Kulturfabrik Kofmehl

Marc Sway mit Groove, Witz und «The Voice» Tiziana Gulino

«The Voice of Switzerland»-Siegerin Tiziana Gulino war mit ihrem Coach Marc Sway in Solothurn zu Gast. Mit Witz und Humor, Geschichten und Selbstironie wusste Sway die Menge prächtig zu unterhalten.

Wenn die Dezibel-Anzeige in der Kulturfabrik Kofmehl mal wieder in die Höhe schnellt, ist gewiss: Es läuft was. Doch «non, non, non chérie», dieses Mal waren es weniger die Künstler auf der Bühne, welche die Lautstärke in die Höhe trieben. Tiziana Gulino und ihr Coach bei «The Voice of Switzerland», Marc Sway, durften dem Publikum so richtig einheizen - dies gelang vor allem dem «alten Eisen» Sway richtig gut. Gerade weibliche Fans zwischen 25 und 40 waren kaum noch zu halten: «Dieser coole Typ reisst einen einfach mit», meinte die 25-jährige Stephanie Jaeggi, bevor sie ihren Star weiter durch enthusiastische Zurufe fast von der Bühne fegte.

Mit Witz und Humor, Geschichten und Selbstironie wusste Marc Sway die Menge prächtig zu unterhalten. Jeder seiner Sprüche schien dem Publikum zu gefallen. So etwa seine Geschichte zu den Schwierigkeiten, den einen speziellen Song zu schreiben: «Non, non, non». Das grosse Problem beim Songtext sei vor allem gewesen: Er spreche kein Wort Französisch. So habe er das einzige Wort, das er mit Gewissheit kannte («non»), einfach dreimal wiederholt. Allgemeines Gelächter - «so ein cooler Typ», tönte es lautstark aus dem Publikum.

Doch eigentlich waren es ja zwei Gastgeber. Was ist denn mit der «The Voice of Switzerland»-Gewinnerin Tiziana Gulino? Viele unter den Besuchern mussten zwar zugeben, dass sie ihre beiden Songs, die sie zum Besten gab, «mit sehr viel Gefühl singt». Gerade ihre vorgetragene Ballade am Piano wusste mit einer wunderschönen Klangwelt und einer emotionalen Stimme zu harmonieren. Doch kam sie beim Publikum so gut an wie der «groovige» Sway mit seinem brasilianischen Reggae-Style, seiner weissen Ray-Ban-Brille und seinem markanten Haarschnitt? Ueli Jeker, 47 und grosser Sway-Fan: «Marc Sway hat Groove und isch e geile Siech», Tiziana interessiere ihn nicht gross. Dem schloss sich auch die junge Generation an: Die 16-jährige Shanice Haas kenne Sway schon sehr lange und sei bei «The Voice of Switzerland» im Publikum gewesen - doch in erster Linie wegen Sway.

Ist denn «The Voice of Switzerland» überhaupt ein Thema oder hätte Sway den Saal auch locker ohne diese Show gefüllt? Dessen kann man sich ziemlich sicher sein bei den sehr positiven Stimmen zu Marc Sway, doch auch Tiziana habe an diesem Abend eine tolle Leistung abgeliefert, so Markus Schütte. Die junge Sängerin habe ihm fast besser gefallen als Sway. Die Castingshow sei jedoch mehr bei seinen Töchtern auf Interesse gestossen als bei ihm.

Dieses Phänomen ist offenbar weit verbreitet: Gerade Mädchen und junge Frauen scheinen nicht nur von den Juroren der Castingshow in ihren Bann gezogen zu werden - sondern auch von den jungen Talenten auf der Bühne. Ist da vielleicht auch eine kleine Zukunftshoffnung vorhanden? Die drei Mädchen Maya (9) und Anna Baumgartner (11) und Sina Guldimann (11) sind selbst kleine Sängerinnen und möchten vielleicht sogar selber mal auf dieser Bühne stehen. Für sie ist Tiziana Gulino die Grösste, aber auch Marc Sway «ist ein toller Sänger».

Ein Konzert wird richtig spannend, wenn das Publikum aus unterschiedlichsten Motiven die Halle füllt. Den jungen Frauen gefällt also offensichtlich Tiziana Gulino, obwohl «selbst die Gewinnerin von ‹The Voice of Switzerland› kaum an Marc Sway vorbei kommt». Für ältere Besucher, die den Musiker mit brasilianischen Wurzeln schon länger kennen, ist er die Hauptattraktion. Ist man männlich und in der jüngeren Altersklasse, wurde man mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer Kollegin oder der Freundin als «freiwillige» Begleitung ans Sway-Konzert bestimmt. Der Abend hat gezeigt: der alte Sway weiss noch immer Jung und Alt zu begeistern.

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