Der Balmberg ragt knapp aus dem Nebel heraus, die Alpen sind sichtbar, die Sonne mag noch nicht ganz durchzudrücken. Auf der Terrasse vor dem Kurhaus stehen für Sonnenhungrige Filzdecken und rostfarbene Feuerkugeln gegen die Kälte bereit. Im Wintergarten warten Korbstühle vor pastellgelber Wand auf Gäste, riesige Kronleuchter hängen an der Decke und im holzbeplankten Festsaal vermittelt eine moderne Theke Lounge-Atmosphäre.

Zwischen retro und modern, zwischen trendig und einfacher Bergbeiz: Die Einrichtung des Berg-Bistros, das am Samstag eröffnet wurde, könnte auch am Solothurner Aarestrand stehen. Nicht zufällig: Mit dem langjährigen «Solheure»-Leiter Ueli Wüthrich, Kulturmanager Sergio Simili, der unter anderem die «voulez-vous»-Partys organisiert hat, und Innenarchitekt Peter Studer als Drittem im Bunde sorgen keine Unbekannten für Leben im Kurhaus.

Unbefristete Zwischennutzung

«Das improvisierte Kurhaus» nennen sie ihr Berg-Bistro. Auf die Idee gekommen ist Sergio Simili vor einem Jahr, als er mit seiner Tochter auf dem Berg war, aber keine Verpflegung fand. Im Mai habe er mit dem Konkursverwalter Kontakt aufgenommen, danach wurde eine unbefristete Zwischennutzung vereinbart. Man gehe es mit einem schmalen Budget an, erklärt Wüthrich, denn das Kurhaus steht zum Verkauf. Schon Anfang nächsten Jahres könnte es unter den Hammer kommen und den Besitzer wechseln.

Genutzt wird momentan nur das Erdgeschoss: Bevor die «WellnessOase» fertiggestellt war, meldete sie Konkurs an. Sauna und Whirlpool im Obergeschoss funktionieren zwar, die Küche im Untergeschoss dagegen kann nicht mehr benutzt werden. Die Hälfte der Zimmer ist ausgebaut, die andere im Rohbau.

Keine festen Öffnungszeiten

Seit fünf Wochen sind die drei nun neben ihrem regulären Berufsalltag intensiv dran. «Es ist aber kein Hobby, wir gehen es professionell an», erklärt Wüthrich. Eine kleine Küche ist in die neue Theke eingebaut worden. Raclette, Fondue, Wienerli und Suppe werden angeboten.

Vorerst hat das Kurhaus bei schönem Wetter am Wochenende geöffnet. Sollte der Schnee kommen, werden die Öffnungszeiten auf die Wochentage und das Nachtskifahren ausgeweitet. Die genauen Öffnungszeiten können jeweils kurzfristig auf der Homepage nachgeschlagen werden. Ab Januar ist einmal monatlich eine Party geplant. Ebenfalls für Firmenanlässe kann das Lokal gebucht werden.