Solothurner Fasnacht
«Locker 5000 bis 6000» Chessler erschüttern Honolulu

In Solothurn ist um fünf Uhr morgens endgültig das Fasnachtsfieber ausgebrochen. Mindestens 5000 in weissen Nachthemden, Zipfelmützen und roten Halstüchern läuteten die lärmigsten Tage mit der Chesslete ein.

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Besammlung auf dem Friedhofplatz
31 Bilder
Der Oberchessler sagt, wos lang geht
Tausende chesslen in Solothurn
Er hat eine Riesen-Rassel dabei
Auch die Teufelsmaschine unter den Lärmmachern wurde in Betrieb genommen
Die Chessler auf der Wengibrücke
Stadt Solothurn-Redaktor Wolfgang Wagmann ist auch am Filmen
Die Solothurner machten gehörig Lärm
Oberchessler Reto Stampfli
Wärmendes Feuer, bevor die Chesslete startet
Glückliche Gesichter dank einer glücklichen fünften Jahreszeit.
Nach der Chesslete gehts in die Beiz

Besammlung auf dem Friedhofplatz

Thomas Ulrich

Rundum Zufriedenheit löste die Grossmächtige Symphonie-Chesslete Ausgabe 2015 aus. «Die Leute nahmen sich die Mühe, zum Chesslen im wahrsten Sinne zu kommen», resümierte Reto Stampfli, der Oberchessler der verantwortlichen Narrenzunft Honolulu.

Tendenziell schien sich eine Zuwendung zu den traditionellen Chessler-Instrumenten abzuzeichnen. Kuhglocken, Hörner, Rätschen, mit Kochlöffel geschlagene Pfannendeckel dominierten wieder. Diese fundamentale Grundlage verlieh dem Fasnachtsauftakt ihre einzigartige Atmosphäre. «Es herrschte eine sehr gute Stimmung, wobei mir sind zwei, drei sehr grosse Rätschen aufgefallen», freute sich der Oberchessler.

Seinen Auftakt unter dem obligaten Fackellicht nahm dieser rund fünfundfünfzig minütige Morgenspaziergang punkt fünf Uhr auf dem Säulimäret. «Hast du den Böllerschuss gehört?», fragte Stampfli. Eine Premiere, inszeniert vom neuen Ober-Ober der UNO, Markus «Kusi» Wälti, aus Sicherheitsgründen auf dem Amthausplatz.

Nach der Referenz ans Bieltor zog die Chesslerschar durch die St. Urbangasse via Eselgasse, Märetplatz, Goldgasse, Theatergasse, Schaalgasse und unterer Stalden zur Wengibrücke. «Es war schön mit dem aufkommenden Nebel über die Brücke in die Vorstadt in die Kälte zu laufen», kommentierte Oberchessler Stampfli den Schwenker über den Jordan.

Durch den Patriotenweg und dem Kreuzacker entlang gings über die Kreuzackerbrücke den Chronestutz hinauf. Unter dem Märetplatzbrunnen hindurch zur Gurzelngasse und die Schmiedengasse schlug der Oberchessler seiner Gefolgschaft ein Schnippchen. Nein, auf dem Säulimäret war nicht bereits Auflösung.

Vielmehr hängte Stampfli noch einen Schlenker den Stalden hinunter durch die vordere Hauptgasse und die Pfisterngasse zum Endpunkt an. Dies hatte den Effekt, dass der Umgang ab dem Bieltor abriss und nur noch der harte Kern dem Oberchessler in seiner roten Zipfelmütze folgte. «Ich hatte das Gefühl, es hatte recht viele Leute», sagte Stampfli vor seiner wohlverdienten Mehlsuppe.

Friedlich und diszipliniert

Dass die Chesslete sehr gut besucht war, attestierte auch Walter Lüdi, als stellvertretender Stadtpolizei-Kommandant ein aufmerksamer Beobachter. «Es waren locker mindestens 5000 bis 6000; und erfreulich stellten wir keine besonderen Vorkommnisse fest», fasste der Einsatzleiter zusammen.

Lüdi fand zudem, es sei eine friedliche und disziplinierte Geschichte gewesen. „Der Aufmarsch war pünktlich, erst rund zehn Minuten vor Beginn erschienen die Leute explosionsartig“. Sein Lob betraf auch die Gastronomiebranche: «Wir sind sehr zufrieden, die Schliesszeiten am Vorabend wurden eingehalten und es wurde ebenfalls erst wieder auf Zeit geöffnet».

Temperaturen optimal

Oberchessler Reto Stampfli meinte schon vor dem Start zur Chesslete, dass er überzeugt sei, «dass es die beste Chesslete überhaupt gibt» (siehe Video). Die äusseren und die inneren Bedingungen würden einfachs timmen. Die Temperaturen empfand er als «sehr gut». «Es ist Winter, und wir müssen ja den Winter austreiben. Es ist aber nicht feucht. Das Wetter ist einfach optimal.»

Kinder machten Auftakt

Den eigentlichen Auftakt zur Solothurner Stadtfasnacht hatten am Mittwochnachmittag die Kinder mit ihrer Chesslete gemacht.

Das diesjährige Motto der Solothurner Fasnacht heisst "ungerobsi". Angespielt wird darauf beispielsweise das letztjährige Sommerwetter, die neue Seilbahn auf den Solothurner Hausberg Weissenstein oder das allgemeine Weltgeschehen.

Nach der Chesslete bilden die Fasnachtsumzüge vom Sonntag und vom Dienstag die nächsten Höhepunkte. Mehrere 1000 Personen marschieren als Mitglieder der 11 Guggenmusiken, der Tambouren- oder Figurengruppen oder als Begleiter von einem der 15 Umzugswagen mit.

Am Mittwoch wird dem Spuk mit dem Böögverbrönne ein Ende bereitet.

Auch die Fasnächtler in Grenchen haben am Donnerstagmorgen die Fasnacht eingeläutet. Angeführt wurde die Schar von einem neuen Oberchesslerinnen-Team. (psg/sda/szr)

Sternmarsch-Chesslete mit neuen Oberchesslerinnen-Team Amanda Ryf und Sheena Ettlin
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Amanda Ryf und Sheena Ettlin.
Da sOberchesslerinnen-Team mit Sheena Ettlin und Amanda Ryf
Sternmarsch-Chesslete
Sternmarsch-Chesslete
Sternmarsch-Chesslete
Ein Erinnerungsfoto
Sternmarsch-Chesslete mit neuen Oberchesslerinnen-Team Amanda Ryf und Sheena Ettlin
Sternmarsch-Chesslete mit neuen Oberchesslerinnen-Team Amanda Ryf und Sheena Ettlin
Sternmarsch-Chesslete mit neuen Oberchesslerinnen-Team Amanda Ryf und Sheena Ettlin
Das neue Oberchesslerinnen-Team mit Amanda Ryf und Sheena Ettlin

Sternmarsch-Chesslete mit neuen Oberchesslerinnen-Team Amanda Ryf und Sheena Ettlin

Hans Ulrich Mülchi