Modebranche

Leggings bringen Farbe ins Leben: Drei Solothurnerinnen setzen Traum eines eigenen Mode-Labels um

Sie stehen hinter ihrem Label «Eden XX» (v.l.): Mirjam Ritler, Lisa Erard und Olivia Ritler.

Sie stehen hinter ihrem Label «Eden XX» (v.l.): Mirjam Ritler, Lisa Erard und Olivia Ritler.

Miriam Ritler arbeitet zusammen mit ihrer Schwester Olivia unter einem Dach. Olivia ist Tätowiererin. Die drei Solothurner Schwestern haben sich zusammengetan, um ihr eigenes Mode-Label zu gründen. Zurzeit sind 25 Designs im Angebot.

Schon seit sie elf Jahre alt ist, mag Miriam Ritler keine Hosen mehr tragen. Röcke, Minis und dazu Leggings findet man bei ihr im Schrank. Doch irgendwann merkte sie: «Die Leggings, die im Angebot zu finden sind, gefielen mir nicht. Sie waren entweder zu langweilig oder hatten – was noch viel schlimmer ist – Hello-Kitty-Motive oder anderen Kitsch aufgedruckt.»

So fragte sich die gelernte Grafikerin, ob sie nicht selber Leggings kreieren könnte – und fand tatsächlich eine Website, wo man die selber machen konnte. Das Design war rasch gemacht, die Hose bestellt und die Reaktionen deutlich: «Viele fragten mich, woher ich denn diese coole Hose habe.»

Eingespieltes Team unter einem Dach

Miriam Ritler arbeitet zusammen mit ihrer Schwester Olivia unter einem Dach. Olivia ist Tätowiererin. Das Übertragen von Motiven, die sich auf Papier oder einem Bildschirm präsentieren, auf den Körper, ist ihr tägliches Business. Und so taten sich die Schwestern zusammen, suchten nach Motiven, nach schönen Farbkombinationen und begannen, Designs für Leggings und dazu passende Sport-BHs zu entwerfen. Dieser Teil der Arbeit machte richtig Spass. Anstrengender war die Recherche: «Drei Jahre lang habe ich nach dem richtigen Material, der richtigen Print-Methode und vor allem nach dem richtigen Produzenten gesucht», so Miriam Ritler. Die Schwestern kämpften sich durch Informationen und sammelten Materialproben: «Wir haben gefühlte 10'000 Paar Musterhosen in unseren Schränken.»

Lange suchten die Schwestern nach einem Produzenten, mussten viele Ideen verwerfen und zum Teil fast bei null beginnen. Irgendwann waren die wichtigsten Fragen beantwortet und die Nachfrage stieg. Trotzdem merkten die Schwestern, dass noch ein Zahnrad im ganzen Getriebe fehlte. Auf Wanderungen mit ihrer Freundin Lisa Erard kristallisierte sich heraus, dass genau sie – die gelernte Fotofachfrau und Multimedia Producerin – die richtigen Skills für das Unternehmen mitbrachte. Fortan gab sie nicht nur ihre Inputs betreffend Farben und Design ein, sondern kümmerte sich um die Werbung, Kommunikation und um die Fütterung der Social-Media-Kanäle.

«Trotz allem: Die beste Werbung sind unsere Kundinnen, die unsere Leggings tragen», sind sich die drei Frauen einig. Ein erster grössere Auftrag verdanken sie so auch einer zufriedenen Kundin, die nun ihre ganze Team-Aerobic-Gruppe einkleiden möchte. Zudem sind die drei umtriebigen Frauen verschiedene Varianten am Abchecken, wie sie ihre Produkte noch näher an die Kundschaft bringen können.

25 Designs sind derzeit im Angebot

«Wir sind Träumerinnen», geben alle drei zu und ergänzen: «Realistische Träumerinnen, die auch Macherinnen sind und so die Träume umzusetzen versuchen.» Oder wie Olivia Ritler es formuliert: «Stehen bleiben geht bei uns gar nicht. Wir machen lieber einen Schritt zurück, um dann wieder zwei vorwärtszukommen.»

So sind die drei Frauen jetzt hochmotiviert: 25 Designs sind zurzeit im Angebot – von Kolibris über eine Statue bis hin zu Kranichen, geometrischen Formen, grünen Pflanzenblättern, Anker und anderen Motiven. Und während des aktuellen Lockdowns hat das Trio sogar eine Limited Edition im Angebot: «Wir haben eine Leggings mit Olivias Lieblingsblume, der Mohnblume, kreiert – und die gibt es nun so lange, bis wir alle wieder ganz normal raus unter Leute dürfen.»

Das Trio träumt auch schon wieder: «Es wäre cool, wenn dann ganz viele Frauen mit unseren Leggings wieder ihrem Lieblingssport nachgehen oder sie einfach im Alltag tragen und so Farbe ins Leben bringen.»

Genauere Infos finden Sie hier

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