Touringhaus Solothurn

Martin Heller blickt auf das Jahr 2027 und die nächste Expo

Expo-Macher Martin Heller ist als Berater für 2027 dabei.

Expo-Macher Martin Heller ist als Berater für 2027 dabei.

Die Ostschweiz steht in den Startlöchern, die nächste Landesausstellung im Jahre 2027 auszurichten. Martin Heller berichtete am Salvisbergtisch im Touringhaus Solothurn über den Stand der Dinge.

Thomas Steinbeck, Präsident des Architekturforums, stellte den Referenten ausführlich vor. Vielen ist Martin Heller von der Expo 02 ein Begriff. Inzwischen hat er mannigfaltige Mandate im In- und Ausland als Kurator, Experte oder Intendant wahrgenommen.

So war er beispielsweise Intendant für die europäische Kulturhauptstadt Linz, wo er seine Ideen frei verwirklichen durfte. Etwas, das in der Schweiz kaum möglich sein dürfte. Bereits kurz nach der Expo 02 befasste sich die Ostschweiz mit dem Gedanken, die nächste Expo auszurichten.

Konkret sind nun die Kantone St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden dabei. Von den Mühen und Freuden des Anfangs handelte Hellers Referat, was am Salvisbergtisch zu einer Diskussion führte, welche beinahe so lange wie der Vortrag war.

Zugezogen wurde Heller als Berater, weil sich die entsprechenden Gremien einen Erfahrungstransfer erhofften. Es ist eine Tradition, dass alle 25 Jahre, das heisst für jede Generation, eine schweizerische Landesausstellung durchgeführt wird. «Allein die Geschichte rettet dieses Format», ist Heller überzeugt.

Derzeit ist es ein Projekt der Region, wird aber mit der Zeit zu einem schweizerischen Vorhaben. Vorarbeit wurde in verschiedenen Workshops mit unterschiedlichen Besetzungen geleistet.

Wenn bis jetzt wenig darüber kommuniziert wurde, liegt dies an den geringen Finanzen, die für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stehen. Dazu kommt, dass der zu durchlaufende demokratische Meinungsbildungsprozess zeitaufwendig ist. «Jeder verlorene Monat ist unwiederbringlich verloren.»

Ein Konzeptwettbewerb

Der ausgeschriebene Projektwettbewerb sollte nach Meinung der Arbeitsgruppe anonym durchgeführt werden. «Anonymität ist der höchste Grad der Objektivität.» Martin Heller hat sich dagegen gesträubt.

Er fand es nötig, die Menschen, die hinter den Projekten stehen, kennen zu lernen. So ist denn aus rechtlichen Erwägungen der Wettbewerb in zwei Phasen durchgeführt worden. Für die schliesslich verbliebenen zehn Projekte wurden die Verfasser zum Gespräch geladen.

Das Team des Siegerprojekts ist weit gefächert, nämlich Hosoya Schaefer Architects, Studio Vulkan, Landschaftsarchitekten, und Plinio Bachmann, ein Theatermensch, alle aus Zürich. Dieses Team wird beauftragt, ein Bewerbungsdossier zu erstellen.

«Dafür ist ein Kredit von 10 Mio. Franken nötig. Deshalb findet in den Kantonen Thurgau und St. Gallen 2016 eine Volksabstimmung statt. Da geht wieder ein Jahr verloren.»

Bis das Bewerbungsdossier in den eidgenössischen Räten zur Behandlung kommt, wird es 2021 oder 2022 werden. In der Diskussion präzisiert Heller, dass für die Expo keine Sonderrechte bestehen.

Also muss mit den kantonalen Planern eng zusammengearbeitet werden. Sollte ein Gebäude auch nach der Ausstellung weiter genutzt werden, muss das ordentliche Baubewilligungsverfahren durchgezogen werden.

Natürlich wird damit gerechnet, dass diese Expo auch auf das angrenzende Ausland wirkt, aber an eine Internationalisierung der Expo ist nicht zu denken. Der angedachte Lebensraum umfasst drei Gebiete: Berglandschaft (Säntis), Stadtlandschaft (Winkeln bei St. Gallen) und Seelandschaft (Bodenseeufer).

Die Stand- und Spielorte sind durch Bahnen gut erschlossen. Martin Heller freut sich auf ein grosses, gemeinsames Abenteuer.

Weitere Informationen sind erhältlich unter www.expo2017.ch

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