Solothurn
Laute und recht friedliche Antifa-Kundgebung — Polizei mit Grossaufgebot in der Stadt

Eine unbewilligte Demonstration gegen Faschismus, Rassismus und Sexismus lockte am Freitag rund 200 Personen an, und die Polizei sorgte mit einem Grossaufgebot für die Sicherheit in der Stadt Solothurn.

Hans Peter Schläfli
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Die Antifa-Demonstration sorgte für viel Lärm im Stadtzentrum.

Die Antifa-Demonstration sorgte für viel Lärm im Stadtzentrum.

Sie sind gegen Faschismus, gegen Rassismus und gegen Sexismus – wie eigentlich alle vernünftigen Menschen. Aber die Mitglieder der linken Gruppierung, die sich Antifa nennt, will sich nicht an die Regeln des Systems halten. «Antirassismus braucht keine Bewilligung und lässt sich nicht kriminalisieren», stand denn auch auf einem der Transparente, die die rund 200 zum Teil vermummten Demonstranten auf ihrer Runde durch die Stadt Solothurn präsentierten.

Grossaufgebot der Polizei

Gewaltausbrüche an ähnlich gelagerten Demonstrationen sind schon mehrfach vorgekommen. Deshalb zeigten sich die zum Teil mit Tränengasgewehren bestückten Polizisten, die auch aus den Nachbarkantonen aufgeboten worden waren, in grossen Gruppen an allen neuralgischen Punkten der Stadt. «Ich hoffe, dass das die Demonstranten beeindruckt und dass alles friedlich bleibt», sagte Stadtpräsident Kurt Fluri, der das Geschehen aus sicherer Distanz beobachtete.

Denn die Antifa-Organisatoren hatten ihre Demonstration zwar weit gestreut angekündigt. «Wir wollen unseren Unmut wegen des gesamteuropäischen Rechtsrutsches und des Aufflammens rechtsextremer Gewalt auf die Strassen Solothurns bringen», schrieben sie zum Beispiel in einer Medienmitteilung. Eine Bewilligung hatten sie aber ganz absichtlich nicht eingeholt. In Bern habe die Staatsgewalt mithilfe eines immensen Polizeiaufgebots zweimal eine angekündigte Demo verhindert, lautete die Begründung für den gewählten Ort.

Die Antifa kündigte eine Demonstration in Solothurnan. In Solothurn ist auf Freitag, 20. Oktober, eine unbewilligte antifaschistische Demonstration in Solothurn geplant.

Die Antifa kündigte eine Demonstration in Solothurnan. In Solothurn ist auf Freitag, 20. Oktober, eine unbewilligte antifaschistische Demonstration in Solothurn geplant.

Lea Durrer

Los ging es kurz vor 21 Uhr beim Aaremürli in Richtung Chutz. Etwa 50 Polizisten lenkten die Demonstranten über die Wengibrücke in die Vorstadt. In umgekehrter Richtung des Solothurner Fasnachtsumzugs marschierte die Parolen skandierende Gruppe über den Dornacherplatz in Richtung Fussgängerbrücke zurück zum Aaremürli – und überall standen Dutzende Polizisten der Einsatztruppe. Nach einer Stunde endete der Umzug in einem grossen Applaus, den sich die Antifa-Gruppe selber spendete.

In Solothurn zündeten die Demonstranten am Freitag zwar viele Pyros und einige extrem laute Böller, es kam aber zu keinen ernsthaften Vorfällen.

Sachschaden unbekannt

Die Polizei schreibt in einer Mitteilung von rund 150 Personen, die an der Demonstration teilnahmen. Die Polizei führte im Vorfeld der Kundgebung an diversen Standorten 68 Personenkontrollen durch. Weiter wurden 8 Demonstranten angehalten und 4 Demonstranten weggewiesen.
„Die Polizei nahm mit den Initianten vor dem Kundgebungsstart vor Ort Kontakt auf und bewilligte eine vorgegebene Route“, schreibt die Medienstelle. Die Route führte vom Landhausquai, via Wengibrücke, Berntorstrasse, Rossmarktplatz, Dornacherplatz, Niklaus-Konradstrasse, Bertastrasse, Kreuzackerplatz, Kreuzackerbrücke und Fischerstrasse zurück zum Landhausquai.

Personen wurden keine verletzt. Vereinzelnd kam es zu Sprayereien und Sachbeschädigungen.