Wenn man am Bahnhof ankommt und schon nach wenigen Metern auf den ersten Bekannten trifft, ist man in Solothurn. Es geht weiter, mit dem ächzenden Rollkoffer über frisch gesandete Pflastersteine den Kronenstutz rauf. Schon wartet das nächste vertraute Gesicht. Man läuft wochenlang durch fremde Städte, ohne auf irgendeinen bekannten Kopf zu treffen. Wo die Bekannten sind, da sind die Ferien vorbei. Da ist Heimat.

Und sonst? Alles ist heiss. Nur das Licht ist kühler. Jedenfalls wenn man an der Aare sitzt und Richtung WEISSENstein schaut. Ausgerechnet dort scheinen die drei hellsten Solothurner etwas blau, und das liegt nicht am Bier, das man am Aaremürli trinkt. Und wenn nebenan noch die neue wunderbare Glaspanoramahalle beleuchtet ist, erhalten sie gar Konkurrenz durch ein Lichtband. Ein neuer Fixpunkt. So wie umgekehrt, wer oben auf dem Berg steht, dank dem (noch) leuchtenden Bürgerspital nachts immer weiss, wo die Stadt liegt.

Apropos Bürger: Auch vom Bürgerhaus an der Aare war der Blick gegen den Weissenstein wohl etwas eingetrübt, als man hörte, dass die SVP beim Apéro nach Guy Parmelins 1.-August-Rede spanischen Weissen ausschenken liess. Item. Nach all den Jahren darf man nur glücklich sein, dass der Berg endlich wieder glänzt und leuchtet, egal in welcher Farbe. Und alle Liebhaber von Solothurner Wein waren eh ausgelastet mit der Reise an die Fête des vignerons, wo alles, was einem spanisch vorkommen mag, zumindest für einen Moment weggeschwemmt war. Wein, Wein, Wein. Immerhin richtig weiss und nirgends etwas von blau.

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