Märet-Fescht
Märet-Fescht wird vorgezogen, damit Delegierte ruhig schlafen können

Das Märet-Fescht wird im nächsten Jahr eine Woche früher durchgeführt. Diese Vorverlegung auf Mitte Juni hat ihre Gründe: zu jenem Zeitpunkt werden 300 Delegierte von Touring Club Schweiz in Solothurn weilen. Und diese wollen ruhig schlafen.

Wolfgang Wagmann
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Im August schien alles noch wie immer zu sein: Auf der städtischen Liste der Anlässe 2012 war das Märet-Fescht am Freitag und Samstag, 22./23. Juni, aufgeführt. Nicht ganz das letzte Juni-Wochenende zwar, doch das Classic Openair, neu «Classics» genannt, beginnt am 28. Juni. «Und das hat Priorität, ist so mit der Stadt vereinbart und auch richtig», meint dazu Märet-Fescht-OK-Chef Marco Lupi.

Stutzig macht jedoch, dass jetzt Solothurns Fest der Feste plötzlich um eine Woche nach vorne, auf den 15./16. Juni gerutscht ist. Lupi weiss warum: Eine Woche später findet die Delegiertenversammlung des TCS Schweiz in Solothurn statt. Und diese sei mit dem Märet-Fescht nicht vereinbar, da sonst die Delegierten anderswo tagen, respektive nächtigen würden. Region Solothurn Tourismus habe deshalb angefragt, ob man das Fest vorverlegen könnte.

«Es gehe um 400 Übernachtungen. Und da wir nach Rücksprache mit der Stadtpolizei keinen Grund gefunden hatten, dass dies nicht ginge, stimmten wir der Verschiebung zu». Eher Schulterzucken gabs auch bei den Entscheidungsträgern der Stadt und der Stadt- und Gewerbevereinigung SGSO. «Das muss das OK entscheiden», lautete der Tenor bei Stadtschreiber Hansjörg Boll und SGSO-Präsident Christoph Rölli.

TCS wäre beweglich gewesen

Der Organisator der TCS-Delegiertenversammlung, Fritz Arni, bestätigt: «Unsere Delegierten übernachten vom Freitag auf Samstag. Das ist mit dem Märet-Fescht unvereinbar.» Mit anderen Worten: Entweder finde sein Anlass ohne Märet-Fescht statt oder dann nicht in Solothurn. Wobei Arni überraschend anmerkt: Die TCS-Tagung wäre auch am 15./16. Juni möglich, «doch sind wir jetzt terminlich auf dem letzten Drücker.»

Was wiederum Marco Lupi überrascht: «Das wurde uns so nie kommuniziert.» Denn über die Verschiebung habe er gar nie direkt mit dem Organisator des TCS-Anlasses gesprochen. «Doch nun sind die Vereine informiert und alles ist mit der Stadtpolizei so abgesprochen», betont Lupi - und auch auf dem soeben gedruckten Veranstaltungskalender der Stadt- und Gewerbevereinigung erscheint das Märet-Fescht neu am 15./16. Juni.

Ganz unglücklich ist der OK-Chef über das neue Datum auch aus einem anderen Grund nicht: Eine Woche später, am «richtigen» Märet-Fescht-Datum, findet nämlich das Kantonalturnfest in Balsthal fest, «und das würde uns 1000 bis 2000 Festbesucher kosten».

Noch ein zweiter Kongress

«Wir sind natürlich sehr froh, wenn wir aneinander vorbeikommen», erklärt Tourismusdirektor Jürgen Hofer. Man habe keinen Druck ausgeübt und einfach angefragt, «denn selbstverständlich wollen wir niemandem schaden.» Dass Hofer mit dem Fest-OK nur über den 22./23. Juni verhandelt hat, mag daran liegen, dass der TCS vorab dieses Datum im Visier hatte, vielleicht aber auch, weil am selben Wochenende noch ein zweiter Kongress in Solothurn stattfindet.

Jedenfalls sei es wichtig, dass die Leute die Stadt besuchten, ansonsten sei er durchaus dafür, dass das Märet-Fescht seinen gewohnten Termin beibehalten könne. Das sieht auch Marco Lupi so: «Richtig ‹amused› war bei uns niemand. Die Verschiebung 2012 soll aber eine Ausnahme sein.»

Dabei ist diese die frühere Regel: Die ersten Jahre fand das Stadtfest stets am dritten Juni-Wochenende statt - und wurde jeweils prompt verregnet. Nach dem Wechsel war ihm meistens das Wetterglück hold und ein Blick auf beide Daten zurück bis ins Jahr 2000 belegt tatsächlich: Die Chance, dass es am 22./23. Juni schön sein wird, ist doppelt so hoch wie eine Woche vorher . . .