Seit 2005 lagen die Beteiligungszahlen immer so hoch, dass zwei Bands gebildet werden konnten. Die wurden immer von zwei Gastdirigenten geleitet. Logischerweise wird bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf den Entwicklungsstand geachtet. Das pflegen die grossen und bekannten Bass Bands auch zu tun. Insbesondere bei der B-Band mit den jüngeren Jahrgängen fehlen gewisse Instrumente noch. Es gibt daher Lagerteilnehmer, die ihr Instrument in beiden Bands einsetzen. Aber selbst die ältere A-Band kann noch darauf angewiesen sein, bei gewissen Instrumenten – vorab der Tuba – die Altersgrenze über die 22 Jahre hinaus auszudehnen.

Tuba und Bassposaune sind schon aus körperlichen Gründen bei den schulpflichtigen Jahrgängen kaum anzutreffen. Was aber Kinder, deren Füsse im Sitzen kaum den Boden erreichen, auf dem Cornet spielen – und das gibt es in der B-Band –, ist beachtlich. Die anspruchsvolleren Stimmen spielen erfahrenere Jahrgänge. Die B-Band 2018 war nach Geschlechtern ziemlich ausgeglichen. Ihr Dirigent Fabian Bloch war bei früheren Lagern noch selber Teilnehmer. Nach entsprechendem Studium ist er heute ein gefragter Euphonist. Dass er auch eine junge Band auf ein Konzert vorbereiten kann, wurde sofort klar. Vielleicht eine Spur ungestüm, aber jedenfalls selbstsicher eröffnete sie den Auftritt mit «Hymn to the Mountain» von Etienne Crausaz, einem kraftvollen Brass-Band-Marsch. Mit «High Flyers» von Andrew Mackereth, einem klassierten Wettbewerbsstück, liess sie gleich ihr Hauptwerk folgen.

Von Löwengebrüll bis Eleganz

Als Dirigent für die A-Band wurde Jan Müller gewählt. Dass auch er von Haus aus Euphonist ist, ist bloss Zufall. Er ist einer der wenigen, der für einen zweiten Einsatz verpflichtet wurde. Die A-Band begann ihren Teil mit der 1983 von Philip Sparke geschriebenen «Jubilee Ouverture». Die Fortsetzung fand sie im geheimnisvoll klingenden «Lux Aeterna» von Philip Harper. Dabei versuchte sie Kraft zu schöpfen, um mit Anlauf das Hauptwerk anpacken zu können. Damit wurde eine anspruchsvolle Komposition gewählt, die erst 2018 erschienen ist. Entstanden ist als Auftrag eine etwas sperrige Wettbewerbskomposition. Der Komponist Thierry Deleruylle beschreibt in fünf Sätzen die Geschichte und die Bedeutung des Löwen im Laufe der Jahrhunderte. Nur zu gerne hätte Müller bestehende Tonaufnahmen studiert.

Die gibt es aber noch nicht. Er musste also das Stück selber interpretieren. Respekteinflössend war es wohl gedacht, und so kam es auch daher. Löwengebrüll lässt sich durch Brass Band nicht imitieren, aber wuchtig darstellen. Nicht Wucht, sondern glitzernde Eleganz war beim obligaten Band-Solo gefragt. Ein solches darf vortragen, wer ein vorbereitetes Solo ins Lager mitbringt und den internen Wettbewerb gewinnt. Das Cornet-Solo wurde von Neil Sedaka komponiert und heisst «Solitaire». Es war nicht das einzige Solo. Tradition hat nämlich auch das Solo einer der zugezogenen Registerlehrkräfte. Der diesjährige Solist, Gil Saada, wählte mit Gordon Langfords «Rhapsody for Trombone» ein nahrhaftes Stück. «Balkan Dance» von Etienne Crausaz schloss das Programm ab. Für die erste Zugabe wählte Müller ein von ihm selber arrangiertes Volkslied.