«Zu heiss im Sommer, zu kalt im Winter – das macht einen regulären Trainingsbetrieb in der CIS-Halle unmöglich», mit diesem Votum doppelt der TV Solothurn Handball nach, was er – ähnlich wie andere Vereine, die die sanierungsbedürftige CIS-Infrastruktur nutzen – nun auch in Form eines eingeschriebenen Briefes an die Stadt tut.

Die Mängelliste endet aber nicht bei den klimatisch unhaltbaren Bedingungen. Damit hängt eine defekte Dachluke zusammen, die es verunmöglicht, die Halle zu lüften. Und undichte Dachstellen bescheren den Spielern Pfützen auf dem Spielfeld, was die Unfallgefahr erhöht.

Apropos: Vor einigen Wochen holte sich ein Spieler des TV einen Kreuzbandriss wegen Unebenheiten des Hallenbodens. Und es ist nicht der erste. «Heimspiele werden wegen nicht bespielbarer Halle Forfait verloren», beklagt weiter Stefan Blaser, seineszeichens Präsident des TV Solothurn Handball. Hinzu kommen weitere bauliche Mängel, die die Isolation und die Tribüne betreffen, so das Schreiben.

Doch der Brief des Vereins ist nicht nur eine Mängelrüge, er ist ein Ultimatum: Sollten nämlich die Probleme nicht bis 10. August behoben sein, werde man aufgelaufene und künftige Mietzinse auf ein Sperrkonto hinterlegen. Weiter bestehen die Handballer darauf, dass die Miete rückwirkend per 1. Januar 2016 auf 30 Prozent zu reduzieren sei.

Und: «Wir behalten uns Schadenersatzansprüche vor.» Die Stadt ist Grundbesitzerin und hat das Baurecht für die Anlage an die CIS Solothurn AG vergeben. Andererseits ist sie als Vertreterin der städtischen Vereine Mieterin des CIS, die für die Nutzung Gebühren weiterverrechnet.

Brief an CIS weitergeleitet

Der TV Solothurn Handball engagiere sich seit Jahren, um auf allen Stufen attraktive Sportangebote und Spitzenhandball anbieten zu können. Und weiter: «Mit den aktuellen Bedingungen im CIS, welche Trainings- und Meisterschaftsbetrieb akut gefährden, werden die gesamten Anstrengungen wegen mangelhafter Infrastruktur zunichte gemacht.»

Derzeit unternimmt man bei der CIS Solothurn AG unter neuer Geschäftsführung (Raphael Helfrich) und mit neu formiertem Verwaltungsrat (Antoine Bonvin, Glenn Proellochs) eine Bestandesaufnahme über anstehende Sanierungsarbeiten.

«Wir haben den Brief an die CIS Solothurn AG weitergeleitet und auch dem TV Solothurn Handball geantwortet», sagt nun Christine Krattiger vom Rechts- und Personaldienst der Stadt. Denn: Streng genommen seien die erhobenen Gebühren keine Miete nach Obligationenrecht, womit auch eine Mietzinshinterlegung nach juristischer Auslegung der Stadt keine Option sei. Von Seiten der CIS Solothurn AG sei bislang keine Reaktion auf das Ultimatum der Handballer gekommen, sagt indes Krattiger.