Solothurn
Leerer Koffer hielt Polizei am Bahnhof Solothurn auf Trab

Um 13 Uhr war im Bereich der bewachten Velostation unter dem Solothurner Hauptbahnhof ein verdächtiger Koffer aufgefallen. Die Bahnhofpassage wurde gesperrt – und um 17.15 Uhr wieder geöffnet. Denn der Koffer enthielt keine Bombe sondern war leer.

Wolfgang Wagmann
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Gesperrt die bewachte Velostation unter dem Hauptbahnhof
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Salvatore Scolle gibt Tele M+ Auskunft
Bombenalarm am Bahnhof Solothurn

Gesperrt die bewachte Velostation unter dem Hauptbahnhof

Solothurner Zeitung

«Der Koffer stand unbeaufsichtigt herum, was uns veranlasste, die Passage von der Bahnhofstrasse her bis zum eigentlichen Bahnhoftrakte zu sperren», bestätigte Bruno Gribi, vom Mediendienst der Kantonspolizei die am frühen Nachmittag ergriffenen Massnahmen.

Gleichzeitig habe man Spezialkräfte aus Zürich angefordert, die sich des verdächtigen Koffers in der Mitte der Bahnhofpassage annehmen sollen. Um 16.10 trafen die Spezialkräfte aus Zürich mit einem Transporter beim Nordzugang der unterirdischen Passage ein. Bereits um 16.50 Uhr folgte vom Untergrund aus die Entwarnung: Der Koffer war leer. Und ab 17.15 Uhr stand die Passage für die Kunden der Velostation und das Feierabendpublikum wieder offen.

Platz nicht gesperrt

Oberirdisch konnte der Bahnhof jederzeit erreicht werden und auch die unterirdische Verbindung zwischen den einzelnen Perrons war offen und passierbar geblieben. Der Bahnhofplatz selber sei für den Verkehr nicht gesperrt worden, weil nach einer Absprache mit dem forensischen Institut Zürich genügend unterirdischer Raum im Fall einer Explosion zur Verfügung gestanden hätte und über dem Koffer die Betondecke eine Stärke von einem Meter aufweise, bestätigte Gribi entsprechende Aussagen des Einsatzleiters.

Der Bahnhofplatz ist eine Verkehrsdrehscheibe für den öV und Individualverkehr im Raum Solothurn. Sämtliche Buslinien des Busverkehrs Solothurn und Umgebung BSU fahren den Platz an, ebenso ist der Platz Endhalt und Startpunkt der Bahnlinie Solothurn-Langenthal, betrieben durch die Aare Seeland Mobil AG. Das so genannte „Bipperlisi" quert den Bahnhofplatz jede halbe Stunde.

«Im Auge behalten»

Salvatore Scollo, der mit Kollegen in der bewachten Velostation Fahrräder vermietet und repariert, erzählte recht nervös, dass ihnen der Koffer um 13 Uhr aufgefallen sei. «Drei,vier farbige Männer standen um ihn herum», so Scollo, «doch dann sind sie weggegangen.» Der Chef habe ihn angewiesen, «ich soll den Koffer im Auge behalten, er rufe die Polizei an.» Diese sei nach 20 Minuuten eingetroffen und habe alle Beschäftigten in der Velostation angewiesen, die Unterführung zu verlassen.