Wetter
Letztes Jahr war für alle etwas dabei - ein Rückblick über das Solothurner Wetter

In der Stadt Solothurn gab es 2017 viel Sonne und Wärme. Eher knapp sah es dabei beim Niederschlag aus.

Wolfgang Wagmann
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General Winter hatte vor einem Jahr im Januar Solothurn fest im Griff. Solche Bilder sind aktuell nicht zu erwarten.

General Winter hatte vor einem Jahr im Januar Solothurn fest im Griff. Solche Bilder sind aktuell nicht zu erwarten.

Wolfgang Wagmann

Das Jahr 2018 ist erst wenige Tage alt, aber solche Wetterkapriolen wie seit dem Neujahr hatte es in der Region Solothurn während das ganzen Vorjahres nicht gegeben. Nach dem frühlingshaften Silvester – übrigens dem wärmsten seit der Jahrtausendwende – brauste der Sturm Burglind auch durch die Region und wurde vor allem in Solothurn und Umgebung weit heftiger empfunden als am Stephanstag 1999 «Lothar», der über der Stadt keine Stunde getobt hatte und hier kaum Schaden anrichtete.

«Burglind» dagegen brachte drei Stunden lang schwere Böen und fällte auf dem Stadtgebiet viele Bäume, riss ein Blechdach weg, und Strassen mussten wegen herumfliegenden Ziegeln gesperrt werden. Darauf folgte der noch anhaltende, sintflutartige Dauerregen, der mit einer hoch gekletterten Schneefallgrenze für Hochwassergefahr sorgt. Sind doch die Böden völlig gesättigt, und können kein Wasser mehr aufnehmen - gut zu sehen am derzeitigen «Reisfeld» vor dem Baseltor.

Lange zu trocken und warm

Nun, 2017 war lange Zeit ein zu trockenes Jahr, wie auch die nebenstehende Niederschlagsstatistik im Wallierhof Riedholz zeigt. Die dortigen 1236 Liter pro Quadratmeter bewegen sich in der unteren Norm einer Jahresmenge, wobei auffällt, dass fast ein Drittel davon erst in den letzten zwei Monaten niederging. Trockener als 2017 war es seit dem Jahr 2000 allerdings mehrmals gewesen, den Tiefpunkt im Wallierhof hatte man 2003 mit nur gerade 889 Litern Jahresniederschlag gesehen.

Zur Temperatur: Mit einem Jahresmittel von 10,8 gehörte 2017 wie 2016 zu den wärmeren Jahren, allerdings waren 2015 und 2014 beide noch um mehr als ein halbes Grad wärmer gewesen.

Ein frostiger Januar

Der Winter 2016/17 hatte erst im Januar begonnen, mit erstem Schnee am Bärzelistag nach dem furztrockenen Dezember. Immerhin erwies sich der erste Monat 2017 als recht strenger Geselle mit einem Monatsmittel von minus 2 Grad und einer fast durchgehenden Schneedecke bei insgesamt 15 Eistagen. Da wirkte der Februar dagegen schon frühlingshaft mit knapp fünf Plusgraden und viel Sonnenschein. Markantester Schlechtwettertag war ausgerechnet der Fasnachtsdienstag am 28. Februar.

Den eher trockenen und oft sonnigen Frühling lancierte ein März ohne jegliches Winter-Comeback. Das sollte im April fatale Folgen haben: Die Obstbaum- und Rebenkulturen hatten zwei Wochen Vorsprung auf die übliche Vegetations-Entwicklung, als zweimal Nachtfrost auf den 20. und 21. April massive Schäden in den erwähnten Kulturen anrichteten. In geschützten Lagen allerdings fiel der Obstsegen 2017 reichlich aus, da auf den warmen und sonnigen Mai ein Sommer folgte, der seinem Vorgänger 2016 nur wenig nachstand.

Badiwetter, Blitz und Donner

Schon der Juni brachte ganz passables Sommerwetter. Er war zwar durchschnittlich feucht im Gegensatz zum trockeneren Juli und August, doch war er mit einem Monatsmittel von 20,8 Grad in Solothurn der wärmste der drei Sommermonate. Da aber auch Juli und August die 20-Grad-Marke locker meisterten, blieb der Sommer 2018 mit einem Plus von gut 2 Grad und vielen Badi-Tagen positiv in Erinnerung. Anfangs Juni (1. und 3.) sowie nach der ersten Juliwoche gabs allerdings heftige Gewitter mit Starkregen, am 8. Juli gar verbunden mit Hagelschlag in der Region.

Nicht mehr auf Sommerkurs war dagegen der September. Trocken zwar wie übrigens auch der sehr sonnige Oktober, blieb der erste Herbstmonat oft wolkenverhangen und deshalb nicht besonders warm. So war der durchaus schönere Oktober nur 1,6 Grad kühler als der Vorgängermonat und der erste Schnee auf dem Solothurner Hausberg liess auf sich warten. Dieser wurde erst am 6. November gesichtet, bis runter nach Solothurn zeigte sich der Winter allerdings erst am Monatsende.

Immer wieder Schnee, aber kein richtiger Winter

Der Dezember 2017 war im Gegensatz zum Vorjahr – damals fiel in Solothurn 31 Tage lang nicht ein Millimeter Niederschlag – äusserst nass, ja gar der regenreichste Monat des Jahres. So fielen im Wallierhof Riedholz 220,7 Millimeter oder Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das ist rund das Doppelte der Dezember-Durchschnittsmenge.

Dagegen bewegte sich der Dezember mit 2,1 Grad nahezu im langjährigen Mittel. Richtige Frostperioden fehlten, und ein Eistag wurde nicht verzeichnet. Ein äusserst rarer Gast war die Sonne, die sich nur an 13 von 31 Tagen überhaupt zeigte, und dann meist nur ganz kurz.

Der Schnee war zwar immer wieder ein Thema, doch richtig länger winterlich wurde es eigentlich nie. So begann der Monat mit einer dünnen Schneedecke, die bis zum Chlausemäret wieder fast völlig verschwunden war. Am meisten Schneefall gabs am ersten Adventssonntagsverkauf mit der Weihnachtreise am 10. Dezember, doch um die Mittagszeit einsetzender Regen machte daraus wieder rasch Pflotsch. Bis Mitte Monat war alles wieder grün, ehe weitere Schneefälle am 18. Dezember kurz die Illusionen auf weisse Weihnachten nährten.

Doch die restlichen Tage bis Heiligabend blieben die Temperaturen im Plusbereich und die Festtage schneelos bei grauem Hochnebel. Nochmals verzuckert wurde die Stadt am 28. Dezember, ehe eine Warmfront aufs Jahresende das Thema Schnee vorderhand einmal beendete. Silvester war der wärmste Tag seit dem 4. November.

Immerhin war in der zweiten Dezemberhälfte Wintersport auf den Jurahöhen möglich, was bis auf weiteres unmöglich sein dürfte. Nach Sturm Burglind rauschte milde, regenreiche Luft ins Land, die wohl erst gegen den Hilaritag am 13. Januar wieder das Kälte-Potenzial für Schnee bis in tiefe Lagen hat. Aber ein Allzeit-Wintereinbruch ist derzeit nicht in Sicht. (ww)

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