Solothurn

Marktbesucher werden von singendem Flashmob überrascht

Flashmob der Musikschule Solothurn vor der St.-Ursen-Kathedrale

Flashmob der Musikschule Solothurn vor der St.-Ursen-Kathedrale

Vor der St.-Ursen-Kathedrale erscheinen kurz vor Mittwochmittag immer mehr singende und musizierende Schüler. Zwischen 250 und 300 Schüler der Schulhäuser Brühl, Fegetz, Hermesbühl und Wildbach nahmen am Flashmob teil.

11.11 Uhr vor der St-Ursen- Kathedrale: Passanten gehen nichts ahnend an der St.-Ursen-Kathedrale vorbei – plötzlich ertönt Musik. 250 bis 300 Schüler tauchen nach und nach auf und geben ihr musikalisches Können zum Besten.

Der Flashmob, der spontan aussieht aber eifrig geplant wurde, soll «Fussgänger und Marktbesucher überraschen und zum Zuhören fesseln», wie Initiantin Sara Fluri erzählt. Die Reaktionen der unwissenden Zuschauer werden dabei von Kameras gefilmt.

Flashmobs sind mittlerweile auch in der Schweiz bekannt, «singende» Flashmobs sind aber noch weitgehend unbekannt. Wie kam es also zu der Idee einen solchen Flashmob zu organisieren und wie viel Arbeit steckt in einer solchen Musikeinlage? 

Wie kam es zur Idee einen Flashmob musikalisch durchzuführen?

«Das Jahresthema der Musikschule Solothurn war für das Jahr 2015/16 ‹Ein Spaziergang durch Paris›», erzählt Sara Fluri. «In den vergangenen Sommerferien sinnierte ich, was ich bezüglich des Gesangsunterrichts Kreatives beisteuern könnte. Schliesslich entschied ich meinen Jugendtraum zu verwirklichen und mit den Kindern und Jugendlichen Strassenmusik zu machen. Sozusagen ‹Ein Spaziergang durch Solothurn› zu machen.»

Im Herbst 2015 sei es dann soweit gewesen. Die Kinder seien von der Idee begeistert gewesen.

Um den roten Faden weiterzuspinnen, wollte Sara Fluri vor dem grossen Musikschul-Abschlusskonzert im Schloss Waldegg noch einen «grösseren Paukenschlag» folgen lassen – die Idee einen ‹Strassenmusik-Flashmob›durchzuführen war geboren.

Vorbereitungen

In den Winterferien setzte sich Fluri mit Patrick Schnyder zusammen und schrieb das Arrangement – ein Medley aus den zwei französischen Songs «Je veux» (Zaz) und «Alors on danse» (Stromae). Patrick Schnyder schrieb die Musik für die Bläser.

Die vier Schulhäuser Brühl, Fegetz, Hermesbühl und Wildbach konnten für das Projekt gewonnen werden, so dass eine Bandformation bestehend aus Bläsern, Gitarren und Guggeninstrumenten (Pauken und Drums-Wägeli) zusammengestellt werden konnte. Die Musiker probten seit Januar dieses Jahres, um ihren Einsatz vollständig auswendig zu lernen.

Die Interdisziplinäre Zusammenarbeit  der Musikschule und der Schulhaus-Chöre wird von der Tanzschule Tschui unterstützt, die für den visuellen Überraschungseffekt sorgt.

Auch wenn das Projekt spontan wirken soll, war eine gute Vorbereitung für das Gelingen des Flashmobs entscheidend.

«An sehr viele Details muss gedacht werden. Die Baustelle des Hotels Krone muss gestoppt und die Brunnen der St.-Ursen-Kathedrale angehalten werden, sonst würde der Flashmob von Nebengeräuschen gestört», sagt Sara Fluri. Am wichtigsten bei der Vorbereitung seien diese Kleinigkeiten gewesen, genauso wie die Koordination des gesamten Projektes.  

Sogar die Eltern wurden im Voraus angeleitet, die geplante Performance aus der nötigen Distanz anzuschauen, um die Spontanität des Auftrittes beizubehalten. Das sei schliesslich das Ziel und die grösste Freude am Flashmob: «Das schönste ist die Spannung, wie der Flashmob am Ende bei den überraschten Zuschauern ankommen wird», sagt Sara Fluri.

Ganz so spontan erschien das Ganze dann doch nicht. Schon ab 11 Uhr bildete sich eine regelrechte Traube von Menschen vor der Treppe. Stolz waren alle Zuschauer auf die Vorführung ihrer Kinder, Enkelkinder, Geschwister und Bekannten.

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