Lea Scherer, wie gehts mit dem Chor voran?

Lea Scherer*: Es läuft sehr gut. Wir können praktisch wöchentlich Anfragen von Interessierten entgegennehmen. Die Mädchen kommen vorwiegend aus der Stadt Solothurn, aber auch von ausserhalb. Unser Angebot scheint bei den Mädchen attraktiv zu sein. Sie lernen singen, ihre Stimme wird ausgebildet. Im Chor lernen sie für ihr Leben. Sie erleben gemeinsam etwas, denn wir sind auch mal unterwegs.

Wie finden Sie denn die geeigneten Mädchen?

Das ergibt sich von selbst. Wer Freude am Singen hat und wem es «den Ärmel ine nimmt», die ist die Richtige.
Ich denke, meist geschieht die «Werbung» durch Mundpropaganda.

Was glauben Sie: Haben die diversen TV-Castingshows mit dazu beigetragen, dass der Solothurner Mädchenchor so erfolgreich ist?

Das könnte vielleicht für die Anfangsmotivation eine Bedeutung haben. Aber bei uns steht ja das Chorsingen im Vordergrund, kein solistisches Auftreten.

Wo steht der Solothurner Mädchenchor in Bezug auf andere Jugendchöre im Kanton?

Wir haben uns etabliert. Es dauerte zunächst seine Zeit, und vielfach wurden wir erst als eine Organisation, die Jugendarbeit leistet, angesehen. Das hat sich verändert, schliesslich gibt es uns im nächsten Jahr seit 15 Jahren. Wir wollen aber ganz bestimmt kein Elitechor sein, sondern allen Mädchen, die mit Leidenschaft singen, offenstehen. Zudem betrachten wir unsere Arbeit auch als eine Art kulturelle Jugendbildung.

Wie weit wollen Sie den Mädchenchor künstlerisch voranbringen?

Durch unsere vielfältige Ausbildung und Arbeit wissen wir, was sängerisch mit einem Chor möglich ist. Wir Leiterinnen geben unser Bestes, denn das Potenzial ist hoch. Dennoch soll das Singen für unsere Mitglieder die liebste Freizeitbeschäftigung bleiben.

Beim kommenden Konzert vom 22. Juni singt der Chor Schweizer Volkslieder. Warum?

Es war uns immer wichtig, Schweizer Volkslieder im Repertoire zu haben, und an den Konzerten konnten wir erleben, dass die Mädchen diese Lieder gerne singen und dass sie beim Publikum damit viel Freude auslösen. Deshalb dachten wir, ein solches Konzert – gesungen in Trachtenkleidern – wäre mal ganz schön. Zudem: Wir singen nicht nur die alten, bekannten Volkslieder. Es sind auch neue Arrangements von jüngeren Stücken zu hören, die inzwischen zu Volksliedern geworden sind. Käthi Jutzi, die Solothurner Volkstanzleiterin, hat uns die passenden Trachten verschafft und auch ein paar Tänze mit uns einstudiert. Mit «Pflanzplätz» hatten wir natürlich noch Glück, die passende Musikformation zu finden.

*Lea Scherer führt den Chor seit Bestehen zusammen mit Hannah Willimann.

Konzert: Sonntag, 22. Juni, 17 Uhr, Konzertsaal Solothurn. Eintritt frei.