen. Von einer Lichtspielstätte zur anderen. Von bummeln kann eher selten gesprochen werden. Kurz: Die Solothurner Filmtage beginnen.

Aficionados sind – nach Duden - begeisterte Anhänger, Liebhaber. Wikipedia reduziert sie zuerst einmal auf Liebhaber von Zigarren und Tango, die in Spielfilmen Leute von hohem sozialem Rang und einen hochwertigen Genuss darstellen. Es seien aber auch Stierkampfliebhaber, sagt die gleiche Quelle. Die meisten Autoren attestieren dem Aficionado jedoch auch einen hohen Wissensstand in der Sache, für die sie sich begeistern. Nun – da gäbe es im Zusammenhang mit unseren Filmtagen ei-ige Analogien zu finden.

Amateure sind Leute, die eine Sache lieben, fördern oder ausführen, oft auf Basis professioneller Kenntnisse, ohne sich dafür bezahlen zu lassen. Der Begriff wird aber auch abwertend verwendet, wenn einem etwas Dargebotenes missfällt. Deshalb Vorsicht im Gebrauch des Wortes! Man könnte missverstanden werden bei der Nachbereitung eines Werkes, das heisst beim Gespräch in der Beiz, das vielleicht sogar ohne Handy von statten geht.

Einen weiteren Massenbummel wird es nächsten Donnerstag Richtung Barfüs-ser-/Weberngasse geben. Dort wird um 18.31 Uhr nämlich die Vernissage für die Fasnachtslaterne des St- Urban-Leists, der Vereinigung der nördlichen Altstadt Solothurns, gefeiert. Sozusagen als Pendant zur Laterne der Vorstadtzunft auf dem Dornacherplatz. Sie lohnt auch einen Bummel, obwohl sie etwas kleiner ist als die des Leists – immerhin hängt sie ja in der Minderen Stadt.

Etwas weiter weg, in Davos nämlich, gibt es auch eine bemerkenswerte Ansammlung von Menschen aus aller Welt. Es ist WEF, zu Neudeutsch ausgeschrieben World Economic Forum, etwa so viel wie Welt-Wirtschaftsmarktplatz. Dort wolle sich unser Bundespräsident Berset mit Donald Trump austauschen. Hoffentlich findet das nicht im alten Wortsinn statt. Bundesrat Berset ist als Kulturminister gern gesehener Gast an den Solothurner Filmtagen. Da wäre es schade bis störend, wenn plötzlich der Blonde aus Amerika daherkäme. Aus wär›s mit einem gemütlichen Bummel durch unser angefasnachtetes Städtchen. Die allermeisten Beizen, die noch als fasnächtlich gelten, sind dekoriert, und im einen oder anderen Schaufenster sind auch schon carnevalistische Accessoires zu entdecken. Grimmiges US-Sicherheitspersonal wäre eher unpassend.