Langendorf
Austauschschülerin in Dänemark: «Hier vergesse ich manchmal fast, dass es diese Pandemie gibt»

Die Kantonsschülerin Aline Grenacher aus Langendorf ist in Dänemark in ihrem Austausch. Sie erzählt, wie sich der Alltag ohne Corona anfühlt.

Judith Frei
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Ein Schnappschuss von Aline Grenacher, den sie auf der Insel Samsø in Dänemark gemacht hat.

Ein Schnappschuss von Aline Grenacher, den sie auf der Insel Samsø in Dänemark gemacht hat.

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Dass Aline Grenacher ein Austauschjahr machen will, war für die Langendörferin schon lange klar. Nach einigen Überlegungen hat sie sich für einen einjährigen Aufenthalt in Skandinavien entschieden. Doch dann kam die Unsicherheit mit der Coronapandemie und Zweifel kamen auf, ob sie überhaupt für ein Jahr weggehen will: «Ich war plötzlich verunsichert, ob ich überhaupt ins Ausland will, aber meine Eltern haben mich ermutigt, trotz der Pandemie zu gehen», erklärt Grenacher.

Jetzt ist die Kantonsschülerin schon seit Anfang August in Dänemark im kleinen Ort Galten, westlich von Aarhus. «Der Ort ist eigentlich vergleichbar mit Langendorf», meint sie und meint damit die Grösse, bis zum nächstgrösseren Ort muss sie aber länger fahren. «Ich muss mich noch daran gewöhnen, dass hier nur wenige Busse fahren», meint sie lachend.

Aline Grenacher in Ebeltoft in Dänemark.

Aline Grenacher in Ebeltoft in Dänemark.

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«Die Kultur gefällt mir hier sehr gut», erzählt sie begeistert. Ihr gefällt es, dass es in Dänemark eine Dutz-Kultur gibt. «Nur die Königsfamilie wird gesiezt», erklärt sie. Das gilt auch in der Schule: Sie spricht die Lehrpersonen mit dem Vornamen an. «Ich habe das Gefühl, Gleichheit ist hier sehr wichtig.»

Jetzt sei es noch ein wenig schwierig mit der Sprache. Sie nimmt aber einen Dänisch-Sprachkurs, der von der Schule angeboten wird. Unterhalten kann sie sich aber auf Englisch. Was bei ihr momentan aber kein Gesprächsthema ist: Corona. «Hier in Dänemark wurden vor etwa einem Monat alle Massnahmen aufgehoben», erzählt sie. In den öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es keine Maskenpflicht; um ins Restaurant zu gehen, braucht man kein Zertifikat. Das Einzige, was in Dänemark noch an die Pandemie erinnert, sind Desinfektionsmittel, gratis Testzentren und Plakate, die ermahnen, die Hände zu waschen und bei Symptomen zu Hause zu bleiben.

Seit dem 10. September wurde in Dänemark der Status von Covid-19 als Krankheit, die eine Bedrohung für die gesamte Gesellschaft darstellt, auf eine ernsthafte Krankheit herabgestuft. Die positive Entwicklung sei der guten Impfquote zu verdanken, erklärt der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke. Heute sind rund 75 Prozent der dänischen Bevölkerung geimpft, in der Schweiz liegt die Quote bei knapp 62 Prozent.

«Für mich war es am Anfang schon komisch, in einen vollen Bus ohne Maske zu steigen», meint Grenacher. Es ging bei ihr zwei Wochen, dann hatte sie sich an die neue Situation gewöhnt. Während des ersten Monats ging sie sich regelmässig testen, um ihre Unsicherheit zu überwinden. Und nach dem anfänglichen Unbehagen kam dann die Erleichterung. «Ich denke, in der Schweiz hat man die Nase voll von den Massnahmen», sagt sie. «Hier vergesse ich manchmal fast, dass es diese Pandemie gibt.» Sobald sie mit ihren Eltern in der Schweiz telefoniert, werde sie daran erinnert.

Aline Grenacher aus Langendorf wohnt für ein Jahr nicht unweit von Skanderborg entfernt.

Aline Grenacher aus Langendorf wohnt für ein Jahr nicht unweit von Skanderborg entfernt.

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Heute ist sie sehr froh, hat sie sich trotz Pandemie für den Austausch entschieden. «Ich habe hier keine Einschränkungen mehr», sagt sie. So ist sie sicher, dass das Schul-Musical, für das sie momentan am Proben ist, aufgeführt werden kann.

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