Eröffnung
Leiterin: «Fake-News gibt es keine an den Literaturtagen»

Für drei Tage wird Solothurn wiederum zum Zentrum der Schweizer Literatur. Am Donnerstagabend sind die 39. Solothurner Literaturtage gestartet.

Lucien Fluri
Drucken
Teilen
Eröffnung der 39. Solothurner Literaturtage
9 Bilder
Eröffnungsredner Ilija Trojanow warb dafür, vermehrt auch afrikanische oder südamerikanische Literatur zu entdecken.
Eva Inversini, Chefin kantonales Amtes für Kultur, und Ernst Burren. Der Oberdörfer Schriftsteller liest am Sonntag.
Alle Plätze im Solothurner Stadttheater waren besetzt.
Der Solothurner Stadtschreiber Hansjörg Boll und Stadtpräsident Kurt Fluri besuchten die Literaturtage-Eröffnungsfeier im Stadttheater ebenfalls.
Der Solothurner Schriftsteller Franco Supino arbeitet im Literaturtage-Team.
Landammann Remo Ankli überbrachte nicht nur die Grüsse der Regierung. Beim Apero traf er auch seine langjährige Mitarbeiterin Liliane Steiner wieder.
Lyrikerin und Philosophin Kathy Zarnegin beim Radiointerview.
Thomas und Ute Flückiger. Der Oberrichter ist im Vorstand des Vereins Solothurner Literaturtage.

Eröffnung der 39. Solothurner Literaturtage

Oliver Menge

Gerade noch wünscht sich Landammann Remo Ankli «aufklärerische Diskurse» von den 39. Solothurner Literaturtagen. Dann steht auch schon Eröffnungsredner Ilija Trojanow auf der Bühne des Stadttheaters und liefert prompt, was verlangt worden ist. Mit Witz legte der deutsche Schriftsteller und Verleger am Donnerstagabend dar, auf wie absurde Weise jeweils ein Kanon guter Literatur erstellt wird: In Frankreich stehen französische Autoren an der Spitze, in Deutschland deutsche, in England britische.

Unter dem Deckmantel literarischer Qualität würden letztlich nur Privilegien verteidigt und Grenzen gezogen, in denen Autoren nicht-westlicher Länder fehlen würden. Während europäische Kletterer ins Himalaja-Gebiet reisten, hätten es sich «die literarischen Leitwölfe» Europas auf der Mont-Blanc-Spitze gemütlich gemacht und würden sich von fremder Literatur gar nicht überraschen lassen wollen.

«Ich habe jede Menge Menschen getroffen, die es sich in der literarischen Enthaltsamkeit kommod eingerichtet haben», sagte Trojanow und warb für eine Blinddegustation von Literatur. Denn: «Wer besoffen ist von der Bedeutung des Eigenen, schlittert leicht in das Provinziale.»

Bilder der Solothurner Literaturtage:

Die Solothurner Literaturtage locken die Massen an. Allen voran ein Autor wirkt als Magnet. Lukas Bärfuss.
21 Bilder
Wenn Bärfuss liest, kommen sie alle.
Bei der Lesung von Lukas Bärfuss herrscht Grossandrang.
Vorne Mediachairs, hinten...
...die Schlange zu Lukas Bärfuss.
Alle wollen den Bärfuss sehen.
Der Autor erfreut sich grosser Beliebtheit.
Das zeigt auch dieses Bild.
So geht Sommer.
Die Solothurner Literaturtage gehen bei Prachtswetter über die Bühne.
Schlangestehen im Landhaus.
Unglaublich viele Leute kamen ins Landhaus.
Die Infotafel zeigt ein grosses Angebot
Das Epizentrum liegt vor dem Landhaus
Bei strahlendem Wetter lässt es sich zwischen dem Kreuz und dem Landhaus verweilen.
 Ist das schön.
Auf der Aussenbühne beim Klosterplatz liest Hans Hürg Zingg.
Die Lesung von Zingg.
Alles dreht sich um Bücher.
Alles dreht sich in diesen Tagen um Bücher.
Alles dreht sich um Bücher.

Die Solothurner Literaturtage locken die Massen an. Allen voran ein Autor wirkt als Magnet. Lukas Bärfuss.

Hanspeter Bärtschi

130-mal aufregende Texte und 130- mal anregende Köpfe, versprach Literaturtage-Leiterin Reina Gehrig. 70 Autorinnen, Autoren, Übersetzer und Übersetzerinnen werden bis zum Sonntag in Solothurn ihre Werke vorstellen, debattieren und Fragen stellen. Fake News gebe es dabei keine. Es gehe in den kommenden Tagen nicht um die Wahrheit, sondern um die Möglichkeiten der Wahrheit, sagte Gehrig in Anlehnung an Peter Bichsel. «Geniessen wir es.»

Lesen werden etwa Jonas Lüscher, Urs Faes, Tim Krohn, Ilma Rakusa und Michael Fehr. Auch zwei Autoren aus dem Kanton Solothurn sind vertreten. Der Oltner Alex Capus liest am Sonntagabend aus «Das Leben ist gut». Mundartschriftsteller Ernst Burren (Oberdorf) wird sein neues Buch «Dr Chlaueputzer trinkt nume Orangschina» ebenfalls am Sonntag vorstellen.

Aktuelle Nachrichten