Kunden-Umfrage

Manor Food in der Altstadt? Der geplante Umzug stösst auf Skepsis

Trotz des rigiden Parkplatz-Regimes ist der Parkplatz für viele Manor-Kundinnen und Kunden ein Trumpf.

Trotz des rigiden Parkplatz-Regimes ist der Parkplatz für viele Manor-Kundinnen und Kunden ein Trumpf.

Manor will das Warenhaus in der Altstadt bis 2018 mit einem Food-Bereich erweitern - der Standort Schanzemühle würde dann aufgegeben. Was hält die Solothurner Kundschaft von diesem Vorhaben?

«Nur als Gerücht» hat die Kundin bisher beurteilt, was Manor inzwischen aber bestätigt und vorantreibt: Bis 2018 soll der Standort in der Schanzmühle nördlich der Altstadt Geschichte sein und der Food-Bereich im Warenhaus an der Gurzelngasse einziehen.

«Persönlich finde ich den Umzug nicht gut, ich müsste weiter fahren», bemerkt die Frau am Lenker ihres Velos mit dem gefüllten Einkaufskörbli hinter dem Sattel. Ihr gefällt das Angebot im jetzigen Manor Food, «es ist zwar etwas teurer als anderswo, aber hier riecht es immer so gut von frisch gebackenem Brot.»

Die Ambiance «wie in einer Markthalle» sei am Anfang noch besser gewesen, «da bin ich mir jeweils wie in den Ferien vorgekommen». Doch definitiv sei der Umzug in die Altstadt für sie keine Lösung.

Andeutungen und Verunsicherung

Ab und an kaufe er hier ein, «das Fleisch- und Charcuterie-Angebot ist sehr gut und bei den Weinen gibt es Interessantes», so der ältere Herr aus der Weststadt. «Der Parkplatz ist ebenfalls sehr gut», auch wenn es ihn schon einmal erwischt habe – «die eingegebene Parkplatznummer war wohl falsch».

Groll gegen die Securitas, welche die Parkplatzbewirtschaftung für die kantonale Pensionskasse erledigt, scheint der Kunde jedoch nicht zu hegen. «Und bei Einkäufen über 20 Franken gibts ja die Parkplatzgebühr zurück.»

Alles sei hier «so schön und gross», einen Standortwechsel könne er sich gar nicht vorstellen. Zudem vermisst er dazu eine klare Informationspolitik von Manor: «Bisher gabs nur Andeutungen und Verunsicherung.»

Nicht um den Parkplatz sorgen sich die vier Kantischüler. Mehrmals in der Woche würden sie im Manor Food einkaufen. «Wir haben oft nur eine Stunde Mittagspause. Das hier ist gäbig für uns», so der Tenor, stellvertretend für viele Kolleginnen und Kollegen, die die sich nach kurzem Fussmarsch hier mittags verpflegen.

Nein, sie könnten sich nicht vorstellen, dass Manor hier abzieht. Bis einer zögerlich, aber pragmatisch anfügt: «Es käme drauf an, was dann hierherkommt.» Wobei, ein Coop sei nicht so gut, «der ist mehr für Familien.»

Die vier schätzen nämlich das Manor-Angebot, «vor allem die Pizza und die Sandwiches. Aber auch die Yoghurts, fixfertigen Salate und Früchte.»

«Lieber hier investieren»

«Zweimal in der Woche komme ich hierher. Ich kaufe fast alles im Manor ein», betont die Kundin mit dem vollen Wägeli, und strebt dem Parkplatz zu.

Er ist für sie der Grund, warum sie in der Schanzmühle einkauft. Wenn es das Angebot hier nicht mehr gäbe, würde sie sicher nicht in die Stadt und ins Parkhaus fahren, um einzukaufen. «Ich würde wohl etwas längere Wege in Kauf nehmen, um direkt vor dem Geschäft parkieren zu können.»

Mit dem Auto gehe er an einem Samstag «prinzipiell nicht in die Stadt», meint ein Anwohner, der die Nähe des Einkaufsangebots in der Schanzmühle sehr schätzt. «Ich gehe gerne hierher und finde es optimal, wie das Angebot hier präsentiert wird», so der Tenor bei diesem Kunden.

Bei einigen Befragten schimmert auch der Unglaube durch, dass im Warenhaus in der Altstadt ein ähnliches Angebot wie in der Schanzmühle möglich sein soll. Nur ein «Luxus-Angebot» sei nicht in ihrem Sinn, auch Schwierigkeiten mit der Anlieferung wären in der Altstadt wohl vorprogrammiert.

Und eine Stammkundin glaubt, «das Ganze kommt dort doch sicher wieder in den Keller. Und da ist es viel zu eng für alles.» Manor solle «lieber hier investieren», und das Geld, das man für die Umsetzung der Altstadt-Pläne brauche, in die Sanierung des jetzigen Food-Standorts in der Schanzmühle stecken. Solches hatte Manor noch im Januar dieses Jahres angekündigt.

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