Solothurn
Mädchen spielen Schach auf Top-Niveau

Während der Schweizer Meisterschaft U10, U12, U14 und U16 treten die Mädchen stets gegen Knaben an, und auch die diesjährigen Finals in Kreuzlingen werden gemischt ausgetragen. Am 11. und 12. Juni treten nun erstmals nur die Mädchen gegeneinander an – in Solothurn.

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Gohar Tamrazyan (l.) gehört in der Kategorie U12 zu den Favoritinnen. Lokalmatadorin Jill Hofer möchte in der Kategorie U14 ein Wörtchen um den Sieg mitreden.

Gohar Tamrazyan (l.) gehört in der Kategorie U12 zu den Favoritinnen. Lokalmatadorin Jill Hofer möchte in der Kategorie U14 ein Wörtchen um den Sieg mitreden.

zvg

Bis anhin gab es zwar schon eine Schweizer Mädchenmeisterschaft, doch wurde diese in Schnellschachform ausgetragen und mit allerlei Rahmenprogrammen versehen. Es wurde zwar ehrgeizig Schach gespielt, doch stand auch das Gesellschaftliche im Vordergrund. In den letzten Jahren hat das Mädchenschach jedoch aus verschiedenen Gründen an Stärke und damit auch an Bedeutung gewonnen.

Damit wurde auch der Ruf nach einer «richtigen» Schweizer Meisterschaft für den weiblichen Nachwuchs immer lauter. Will heissen: Die Mädchen wollen ihren Schweizer-Meister-Titel auch in Langzeitpartien austragen und nicht im Schnellschach-Modus.

Gesagt, getan: Nach einigen Vorarbeiten der Jugendturnierkommission findet nun erstmals eine Mädchen-Schweizer-Meisterschaft statt, und zwar am 11./12. Juni in Solothurn. Verantwortlich für die Durchführung zeigt sich der Schachclub Solothurn unter der Ägide von Astrid Hofer, ihres Zeichens Verantwortliche für das Schweizer Mädchenschach. Gespielt wird im Clublokal des SK Solothurn an der Industriestrasse 5.

Spannendes Cupsystem

Für den Final der Schweizer Mädchenschach-Meisterschaft haben sich die besten vier Spielerinnen der SM-Qualifikation in den Kategorien U10, U12, U14 und U16 qualifiziert. Gespielt wird im Cupsystem: Im Halbfinal treten die Nummern eins und vier sowie zwei und drei gegeneinander an und spielen je zwei Partien – einmal mit Weiss und einmal mit Schwarz.

Die erste Runde beginnt am 11. Juni um 9 Uhr, die zweite Runde findet um 14.30 Uhr statt. Am 12. Juni stehen dann die Finalspiele auf dem Programm, nach dem gleichen Modus ausgetragen wie die Halbfinals. Gespielt wird um 9 und 14.30 Uhr, danach werden allfällige Stichkämpfe durchgeführt.

Gutes Schach ist garantiert

In der Kategorie U10 haben sich Sina Fecker, Lucie Siebenpfund, Hasmik Tamrazyan und Joanna Williams für den Final qualifiziert. Eine klare Favoritin ist nicht auszumachen, bei allen vier Spielerinnen geht es in erster Linie darum, wertvolle Erfahrungen sammeln zu können. Eine spannende und hochstehende Ausmarchung kündigt sich in der Kategorie U12 an.

Gohar Tamrazyan ist zwar wohl leicht zu favorisieren, doch auch Darja Babineca, Veronika Kostina und Alexia Villanyi haben in der Qualifikation bewiesen, dass sie problemlos auch mit den stärksten Knaben ihrer Altersklasse mithalten können. Alle vier sind fähig, den Schweizer-Meisterinnen-Titel zu erkämpfen, weshalb knappe Entscheidungen zu erwarten sind.

Das Gleiche gilt auch für die Kategorie U14. Hier haben sich Angie Pecorini, Maeva Vogt, Sarah Brandis sowie Lokalmatadorin Jill Hofer qualifiziert. Eine haushohe Favoritin gibt es auch in dieser Kategorie nicht, und je nach Tagesform der einzelnen Spielerinnen kann durchaus zur einen oder anderen Überraschung kommen.

Bei den Ältesten der Kategorie U16 dürften wohl Nathalie Pellicoro und Maria Ghergel Butan den Sieg unter sich ausmachen. Wobei die weiteren Qualifizierten Alodie Overney und Carolina Pichler an einem guten Tag den beiden leicht Favorisierten durchaus gefährlich werden können. Für beste Unterhaltung – auch für allfällige Kiebitze – ist also gesorgt.(mgt)