Stadt Solothurn
Manor Food bald im Warenhaus? Standort Schanzmühle bleibt vorerst

Allmählich lichten sich die Nebelbänke rund um den Supermarkt von Manor Food in der Schanzmühle: Sicher noch bis ins Jahr 2018 wird er dort weiter betrieben werden. Bis Ende soll aber ein Baugesuch für den Umbau in der Altstadt eingereicht werden.

Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen
Sicher noch bis 2018 wird Manor Food in der Schanzmühle bleiben, ehe er allenfalls in der Altstadt angesiedelt wird. (Archiv)

Sicher noch bis 2018 wird Manor Food in der Schanzmühle bleiben, ehe er allenfalls in der Altstadt angesiedelt wird. (Archiv)

Simon Dietiker

Dass das Mietverhältnis bis dahin weiter besteht, wurde am Freitag seitens der Vermieterin, der kantonalen Pensionskasse, bestätigt. «Es sind aber keine eigentlichen Investitionen in das Gebäude bis auf den laufenden Unterhalt geplant», teilte Pensionskassen-Direktor Reto Bachmann weiter mit.

Im Januar hatte das seitens Manor für den Food-Supermarkt noch ganz anders getönt: «Geplant ist, die Umbauarbeiten bis Ende 2015 zu beginnen. Es werden mehrere Millionen Franken in den Umbau investiert», verkündete damals die Medienstelle von Manor in Basel.

Im Sommer hatten sich dann Gerüchte verdichtet, dass das bis 2016 laufende Mietverhältnis nicht mehr wie bisher um fünf Jahre verlängert würde, ja mittelfristig Manor Food sogar nördlich der Altstadt aufgegeben würde.

Weiterhin Blick auf die Altstadt

Im Mai wurde von Manor eingeräumt, man prüfe, «welcher Standort für Solothurn der geeignetste sei». Im Juni dann eine neue Ankündigung durch den Warenhauskonzern: «Wir werden demnächst ein entsprechendes Baugesuch einreichen. Geplant sind im Haupthaus (an der Gurzelngasse) Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe.»

Nun, vier Monate später, war aus dem «demnächst» noch immer kein Baugesuch geworden. Doch einen neuerlichen Sinneswandel bei Manor hat es nicht gegeben. Auf Nachfrage bestätigte nämlich Alexandre Barras, Head of External Communications bei Manor in Basel: «Seit einigen Monaten arbeiten wir an den Plänen, unseren Supermarkt in unser Warenhaus zu integrieren.»

Das Baugesuch befinde sich in der Abschlussphase und werde voraussichtlich «bis Ende Oktober» eingereicht. Damit steht fest, dass sich Manor den Verbleib in der Schanzmühle offenbar nur noch für die Zeit gesichert hat, die man allenfalls zur Umsetzung der Pläne im Warenhaus an der Gurzelngasse braucht.

Ein Insider, der sich im Schanzmühle-Geflecht auskennt, veranschlagt für die Realisierung der Altstadtpläne zwei Jahre, hat aber keine Bedenken, dass der jetzige Standort von Manor Food danach lange neue Mieter suchen muss: «Die Interessenten werden sich darauf stürzen», meint er auch angesichts des grosszügigen Parkplatzangebots in Altstadtnähe.

Interessiert an der Fortführung seines Mietverhältnisses im Manor Food wäre auch Bruno Nagel mit seiner Impuls-Drogerie gewesen – allerdings auf nochmals fünf Jahre. Ebenfalls Untermieter von Manor sind die dortige Kleiderreinigung und der Kiosk, die jetzt alle mit einer «Gnadenfrist» von mindestens zwei weiteren Jahren nach Auslaufen des jetzigen Mietvertrages 2016 rechnen können.

Die Pläne sind völlig neu

Ob 2018 tatsächlich ein Supermarkt mit Vollsortiment im Altstadt-Warenhaus entsteht, daran zweifeln Branchenkenner. Vielmehr ist zu vermuten, dass nur ein Delikatessen-Laden, ähnlich wie ihn Globus kennt, als «Lockvogel» für eine höherklassige Warenhaus-Kundschaft integriert wird.

Jedenfalls wurde eine bestehende Baubewilligung aus dem Jahr 2012 für die Untergrabung des Nachbarhofs und die Schaffung von 400 Quadratmetern neuer Verkaufsfläche an der Gurzelngasse nicht verlängert, wie das Stadtbauamt auf Anfrage bestätigt. Das deutet darauf hin, dass Manor ganz neu plant, wobei generell wohl weiter gilt, was Direktor Jürg Bächli letztes Jahr festgehalten hatte: Der gesamte Komplex von 6500 Quadratmetern bedürfe einer Rundumerneuerung.

Mit dem Wiedereinbau der 1996 ausgelagerten Food-Abteilung müsste Manor jedoch erneut eine alte Knacknuss angehen: die schwierige Anlieferung in der Altstadt. Dazu das Stadtbauamt: Die Umnutzung bedinge ein Baugesuch und in diesem «sind die Zufahrtsverhältnisse aufzuzeigen».

Aktuelle Nachrichten