Solothurner Filmtage

«Man vertraut unserer Filmauswahl»: Kinder- und Jugendfilme werden sorgfältig ausgesucht

Sanja Möll hat für heuer rund 50 Kinder- und Jugendfilme gesichtet. Alain Gantenbein wirkt seit den Achtzigern mit.

Sanja Möll hat für heuer rund 50 Kinder- und Jugendfilme gesichtet. Alain Gantenbein wirkt seit den Achtzigern mit.

Sanja Möll und Alain Gantenbein sind für die Auswahl der Kinder- und Jugendfilme an den Solothurner Filmtagen zuständig. Wir waren im Gespräch mit ihnen.

Auch an den diesjährigen Filmtagen werden erneut zwei verschiedene Programme für Kinder und Jugendliche angeboten. In der Reithalle gibt es drei Vorführungen für die Unter-, Mittel- und Oberstufe der Volksschule. Für die Schülerinnen und Schüler findet dies in der obligatorischen Schulzeit statt und kostet acht Franken pro Teilnehmer. Zudem existiert ein geschlossenes Schulprogramm der Schülerinnen und Schüler der Sek II nach der obligatorischen Schulzeit. In Solothurn hat es 14 Vorführungen, in Grenchen 10 und in Olten eine. Gedacht sind diese Projektionen für Berufsschulen und Gymnasien. Sie sind kostenlos und werden von der Beisheim Stiftung, dem Kanton und dem Kiwanis Club Solothurn gefördert.

Wie kommt jeweils die Filmauswahl zustande?

Sanja Möll: Die Filme müssen in erster Linie altersgerecht und sie sollten einen Schweizer Bezug haben. In den vergangenen Jahren konnten wir Schweizer Filme wie «Di chli Häx», «Papa Moll», «Heidi», «Weglaufen geht nicht» oder dieses Jahr den Film «Moskau einfach» zeigen. Für viele Kinder ist es das erste Mal an den Filmtagen. Die Aufregung vor dem Film, die begeisterte Stimmung im Saal und das gemeinsame Filmerlebnis bleiben unvergesslich. Das meldet uns die Lehrerschaft zurück.

Wann beginnt jeweils die Auswahl der Filme?

Möll: Im Oktober des vergangenen Jahres habe ich auf Empfehlung der Festivalleitung rund 50 Filme gesichtet. Alle filmischen Genres wie Dokumentar- sowie Spielfilme, Kurzfilme und Animationsfilme stehen zur Auswahl. Die Filme sollen die Kinder und Jugendlichen durch ihren Inhalt, und aber auch durch ihre Machart ansprechen und zur Diskussion anregen.

Seit wann engagieren Sie sich für die Kinder und Jugendfilme?

Alain Gantenbein: Ich mache dies seit den achtziger Jahren. Als wir das Programm für die Gewerbeschulen realisierten, war ich bereits dabei. Dank dem Kanton können wir das Angebot für die Sek II-Stufe unentgeltlich offerieren. Von Anfang an gestalteten wir das Programm mit Absprache der Lehrerschaft. Wir trafen eine Auswahl, gaben dies den Lehrerinnen und Lehrer zur Sichtung und wählten dann die Filme je nach Berufsgattung aus.

Was sind Ihre Erfahrungen der Moderationen in der Reithalle?

Gantenbein: Die Filme in der Reithalle – früher noch im Konzertsaal – sind natürlich grosse «Kisten» mit 900 Kindern und Jugendlichen. Wir hatten in den letzten zehn Jahren weitgehend positive Kritiken aus der Lehrerschaft. Die Filme werden sehr geschätzt und gelobt. Man vertraut auf unsere Auswahl. Gerade bei der Unter- und Mittelstufe finde ich es stets ein besonderes Erlebnis, diese Ansagen zu machen. Da spüre ich die Empfänglichkeit und die Magie des Raumes für dieses gemeinsame Filmerlebnis. Solange ich Spass und den Plausch an diesen Ansagen und den direkten Draht mit den Schülern habe, mache ich dies weiterhin gerne. Die Schüler kommen heute mit den Lehrerinnen und Lehrern viel disziplinierter zu den Vorführungen als noch vor zehn Jahren.

An den Internationalen Filmtagen in Oberhausen/DE gibts jeweils eine Kinder- und Jugendjury. Wäre dies in Solothurn auch denkbar?

Möll: Diese Idee stand schon mehrmals im Raum. Sie hat sich aber noch nicht konkretisiert.

Heuer wird ein Animationsfilm-Workshop angeboten.

Gantenbein: Solche filmdidaktischen Angebote in einem kleineren Rahmen gab es schon immer wie zum Beispiel die Filmgeräusche beim Heidifilm mit Christian Frei. Das Atelier war damals ausgebucht. Offenbar ist da schon ein grosser Bedarf da. Kaspar Flückiger leitet diesen Workshop. Diese Filme kann man dann auch sehen. Wir können dies aber niemals in der gleichen Masse abdecken, wie wenn wir 900 Kids in der Reithalle haben.

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